Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Es ist schon beeindruckend, was der älteste Freund des Menschen so alles kann, wenn er entsprechend seiner natürlichen Veranlagung professionell ausgebildet wird. Die Fähigkeiten der Profihunde stehen Kommissar Rex, Lassie und Co. aus dem Fernsehen in der Realität kaum nach, ob als Partner mit der kalten Schnauze bei der Polizei, als Schutzhund, Drogenoder gar Datenträgerspürhund. Als echte Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung führt der Blindenhund die Menschen sicher durch den Verkehr, als Diabeteswarnhund kann er sogar den sinkenden Blutzuckerspiegel riechen. Und natürlich kann er als Jagdgefährte – die älteste Aufgabe, die der Mensch dem Hund zugeteilt hat – das Wild suchen, hetzen und apportieren. Die Ausbildung von Hunden ist eine Kulturleistung des Menschen, die ihresgleichen gesucht. Es ist also mehr als gerechtfertigt, dass das Gebrauchshundewesen Anfang des Jahres zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Umso ungerechtfertigter ist, dass die Träger dieses Weltkulturerbes von der Politik bisher sträflich vernachlässigt wurden. Ich habe die Landesregierung gefragt, wie es um die Ausbildung von Hunden und die Förderung der entsprechenden Hundesport- oder Hundezuchtvereine steht. Die Antwort: Es gab in den letzten fünf Jahren nicht einen Pfennig für diese wichtige Stütze des Weltkulturerbes „Gebrauchshundewesen“. Die Landesregierung weiß nicht einmal, wie viele Prüfer bzw. Ausbilder es für Assistenzhunde oder Jagdhunde gibt, obwohl diese Prüfungen gesetzlich vorgeschrieben sind. In der modernen Welt hat man sich so ziemlich an alles gewöhnt: Das Essen kommt aus der Tiefkühltruhe, der Strom aus der Steckdose und das Wasser aus dem Hahn. Alles, was uns umgibt, ist einfach so da. Es wird als selbstverständlich hingenommen. Doch alles, was uns umgibt, hat jemand erbaut, geschaffen, und es wurde weitergetragen. Dies ist, meine Damen und Herren, Kultur. Unser Nachbar im Süden – auch Teil unserer Kulturnation – bringt dafür so manches leuchtende Beispiel hervor. Nun ist allerdings auch Felix Austria nicht gefeit vor grünen Allmachts- und Verbotsfantasien. Der dortige ehemalige Umweltminister Johannes Rauch von der Schwesterpartei des hiesigen Juniorpartners hat vielen Österreichern ein liebgewonnenes Hobby und einen wichtigen Beitrag zur Arbeit der Einsatzkräfte weggenommen. Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit hat er noch ein Verbot der Schutzhundeausbildung erlassen. „Böser Hund“, möchte man sagen. Jetzt werden sich die grünen Geschwister auf den Bänken hier fragen, warum unsereins österreichische 22.05.2025 Themen anbringt. Dieses Verbot ist für uns, die wir für den Erhalt von Kulturgut und die Eigenverantwortung freier Bürger stehen, ein Menetekel, das uns zur Vorsicht mahnt. Der Gebrauchshundesport oder auch Schutzhundesport ist einer der ältesten Hundesportarten. Seit über 120 Jahren wird er in Deutschland betrieben. Der Gebrauchshundesport ist somit Tradition, damit Kultur und ausgesprochen unterstützenswert. Während wir also auf der einen Seite hierzulande den richtungsweisenden Entscheid haben, den Gebrauchshundesport zu erhalten, wird er in der Alpenrepublik von den Austro-Ökos verboten. Doch wir sollten uns dabei nicht in falscher Sicherheit wähnen. Lobbyorganisationen wie die Tierrechtsfundamentalisten von PETA fordern ein solches Verbot auch in Deutschland. Und wer um die Verzahnung solcher vermeintlicher NGOs mit den Grünen weiß, der kann erahnen, welche Gefahren unserem Hundesport auch hier drohen. In Österreich haben es die Grünen und ihr Vorfeld geschafft, ein Horrorszenario von irren Hundehaltern, die ihre Hunde scharfmachen, in die Köpfe der Öffentlichkeit zu projizieren, was bar jeder Grundlage ist. Tatsächlich sorgt die professionelle Ausbildung von Hunden – und sei es nur die Ausbildung zum Begleithund – für Gefahrenprävention und Führigkeit jedweden Hundes, sei es Dackel oder Dogge. Sollte solche Propaganda auch hier einmal Einzug halten, lassen Sie sich gesagt sein: nicht mit der AfD. (Beifall von der AfD – Zurufe von Julia Kahle- Hausmann [SPD] und René Schneider [SPD]) Hundetrainer im Gebrauchshundewesen leisten auch einen nicht genug wertzuschätzenden Beitrag für die Hunde von Polizei und Militär. Sowohl das österreichische Innenministerium als auch das Bundesheer warnen vor den Folgen des Verbots. Daher müssen wir mit diesem Antrag ein Zeichen setzen – ein Zeichen für den Erhalt von Kulturgut, ein Zeichen für den Tierschutz, ein Zeichen für alle Menschen, die mit Hunden leben und arbeiten. Zu guter Letzt setzen wir ein Zeichen für den treuesten Begleiter des Menschen. Da ich weiß, dass Sie unserem Antrag ohnehin nicht zustimmen werden, weil Sie die AfD in parlamentarischer Zwingerhaltung lassen wollen, (Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE]) teile ich zum Schluss noch Worte, die Franz von Assisi zugeschrieben werden: Dass mir der Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde. Der Hund blieb mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD) Landtag
