landtag.nrw.de ↗

René Schneider

SPD 04.06.2025 Sitzungen 18/96

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Markt regelt doch nicht alles. – Diese Erkenntnis sickert offenbar auch bei der FDP langsam durch. Man mag es kaum glauben, aber der Antrag, den uns die FDP vorgelegt hat, ist dafür der Beweis. Mit diesem Antrag machen Sie sich für mehr Künstliche Intelligenz in der Landwirtschaft stark. Sie fordern eine gezielte Förderung durch die Landesregierung, und die Landesregierung soll passende Rahmenbedingungen setzen. Potztausend! Dass wir das noch erleben dürfen. Nicht die Unternehmen alleine sollen alles regeln, sondern der Staat soll seinen Beitrag leisten. (Kirsten Stich [SPD]: Hört, hört!) Das sind ganz neue Töne von Ihnen, Herr Brockes. Ich sage: herzlich willkommen in der Realität, liebe FDP. Schön, dass Sie zumindest hier einmal ein paar turbokapitalistische Träumereien überwinden und anerkennen: (Ralf Witzel [FDP]: Oh! – Zuruf von Angela Freimuth [FDP]) Der Staat ist gar nicht mal so schlimm. Deshalb ist uns Sozialdemokraten ein funktionierender Staat auch so wichtig, und ich finde es schön, dass ich ein Lebenszeichen von Ihnen erhalten habe, Herr Witzel. (Ralf Witzel [FDP]: Ah!) Ein Staat, der gute Bedingungen für die Wirtschaft herstellt, der Anreize setzt und Zukunftstechnologien fördert: so weit, so gut. Kommen wir aber zum Konkreten. Sich des Themas „Künstliche Intelligenz“ anzunehmen, ist eine gute Sache. Sie haben völlig recht. Wir sollten nicht zaudern, sondern KI voranbringen und deren Vorteile nutzen. Dem Wirtschafts- und Technologiestandort tut es fraglos gut, wenn wir bei der KI vorangehen. Das Land darf diese Entwicklung deshalb nicht dem Zufall überlassen. Landtag Sie betrachten das ganze Thema in Ihrem Antrag allerdings ausgesprochen kleinteilig, und wir sind gespannt, ob Sie nun jede Plenarrunde einen Mikroausschnitt aus dem Megathema „Künstliche Intelligenz“ zur Debatte stellen: KI in der Pommesbude. KI im Supermarkt. KI im Straßenbau. Der Fantasie setzt wahrscheinlich nur ChatGPT Grenzen. Bei diesem Antrag ist es aber jedenfalls keine Floskel, wenn ich für meine Fraktion sage, dass wir uns auf die Beratungen im Ausschuss freuen. Die Vorteile der KI sind hochinteressant, und so sind wir darauf gespannt, was wir im weiteren Verlauf weit über das hinaus, was Frau Winkelmann gerade vorgelesen hat, über KI in der Landwirtschaft und in der Nutztierhaltung lernen. Die Tierhaltung steht unter Druck. Höhere Anforderungen an Tierwohl, Klimaschutz und Dokumentation erleben gerade kleinere und mittlere Betriebe als Herausforderung. Wenn moderne Technologien helfen können, die Höfe hier zu entlasten und die heimische Landwirtschaft zu stärken, sollten wir unbedingt darüber nachdenken. Meine Damen und Herren, wir dürfen aber auch nicht vergessen: Besser als jede KI ist die Landwirtin, ist der Landwirt selbst, denn sie arbeiten mit Herz. Der Überweisung des Antrags in den Ausschuss stimmen wir gerne zu. – Glück auf und Gottes Segen. (Beifall von der SPD)

Alle Reden von René Schneider Protokoll ↗