Andreas Keith
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! In Dortmund wird ein 17-Jähriger als Notfall in eine Klinik eingeliefert: Verdacht auf Leberversagen. In Essen bricht ein 15-jähriger Schüler beim Fußballtraining mit schweren Herzrhythmusstörungen plötzlich zusammen. In Köln wird ein 19-jähriger Hobbysportler wegen einer massiven Hormonstörung behandelt. Sein Testosteronspiegel war vollständig kollabiert. Die Ursachen in allen drei Beispielen: selektive Androgenrezeptor-Modulatoren, kurz SARM. Auf TikTok und Instagram vermarkten selbsternannte Fitnessgurus diese wie Steroide wirkenden Substanzen als die schnelle Abkürzung zum Traumkörper – ohne Risiko, ohne Nebenwirkung, so die Lüge. In Wahrheit werden SARM in Hinterhöfen produziert – ohne Kontrolle, ohne Zulassung, ohne Skrupel. Es sind ungetestete Chemikalien, die die Gesundheit ruinieren. Sie können die Leber zerstören, zu Unfruchtbarkeit führen und Depressionen auslösen. Doping ist längst kein reines Problem des Profisports mehr. Im Schatten der großen Arenen, der Olympischen Spiele und von Fußballweltmeisterschaften entsteht ein unkontrollierter Schwarzmarkt mitten in unseren Fitnessstudios, mitten unter unseren Jugendlichen. Während im Spitzensport mittlerweile, und das zu Recht, mit Argusaugen kontrolliert wird, während Dopingsünder im Radsport, in der NFL oder bei Olympia öffentlich an den Pranger gestellt werden, interessiert sich im Freizeitsport kaum jemand für diese Problematik. Während die Politik beim Profidoping schnell aufhorcht, tappen wir hier im Dunkeln. Dabei sind es unsere Jugendlichen, die sich aufgrund von Körperkult und Leistungsdruck unwissend in Gefahr begeben. Im Internet gelten SARM nämlich als Wundermittel, als Geheimwaffe für den Waschbrettbauch in vier Wochen. Trotz des eindeutigen Verbots durch das Anti-Doping-Gesetz sind sie im Netz leicht verfügbar. Wer sie bestellen will, kann das mit wenigen Klicks tun. Wollen wir wirklich, dass Social Media gefährlicher für die Gesundheit werden als Drogen, dass unser Schweigen den illegalen Handel befeuert und unsere Kinder zu Versuchskaninchen skrupelloser Influencer macht, die auf Likes statt auf Gesundheit setzen? 26.03.2025 Die Forderungen, die wir heute auf den Tisch legen, sind mehr als nur Symbolpolitik. Sie sind notwendig, realistisch und hochwirksam. Erstens. Wir müssen die Händler konsequent verfolgen. Viele dieser Substanzen werden aus dem Ausland geliefert, aber es gibt auch Anbieter mit Sitz in Deutschland. Dabei erlaubt das Anti-Doping-Gesetz die Strafverfolgung schon heute. Es fehlt nur an Ressourcen und dem politischen Willen. Zweitens. Trainer, Vereinsvorstände und Übungsleiter müssen wissen, was SARM sind, wie sie wirken und welche Gefahren sie bergen. Sie müssen die Trends in den sozialen Medien kennen, um frühzeitig gegensteuern zu können. Mit klaren Handlungsempfehlungen können wir den Breitensport zum Schutzraum statt zur Gefahrenquelle machen. Drittens. Wir brauchen eine Aufklärungskampagne, die dort wirkt, wo der Schaden entsteht, also in der Lebenswelt der Jugendlichen: auf Instagram, TikTok, in den Fitnessstudios, an Schulen. Wir müssen die jungen Menschen mit Fakten, mit drastischen Bildern, mit echten Geschichten von Betroffenen erreichen, bevor der erste Klick auf den Kaufbutton erfolgt, bevor es weitere Opfer gibt. Was haben Sie im Namen der Gesundheit unseren Jugendlichen während des Coronaterrors nicht alles angetan? Sie schlossen Kinderspielplätze, verbannten Schüler in die Isolation und zwangen sie hinter Masken, nahmen jungen Menschen für fast zwei Jahre ihre Jugend und Freiheit und ließen sie als Versuchskaninchen für dubiose Impfstoffe herhalten – alles angeblich im Namen der Gesundheit. Mit unserem Antrag haben Sie heute die Möglichkeit, viele Jugendliche vor skrupellosen Fitness-Influencern und einer realen Gefahr für ihre Gesundheit zu schützen. Nur ein Bruchteil dessen, was Sie im Namen der Jugend sonst an Unsummen aus dem Fenster schmeißen und wofür Sie hier tolle Reden schwingen, kann jetzt Leben retten. Werte Kollegen, unterstützen Sie unseren Antrag, damit sich nicht noch mehr Jugendliche vergiften. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
