Susanne Schneider
Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie entscheiden Sie, in welchem Krankenhaus Sie sich behandeln lassen? Wählen Sie das nächste? Das wohl eher nur im absoluten Notfall. Oder es wird sogar für Sie entschieden. Ich bin langsam in dem Alter, in dem der eine oder andere mal über eine neue Hüfte nachdenkt oder nachdenken muss. (Zurufe: Nein! – Nein, noch lange nicht! – Hei- terkeit) Wenn ich jetzt über diese Hüfte nachdenke, schaue ich mir doch die Krankenhäuser an und frage mich: Welches Krankenhaus kann das denn am besten? – Dann entscheide ich mich doch wohl eher für ein Krankenhaus, das 1.000 Hüft-OPs im Jahr durchführt, als für ein Krankenhaus, das vielleicht nur 50 Hüft-OPs macht. Ich gucke mir die Krankenhäuser an und schaue: Haben die denn in der Orthopädie Robotik dabei, welche diese OP auch noch mit unterstützt? – Und dann würde ich sagen: Okay, dieses Krankenhaus wird es. So ist es auch mit der Krankenhausreform in Nordrhein-Westfalen. Wir brauchen mehr Qualität. Trotzdem schlagen die Emotionen hoch, wenn in Krankenhäusern bestimmte Abteilungen geschlossen werden sollen. Schnell formiert sich Protest, der sich oftmals sehr heftig äußert. Jeder, der in der Gesundheitspolitik aktiv ist, wird in letzter Zeit Anrufe, Mails und Ähnliches zu diesem Thema bekommen haben. Aus den Kommunen kommen dann noch Resolutionen dazu. Und wie so oft steckt der Teufel bekanntlich im Detail. Die Krankenhauslandschaft steht jedoch vor großen Herausforderungen: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Sicherstellung der Notfallversorgung. Zugleich befinden sich viele Krankenhäuser in einer wirtschaftlich sehr schwierigen Lage. Ein Verzicht auf eine strukturierte Krankenhausplanung ... (Unruhe)
