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Christina Weng

SPD 21.05.2025 Sitzungen 18/94

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Ohne Zweifel ist die Rehabilitationsmedizin ein unabdingbar wichtiges Element in der integrierten Versorgung. Unfälle, gerade auch mit Beteiligung des Kopfes, Schlaganfälle, chronische Erkrankungen – und zwar durch den gesamten Lebensweg, also vom Kind bis zum alten Menschen – finden sich dort wieder, wenn das Akutgeschehen vorbei ist. Rehabilitation entscheidet im wahrsten Sinne des Wortes, ob und wie jemand wieder auf die Beine kommt. Der Antrag der FDP ist in vielen Punkten durchaus nachvollziehbar. Wir wissen um die problematische wirtschaftliche Situation in beinahe allen Settings des Gesundheitswesens, und so lohnt sich der Blick auf die Bedingungen für die Stärkung der Reha in Nordrhein-Westfalen auf jeden Fall, auch eingedenk der Veränderungen, die die Krankenhausplanung noch nach sich ziehen wird. Wir kennen das Prinzip „Reha vor Rente“, „Reha vor Pflege“, und dass jeder Euro, den wir in die Rehabilitation investieren, sich fünffach für die Gesellschaft auszahlt: durch wiederhergestellte oder erhaltene Arbeitskraft, durch Reduzierung von Pflegekosten oder durch die Vermeidung einer frühzeitigen Verrentung. Das fußt in weiten Teilen auf dem ICF-Modell, das International Classification of Functioning, Disability and Health, eine Klassifikation der WHO. Ihr liegt das biopsychosoziale Modell zugrunde und klassifiziert die Komponenten Gesundheit, Körperfunktionen, Körperstrukturen, Aktivitäten und Partizipation. Auch Umweltfaktoren spielen dabei eine Rolle, und sie sollen eine einheitliche Kommunikation über die Auswirkungen von Gesundheitsproblemen unter Beachtung der gesamten Lebenshintergründe eines Menschen ermöglichen. Das bedeutet wirklich, 21.05.2025 sektorale Grenzen abzubauen – bis hin zur endgültigen Rückübernahme durch den Hausarzt. Das ist für alle Health Professionals und die Betroffenen von sehr hohem Wert. (Beifall von der SPD – Vereinzelt Beifall von der FDP) So wendet sich der Antrag in weiten Teilen an die Bundesebene, weil dort die Regelungsherkünfte liegen. Wir kennen auch die Finanzierungsherkünfte wie die Deutsche Rentenversicherung oder SGB V, SGB IX und auch andere. Daher ist dieses Modell existenziell in der Rehabilitationsrichtlinie des G-BA verankert. Das klingt bürokratisch und ruft natürlich nach Digitalisierung. Die Entschärfung von Bürokratie und die konkrete finanzielle Ermöglichung von Investitionen in Digitalisierung, letztlich auch in die vom Antrag erwähnten KI-Tools, sind aktuell einfach die Themen. Es ist gut, dass der Bund investieren kann, weil man sich auch bei diesem Thema nicht in die Zukunft spart. Die Rehaeinrichtungen als Ausbildungsorte für die Pflege sind sehr sorgfältig zu betrachten, weil Pflegeausbildung kein kostengünstiges Add-on sein darf, sondern die Einrichtungen tatsächlich qualitativ und praxisanleitend ausbilden können müssen. Diese Anforderung ist nicht trivial. (Beifall von der SPD) In Deutschland wird man Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin nach dem Abschluss eines Medizinstudiums, erteilter Approbation als Arzt plus 60 Monaten andauernder Weiterbildung. Das ist bekannt. Vielleicht beißen sich die Begriffe „Rehaklinik“ mit ihren Fachärztinnen ein bisschen mit dem Begriff des Kurortes und dem vermeintlichen Kurarzt. Reha in schöner Umgebung und Tourismus passen natürlich super zusammen. Gezuckt habe ich tatsächlich, weil in diesem Antrag noch schnell Ladenöffnungszeiten, (Heiterkeit von Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]) Sonntagsöffnungszeiten, (Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Ge- sundheit und Soziales: So sind sie halt!) auch bei den Vollversorgern, und damit die Themen „Arbeitszeit“ und „Mehrarbeit“ untergebracht werden. (Zuruf von Susanne Schneider [FDP]) – Danke, Susi. (Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Ge- sundheit und Soziales: Noch gibt es die!) Mit Blick auf mehr als eine Milliarde Überstunden in Deutschland und Rehakliniken und Psychosomatiken, die sich mit der Diagnose „Burn-out“ oder Landtag „Mental Load“ zu beschäftigen haben – bereits 2023 sprachen wir von fast über 200.000 Betroffenen mit 4,7 Millionen Krankheitstagen –, wäre ich damit sehr vorsichtig. (Zuruf von Susanne Schneider [FDP]) – Das sind vielleicht die neuen Patienten für diese Kliniken. Das machen wir so nicht. Übrigens klagt auch der Einzelhandel über Fachkräftemangel. Es gibt also spannendste Teilaspekte des Antrags, gut aufgehoben im Ausschuss. Der Überweisung stimmen wir natürlich sehr gerne zu. (Beifall von der SPD)

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