Anke Fuchs-Dreisbach
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Herr Klute, das war zum Schluss sehr humorvoll – (Beifall von der CDU) sehr laut und sehr humorvoll. Lassen Sie mich aber erst einmal sagen, dass Ihre neue Kampagne „NRW muss funktionieren“ in diesem Fall nicht funktioniert hat. (Thorsten Klute [SPD]: Die ist toll, oder?) Ihr Titel „Gesundheit vor Ort. Erreichbare Versorgung, wenn sie gebraucht wird“ löst bei mir erst einmal Zustimmung aus; denn natürlich wollen wir alle eine gut erreichbare, qualitativ hochwertige Gesund-Landtag heitsversorgung für die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Aber genau das ist doch längst unser Anspruch. Der vorliegende Antrag benennt zwar wichtige Ziele, aber blendet doch völlig aus, dass wir viele dieser Punkte bereits konsequent umsetzen, und das in einer Qualität und regionalen Diversifizierung, die unserem vielfältigen Flächenland Nordrhein-Westfalen gerecht wird. Gesundheitsversorgung braucht regionale Antworten und keine zentralistischen Konzepte; denn Nordrhein-Westfalen besteht nicht nur aus den großen Metropolregionen, sondern auch aus wunderbaren ländlichen Regionen, in denen die medizinischen Anforderungen einfach anders sind. Genau deswegen braucht es keine pauschalen Antworten, sondern passgenaue regionale Lösungen. Die Landesregierung handelt hier längst, zum Beispiel mit der gezielten Förderung von Gesundheitsregionen. Seit Anfang 2025 wird in Köln und im Hochsauerlandkreis über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg erprobt, wie unterschiedliche Modelle die Versorgungslücken im Gesundheitssystem angepasst auf die jeweiligen Bedingungen vor Ort schließen können. In Köln liegt der Fokus auf dem Auf- und Ausbau der bezirksübergreifenden Vernetzung und einem Gesundheitsforum. Hierdurch sollen Versorgungspotenziale zwischen den Stadtvierteln ausgeglichen werden. Diese sollen durch eine verbesserte Verzahnung von haus- und fachärztlicher Versorgung erreicht werden, damit unerfüllte Bedarfe frühzeitig erkannt und angegangen werden können. Im Hochsauerland wiederum geht es darum, die Gesundheitsversorgung für Menschen mit Demenz in ländlichen Regionen durch ein mobiles Gesundheitszentrum mit interdisziplinären Teams zu verbessern. Hierdurch wird insbesondere in dünn besiedelten Gebieten eine hochwertige Versorgung gewährleistet, wodurch Krankenhausaufenthalte vermieden und Angehörige sowie Fachkräfte entlastet werden sollen. Dieses Projekt wird mit 250.000 Euro pro Jahr und Region ganz konkret gefördert. (Thorsten Klute [SPD]: Regiönchen!) Denn das ist ja unser Credo: bedarfsorientierte, passgenaue und regionale Konzepte. Wir fördern längst, was im Antrag gefordert wird. Auch bei der Digitalisierung medizinischer Angebote ist NRW kein Nachzügler, sondern eher ein Vorreiter. Daher wird das Innovationsprogramm „Gesünder.IN.NRW“ mit über 45 Millionen Euro für smarte Versorgungslösungen gefördert. Diese reichen von der digitalen Arztpraxis über Apps für Pflegende bis hin zur Vernetzung ambulanter Strukturen. 22.05.2025 Was in Ihrem Antrag als neue Forderung formuliert wird, ist schon Realität, und das nicht nur auf dem Papier, sondern mit Mitteln aus Landes- und EU-Fonds direkt in den Projekten vor Ort.
