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Dr. Martin Vincentz

AfD 22.05.2025 Sitzungen 18/95

Vielen Dank. – Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Damen und Herren! Früher war die CDU mal eine konservative Partei. Das heißt nicht etwa, auf der Stelle zu treten, sondern, die eigenen Werte durch die Herausforderungen der Zeit mit aktuellen Lösungen zu bringen. Das bedeutet vor allen Dingen, nicht ständig auf den linken Quatsch und Zeitgeist hereinzufallen – heute in Form von gendersensibler Medizin. Was wollen Sie uns eigentlich sagen? Ja, Frauen, Schwangere, Zwischengeschlechtliche sind in medizinischer Forschung, auch in Medikamentenforschung, 22.05.2025 unterrepräsentiert. Wollen Sie jetzt, dass wir häufiger kleine Kinder und Schwangere in Medikamentenversuche verwickeln? Ich hoffe nicht. Das wäre etwas, was uns weit in die düsteren Vergangenheiten auch der Landschaftsverbände hier im Lande Nordrhein-Westfalen zurückwerfen würde. Tatsache ist: Sie haben viel über Frauengesundheit gesprochen. Aber gerade Männer sind doch Vorsorgemuffel. Männer sind Behandlungsmuffel. Männer leben im Schnitt fünf Jahre weniger als Frauen. Dazu kamen von Ihnen hier heute ganz wenige Worte. (Thorsten Klute [SPD]: Weil das auch ein an- deres Thema ist!) Was Sie aber stattdessen wollen, ist mehr Bürokratie. In einem Gesundheitssystem, das jetzt schon an vielen Stellen mit dem Rücken zur Wand steht, wollen Sie weiter belasten. (Thorsten Klute [SPD]: Frauen als Belastung?) Wir diskutieren hier an dieser Stelle oft genug darüber, wo wir Bürokratie einsparen können. Beispielsweise ist die medizinische Qualität ein großes Streitthema. (Thorsten Klute [SPD]: Da schämst du dich als Mann, wenn du hörst, dass Frauen eine Be- lastung sind!) Die Messung von Qualität in Krankenhäusern bedarf viel Bürokratie. Möchten Sie dort sparen? Nein, Sie wollen noch mehr Bürokratie, aber jetzt an einem Punkt, an dem insbesondere eine weibliche Medizin offensichtlich kein Verständnis für weibliche Patienten hat. Tatsache ist doch aber – und jetzt kommen wir darauf zurück, dass Sie völlig den Punkt verfehlen –, dass Sie völlig dem Zeitgeist hinterherlaufen. Denn längst ist geschlechtergerechte Medizin doch wissenschaftlich widerlegt. Sie überrepräsentiert den Unterschied zwischen den Geschlechtern, wo er unter Umständen gar nicht besteht. Es ist doch längst belegt, dass intrageschlechtlich die Unterschiede oft viel größer sind als intergeschlechtlich. Ein Mann und ein Mann können oftmals einen Herzinfarkt ganz anders erleben als zum Beispiel Männlein und Weiblein. Der richtige Weg und die richtige Zukunft sind tatsächlich eine personalisierte Medizin, die in den Blick nimmt, dass Menschen ganz unterschiedliche Dinge unterschiedlich machen, und nicht nur das Geschlecht in den Blick nimmt. Sind Männlein und Weiblein anders? Ja. An viel zu vielen Stellen leugnen Sie, dass das so ist. Sie wissen ab und zu nicht einmal mehr, was eine Frau ist, wenn man Sie darauf anspricht, und kommen ins Rudern. Tatsache ist aber, dass einen Patienten viel mehr ausmacht als sein Geschlecht. Es geht doch nicht Landtag um einen stereotypen Mann oder eine stereotype Frau. Auch eine Frau kann einen typischen Herzinfarkt haben, ein Mann unter Umständen einen stillen. Wer weiß das denn genau? Einen Menschen macht doch viel mehr aus.

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