Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Auch ich danke den Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion für den Antrag, der ein interessantes Thema anspricht. Die Bedrohung durch die Asiatische Hornisse ist wissenschaftlich belegt und stellt eine ernsthafte Gefahr für die heimische Biodiversität dar, insbesondere für die Honigbiene. Das Vorgehen der Asiatischen Hornisse liest sich fast wie ein Horrorfilm. Sie lauert vor den Bienenstöcken und fängt ausfliegende Bienen in der Luft ab. Sie beißt den Bienen Kopf und Flügel ab und bringt den proteinreichen Thorax ins Nest, um ihre Larven zu füttern. Hornissen aus einem einzigen Hornissennest können pro Tag mehrere Tausend Bienen töten. Im Herbst dringen Asiatische Hornissen sogar oft direkt in geschwächte Bienenvölker ein und zerstören diese vollständig. Das macht, glaube ich, deutlich, welche Gefahr davon für unsere Biodiversität ausgeht. Man muss aber auch fragen, ob es ein reines Landesproblem und primäre Landesaufgabe ist, dagegen vorzugehen. Wir glauben, dass die Bekämpfung einer invasiven Art keine alleinige Aufgabe des Landes ist und wir damit auch nicht erfolgreich sein werden. Vielmehr muss es dafür eine Bundes-, nein, eigentlich eine europäische Strategie geben. Deshalb begrüßen wir die in Ihrem Antrag angesprochene Bundesratsinitiative. Wir müssen auf jeden Fall – das ist auch bei den Vorrednern schon deutlich geworden – noch mal über die Herabstufung auf EU-Ebene reden. Das halte ich nun wirklich für den falschen Weg. Die Frage ist, ob die elf in Ihrem Antrag genannten Punkte der richtige Weg sind, diese invasive Art zu bekämpfen. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Ich habe die fünf wichtigsten genannt!) Liebe Frau Kollegin Kahle-Hausmann, das ist ein großer Brocken. Wenn jedes Mal, angesichts dessen, dass es auch andere invasive Arten gibt – der Kollege Wille hat einige aufgeführt –, ein runder Tisch eingerichtet und Maßnahmen getroffen werden müssten, dann sehen wir klar die Gefahr, dass wir damit zu viel Bürokratie aufbauen. Auch wir stimmen der Überweisung zu, ebenso wie die Kollegen. Für uns als Freie Demokraten ist wichtig, dass es insgesamt mehr Bewusstsein für die Probleme und die Gefahren gibt und dass wir gerade die unteren Naturschutzbehörden noch mal deutlich für das Thema sensibilisieren. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Und Ausstatten!) 27.03.2025 Wir brauchen – das steht auch in Ihrem Antrag – bessere Meldewege und Digitalisierung, um die Nester frühzeitig zu erkennen. Wir brauchen mehr Professionalisierung bei der Nestentfernung. Wie gesagt, ich glaube, dass das Land die Kosten dafür nicht unbedingt komplett übernehmen muss. Es gibt sicherlich Versicherungen, die bei Schäden greifen etc. Man könnte vielleicht auch wie bei der Fangprämie für Nutrias eine Prämie (Lachen von Julia Kahle-Hausmann [SPD]) für die Nestentfernung aussprechen. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Für Hornissen- flügel?) Eine Unterstützung für die Allgemeinheit ist da, denke ich, sehr wichtig. Insgesamt brauchen wir mehr Forschung in dem Bereich. Auch das hat der Kollege Wille schon angesprochen. Wir müssen über alternative Bekämpfungsmethoden nachdenken. Da liegt dann der Unterschied zu den Grünen. Das Umweltbundesamt überlegt, welche Bekämpfungsmöglichkeiten zugelassen werden können, ohne dadurch andere Arten zu gefährden. Andererseits muss man natürlich sagen, dass von der Asiatischen Hornisse auch eine Gefahr für diese Arten ausgeht. Deshalb sollte man die Mittel abwägen. Insofern freue ich mich auf die weitere Beratung im Ausschuss und wünsche mir, dass wir bei dem Thema eine gemeinsame Position finden. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)
