Christian Loose
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Vier Landtag Tote: Das ist die erschütternde Bilanz des spanischen Blackouts vom 28. April. Innerhalb von Sekunden war ganz Spanien ohne Strom. 55 Millionen Menschen waren betroffen. Spanien hatte tatsächlich noch Glück im Unglück. Das Wetter war mild; es war nicht zu warm und nicht zu kalt. Stellen Sie sich einen Wintertag vor, an dem Heizungen ausfallen, oder einen heißen Sommertag, an dem zehn Menschen in einem Fahrstuhl eingesperrt sind, der sich langsam aufheizt. In diesem wird es dann von Minute zu Minute heißer und heißer. Es gibt keinen Platz zum Sitzen; es ist eng zwischen Menschen, die sich nicht kennen. Wie lange dauert es, bis diese Situation eskaliert? Der Blackout wurde ausgelöst, als ein Umspannwerk ausgefallen ist. Man muss sich das einmal vorstellen, dass ein solcher Einzelfall das gesamte Netz zusammenbrechen lässt: So fragil ist das spanische Netz inzwischen. Der Ausfall des Umspannwerkes war aber nur der Auslöser. Er war nicht die Ursache – wie bei einer Erkältung. Das Fieber schwächt Sie und lässt Sie ausfallen. Das Fieber ist der Auslöser für Ihren Ausfall. Die Ursache ist aber eben ein Virus, das die Erkältung ausgelöst hat. Spaniens Erkältung, Spaniens Krankheit ist mit dem Blackout offensichtlich geworden. Spanien ist ein Land, das massiv klassische Kraftwerke abgeschaltet hatte und dafür dann auf Photovoltaikanlagen gesetzt hat. Doch PV-Anlagen brauchen ein stabiles Netz, das mit einer Frequenz von 50 Hz schwingt. Große, träge Kraftwerke garantieren dieses stabile Netz mit ihren großen Massen. Der 28. April war in Spanien ein sonniger Tag. Mit jeder Minute lieferten die PV-Anlagen mehr Strom. Am Anfang konnte man fossile Kraftwerke noch entsprechend drosseln, damit das Angebot wieder zur Nachfrage passte. Es standen dann aber immer weniger große, träge Massen zur Verfügung, um das Netz stabil zu halten, dafür aber immer mehr PV-Anlagen, die das Netz durcheinanderbrachten. Das hatte massive Folgen. Zunächst wurde mehr Strom produziert, als benötigt wurde. Der Nachbar Frankreich konnte den überschüssigen Strom mit seinem französischen Netz irgendwann nicht mehr aufnehmen. Es kam zu einem Frequenzanstieg. Es kam zu Unregelmäßigkeiten bei der Blindleistung, und dann – puff – ist das Umspannwerk ausgefallen. Zudem schalteten sich PV-Anlagen ab einer Frequenz von 50,2 Hz aus. Plötzlich fehlten eine ganze Menge von Stromerzeugern und nicht nur die stabile Frequenz. Die Industrie wiederum schaltete ab, weil die Maschinen kaputt gehen, wenn die Frequenz zu stark von den 50,0 Hertz abweicht. Schließlich schalten dann die Kernkraftwerke ab, um wiederum ihre eigenen Kraftwerke zu schützen. Insgesamt entstand eine nicht mehr zu beherrschende Situation, und Spanien erlebte den Blackout. 21.05.2025 Eine kleine Anekdote: Wäre das in Deutschland vor dem Kernkraftausstieg passiert, wären die letzten sechs Kernkraftwerke nicht ganz ausgeschaltet, sondern in einen Inselbetrieb gefahren worden und hätten das Netz Stück für Stück wieder aufbauen können. Die entsprechenden spanischen Kernkraftwerke konnten das nicht, denn das einzige Kraftwerk, das es gekonnt hätte, war in Revision. In Spanien musste dieses Hochfahren dann unter anderem über das französische Netz und über französische Kernkraftwerke erfolgen. Was in Spanien passiert ist, kann auch in Deutschland passieren, denn die Regierung macht denselben Fehler: Ausbau von Windindustrieanlagen und PV-Anlagen, die beide keinen positiven Beitrag zur Stabilisierung des Netzes erbringen. Vielmehr sind deren Wechselrichter darauf ausgerichtet, dass andere, klassische Kraftwerke ein solches stabiles Netz zur Verfügung stellen. Deshalb wird es Zeit, dass wir an unsere Bürger, an unsere Unternehmen in NRW denken. Unsere Unternehmen zahlen schon jetzt mit die höchsten Strompreise der Welt. Nun kommt auch noch die Unsicherheit des Stromnetzes hinzu. Unternehmer, die hier investieren wollen, wissen nun: Die Maschinen könnten morgen stillstehen, nicht wegen Auftragsmangel, sondern weil das Netz nicht mehr sicher ist. Die Regierung riskiert damit unseren Wohlstand, und das ausgerechnet für eine sogenannte Energiewende, die auf Wunschdenken basiert und nicht auf Physik. Spanien war die Warnung. Wie viele Tote braucht es noch? Deshalb sagen wir klar: Stopp für Windkraft- und Photovoltaikanlagen. Es muss endlich gelten: Menschenleben vor grüner Symbolpolitik. Lassen Sie uns gemeinsam verhindern, dass aus einem „Spainout“ ein „NRWout“ wird. Für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
