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Dilek Engin

SPD 21.05.2025 Sitzungen 18/94

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Das versteht man an den Schulen wirklich nicht mehr: Die demokratische Opposition schafft es mit der SPD-Fraktion mit 56 Abgeordneten und 12 Abgeordneten von der FDP, gute Konzepte zur Ausbildung von Lehrkräften vorzulegen. Derweil schafft es die Ministerin mit einem ganzen Ministerium im Rücken nicht einmal, überhaupt den Anfang einer Reform zu wagen. – Das sagt alles über die Schulpolitik dieser Regierung aus. (Beifall von der SPD – Vereinzelt Beifall von der FDP) Frau Feller, wir warten auf Ihren Vorschlag; wir warten auf Ihre Reformidee für die Lehrkräfteausbildung. DER SPIEGEL schreibt: Die Hälfte der Lehramtsstudierenden in NRW bricht ihr Studium vorzeitig ab. – Die Landesregierung schreibt gar nichts, denn sie erhebt die Anzahl an Studienabbrüchen im Lehramt nicht. Das zeigt auch unsere Anfrage aus dem Jahr 2024. Das muss man sich mal vorstellen: Ohne unabhängige Studien hätten wir überhaupt keine Grundlage für eine Reform. – Dabei ist Lehrerinsein offensichtlich kein Traumberuf mehr und der Weg dahin für viele junge Menschen ein Albtraum. (Zuruf von Bianca Winkelmann [CDU]) Frau Feller, über eine Abbruchquote von 50 % können Sie doch nicht einfach hinwegsehen. Ihre Scheuklappenpolitik mag im Plenarsaal funktionieren, aber sie zerbricht an der Realität an unseren Schulen, an unseren Universitäten. Deswegen begrüße ich sehr, dass wir mit dem Antrag der FDP diese Debatte heute erneut anstoßen und auf die Themen aufmerksam machen, die wir als SPD-Fraktion schon seit Jahren kritisieren. Unser Antrag zur besseren Gewinnung von Lehrkräften wurde im letzten Jahr von CDU und Grünen abgelehnt, weil konservative Bildungspolitik nun mal bedeutet, bloß nichts zu verändern. Liebe FDP-Fraktion, wir sind uns einig, dass eine Reform der Lehrkräfteausbildung kommen muss, und sie muss grundlegend sein, sie muss Lehrerinsein wieder attraktiv machen, sie muss junge Menschen auf diesen wichtigen Beruf vorbereiten und Freude machen und sie muss fair vergütet und praxisbezogen sein. In diese Richtung gehen auch die Beschlüsse der KMK von Anfang 2024. Thüringen hat die Beschlüsse umgesetzt. Im Herbst 2024 wurde ein duales Lehramtsstudium eingeführt. Weil der Erfolg so groß ist, soll die Anzahl der Plätze jetzt deutlich erhöht werden. Der Thüringische Landtag überlegt sogar, das duale Studium zusätzlich für das Förderschullehramt einzuführen. Es ist deshalb nur konsequent, auch hier in Nordrhein-Westfalen mehr Praxis in der Lehrkräfteausbildung zu fordern. Landtag Richtig ist auch, über das aktuelle Zulassungsverfahren zu reden, denn wir wollen jedem jungen Menschen, der Lehrkraft sein will, die Chance dazu geben. Gleichzeitig müssen wir massiv Studienplätze ausbauen und gezielt viel gesprochene Herkunftssprachen als eigene Lehramtsstudiengänge fördern. Das Land muss seine Scheuklappen ablegen. Es muss zusammen mit den Universitäten Screenings zur Lehrkräfteausbildung erstellen. Wir müssen wissen, wie viele das Studium abbrechen, wann sie es abbrechen und warum sie es abbrechen. Frau Feller, unter uns: Es wäre doch besser, Sie hätten diese Zahlen selbst, statt sie irgendwann im SPIEGEL nachlesen zu müssen. Statt weiter auf schlechte Schlagzeilen zu warten, müssen wir die Lehrkräfteausbildung reformieren. (Vereinzelt Beifall von der SPD) Wir als SPD-Fraktion stehen bereit. Lehrkraft muss wieder ein Traumberuf sein, und das Studium dafür muss begeistern. Der Antrag der FDP ist keine ganzheitliche Lösung, aber er ist ein Ansatz, der es wert ist, diskutiert zu werden. Wir werden der Überweisung zustimmen. – Vielen Dank. (Beifall von der SPD)

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