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Jens Kamieth

CDU 21.05.2025 Sitzungen 18/94

Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Die Zukunftskoalition aus CDU und Grünen arbeitet fortlaufend daran, die Rahmenbedingungen in unseren Kindertageseinrichtungen für unsere Familien, für die Kinder und für die Mitarbeitenden zu verbessern. Deswegen haben wir in den vergangenen Jahren strukturelle Voraussetzungen für eine spürbar verbesserte Finanzierung, für zusätzliche Kita-Plätze und für eine stärkere Qualitätsentwicklung geschaffen – immer mit dem Ziel, das Kindeswohl in den Mittelpunkt zu stellen. Gerade deshalb ist es gut, dass wir heute über den vorliegenden Antrag zur Rolle Künstlicher Intelligenz im Bereich der frühkindlichen Bildung sprechen. Die antragstellende Fraktion greift darin ohne Zweifel ein hochrelevantes Thema auf, denn die Dynamik der KI-Entwicklung wird nicht nur die pädagogische Praxis beeinflussen, sondern sie wirft grundsätzliche Fragen auf. Darauf müssen wir gemeinsam Antworten finden, und zwar mit der gebotenen Sorgfalt und mit Tiefgang und nicht allein mit Tempo KI ist kein Gimmick, kein Tool. Nein, KI verändert Prozesse, Interaktionen und möglicherweise sogar das pädagogische Selbstverständnis. Deshalb braucht es eine fundierte Bestandsaufnahme in der Breite und in der Tiefe. Es bedarf einer Analyse, die Orientierung schafft und auf deren Grundlage gute Entscheidungen getroffen werden können; Entscheidungen, bei denen das Kindeswohl stets im Zentrum stehen muss. 21.05.2025 Ich bin davon überzeugt, dass wir dabei aber auch die Fachkräfte – ihre Haltung, ihre Kompetenzen, ihre Perspektive – strukturell mitdenken müssen. KI kann die pädagogische Arbeit – etwa bei der Dokumentation oder bei der Gestaltung individueller Förderung – unterstützen. Genau dafür bedarf es aber tragfähiger und partizipativ entwickelter Ansätze, die über Trägergrenzen hinweg wirken und die pädagogische Qualität stärken, ohne dabei zu überfordern. Ein weiterer Punkt darf nicht übersehen werden. Die Bildungsverwaltung als solche ist ebenfalls ein Teil des Systems. Ob Meldestrukturen, Qualitätsverfahren oder operative Steuerung: Auch hier gibt es Potenziale für einen sinnvollen KI-Einsatz. Diese müssen jedoch erkannt, bewertet und sinnvoll erschlossen werden. Wer vorschnell Einzelprojekte ins Schaufenster stellt, springt – davon bin ich fest überzeugt – bei diesem richtungsweisenden Thema zu kurz. Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir brauchen ein strukturiertes und möglicherweise sogar wissenschaftlich fundiertes Vorgehen. Wir brauchen ein begleitendes Monitoring sowie eine Übersicht über bestehende Ansätze und weiße Flecken. Wir brauchen auch einen Diskurs darüber, ob und wie KI im System frühkindlicher Bildung einen echten Mehrwert für Kinder, für Fachkräfte und für eine moderne Verwaltungsstruktur schaffen kann. Das ist der Dreiklang, an den ich in diesem Zusammenhang denke. Es geht auch und insbesondere um die Frage des altersgerechten Einsatzes und der Begriffseinordnung. Gerade im Umgang mit unseren Kleinen und Kleinsten ist höchste Sensibilität gefragt. Kinder müssen lernen, selbstständig zu denken und sich ein eigenes Bild zu machen, sowie reale Interaktionen erleben. Wer in diesem Bereich mit KI arbeitet, braucht also eine pädagogische Orientierung und keine technischen Schnellschüsse. Ich denke, dass ein Austausch über Zuständigkeiten hinweghelfen kann, Potenziale besser zu nutzen und Insellösungen zu vermeiden. Politische Verantwortung bedeutet, Komplexität zu erkennen. Es geht nicht darum, Technik zu feiern, sondern darum, sie verantwortungsvoll einzusetzen. Deshalb begrüßen wir die Überweisung des Antrags an den Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend ausdrücklich. In diesem Sinne freue ich mich auf eine weitere Beratung; sachlich und offen und konstruktiv. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

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