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Annika Fohn

CDU 21.05.2025 Sitzungen 18/94

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zwei zentrale Aussagen im FDP-Antrag teile ich vollumfänglich, und zwar die, dass beste Bildung für alle Kinder und Jugendlichen unser oberstes Ziel ist und dass die Ausbildung unserer Lehrkräfte auf höchstem Niveau stattfinden muss. Einige Punkte aus Ihrem Antrag werden bereits durch unsere Landesregierung umgesetzt. Nicht erst jetzt beschäftigen wir uns mit den Fragen, wie wir die Ausbildungsqualität stetig verbessern können und was wir unternehmen können, um die Studierenden während des Lehramtsstudiums nicht zu verlieren. NRW stellt sich diese Fragen im Übrigen nicht allein, sondern zum Beispiel auch der Stifterverband – in diversen Veröffentlichungen – oder die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz – unter anderem in ihrem Gutachten zur Lehrkräftegewinnung und Lehrkräftebildung aus September 2023 – stellen sich diese Fragen. Schon in unserem Koalitionsvertrag steht, dass wir die Praxisanteile in einem Modellvorhaben mit enger wissenschaftlicher Begleitung erhöhen möchten, weil wir schauen müssen, ob ein stärkerer Fokus auf die Praxis zielführend ist. Denn einige Verbände und auch Bildungsexperten sehen das duale Lehramtsstudium durchaus kritisch. Angeführt wird zum Beispiel, dass ein zu starker Praxisfokus zulasten der wissenschaftlichen Tiefe und der fachlichen Ausbildung gehen könnte, also zulasten genau dessen, was bisher als zentrales Qualitätsmerkmal des deutschen Lehramtsstudiums gesehen wird. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission führt in ihrem Gutachten aus, dass vor allem entscheidend sei, einen vernünftigen Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis zu schaffen. Mit dem Eignungsund Orientierungspraktikum, mit dem Berufsfeldpraktikum, mit einem zentralen Praxissemester über ein gesamtes Schulhalbjahr hinweg wird den Studierenden ein tiefgreifender Einblick in die Schule und den Lehrerberuf ermöglicht. In Bezug auf die Studienabbrüche lässt sich feststellen, dass die Datenlage zu den Beweggründen unzureichend ist. Dies konstatiert auch der Stifterverband. Er ist der Meinung, dass eine umfassendere Datenlage benötigt werde. Ministerin Feller ist daher unter anderem stetig im Austausch mit den Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern, mit Seminar-Landtag leitungen und den Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung, um den Vorbereitungsdienst weiter zu verbessern. Ich konnte kürzlich im ZfsL in Aachen hospitieren und dort erleben, mit wie viel Engagement und pädagogischem Sachverstand die Mitarbeiterinnen die angehenden Lehrkräfte in ihrer Ausbildung begleiten, aber auch, wie reflektiert sich die zukünftigen Lehrkräfte mit ihrem Berufsfeld auseinandersetzen. Deswegen halte ich genau diesen kontinuierlichen Dialog für den richtigen Weg. Der Vorbereitungsdienst wird zudem regelmäßig evaluiert. Das Lehrerausbildungsgesetz unseres Landes regelt, dass im Abstand von fünf Jahren auch die Qualität der Lehrerausbildung evaluiert wird. Dazu wirken die Hochschulen und alle für die Lehrerausbildung zuständigen Stellen zusammen. Diese Daten werden uns sicherlich weitere Perspektiven darauf geben, wie sich die Ausbildung verbessern lässt. In den letzten drei Jahren wurden zudem bereits die Weichen gestellt, unter anderem mit dem Handlungskonzept Unterrichtsversorgung, mit der Neustrukturierung des Landesamts für Qualitätssicherung und Informationstechnologie der Lehrerausbildung, mit der Vereinfachung der Bewerbung für das Referendariat durch ein neues Portal, mit dem Lehramtsstipendium Ruhr für künftige Lehrkräfte an Schulen in herausfordernden Lagen und mit der Studienplatzoffensive. Diese Maßnahmen wirken: mehr als 7.400 zusätzlich besetzte Stellen an unseren Schulen und in diesem Monat 3.480 Lehramtsanwärterinnen und -anwärter, die ihren Vorbereitungsdienst starten. Die Bekämpfung des Lehrkräftemangels und die Verbesserung der Ausbildungsqualität bleiben jedoch eine Daueraufgabe. Darüber werden wir im Ausschuss sicherlich konstruktiv diskutieren. Wir stimmen daher der Überweisung an den Ausschuss zu. (Beifall von der CDU, Frank Jablonski [GRÜNE] und Michael Röls-Leitmann [GRÜNE])

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