Dietmar Brockes
Vielen Dank, Herr Kollege. Ich habe eigentlich erwartet, dass Sie sich jetzt von Ihrer Aussage eben distanzieren. (Zuruf von Markus Höner [CDU]) Es ist natürlich so, dass der Bund der Steuerzahler gerade auf den Kostenaspekt eingeht. Deshalb haben wir ihn auch eingeladen. (Beifall von René Schneider [SPD]) Sie haben darauf verwiesen, dass es da andere Sachverständige gibt, die dazu fachlich kompetenter etwas sagen können. (Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Sie ent- scheiden über die Kompetenzen von Sachver- ständigen?) – Jetzt hören Sie doch mal zu, Sie haben doch gar keine Ahnung von dem Thema. Hören Sie doch mal auf! (Mehrdad Mostofizadeh [GRÜNE]: Ich habe zugehört! Ich bin nur aufgeregt darüber!) Herr Kollege Höner, Frau Dr. Nickel vom Bundesverband Beruflicher Naturschutz hat Ihnen fachlich genau gesagt, dass es der völlig falsche Weg ist, dass Sie hier Doppelstrukturen schaffen und höhere Verwaltungskosten erzeugen – als Fachmann in ihrem Bereich. (Markus Höner [CDU]: Das hat aber nichts mit dem Bund der Steuerzahler zu tun!) Landtag Herr Hansen vom Bund Deutscher Forstleute hat genau gesagt, wie schädlich es für das System Wald ist, wenn man das hier auseinanderreißt. (Beifall von der FDP) Somit ist in der Anhörung nachgewiesen worden, dass es genau der falsche Weg ist. (Markus Höner [CDU]: Aber da werden doch fachfremde Sachen zusammengebracht!) Es ist einfach so, dass die Bereiche fachlich zusammengehören, aber CDU und Grüne dem jeweils anderen nicht über den Weg trauen und man deshalb die Bereiche, die eigentlich zusammengehören, auseinandergerissen hat. Das ist auch in der Anhörung sehr deutlich geworden. Dort haben zwei Verbände formal der Aufteilung in zwei Landesbehörden zugestimmt. Das waren der Rheinische Landwirtschafts-Verband und der Landesjagdverband. Als wir dann aber noch mal nachgefragt haben, ist auch deutlich geworden, warum. Das ist bemerkenswert; das halte ich gerne im Protokoll noch mal fest. Herr Bernhard Conzen vom Rheinischen Landwirtschafts-Verband und Frau Nicole Heitzig vom Landesjagdverband haben sich in der Anhörung bitterböse über den Umweltminister beschwert, (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: So nämlich!) der es in zweieinhalb Jahren nicht für nötig gehalten hat, einmal das Gespräch mit den Landwirten und dem Landesjagdverband zu suchen. Das macht das Problem aus, und nur deshalb, weil er nicht bereit ist, sich mit den Fachverbänden zu unterhalten, werden hier höhere Kosten erzeugt. (Beifall von der FDP – Vereinzelt Beifall von der SPD) Herr Minister, ich finde das unsäglich. Ich muss sagen, dass das wirklich unsäglich ist, auch wenn Sie gerade mit jemandem quatschen. (René Schneider [SPD]: Die beiden verstehen sich so gut!) Biodiversität und Artenschutz in diesem Land können nur gelingen, wenn wir die Landwirtschaft und die Jägerschaft auf diesem Weg mitnehmen. (Beifall von der FDP) Deshalb muss das zusammengedacht werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen von der SPD-Fraktion, deshalb stimmen wir Ihrem Antrag zu. (Beifall von René Schneider [SPD]) Wenn Sie wollen, dass Umwelt und Landwirtschaft mittelfristig wieder zusammengelegt werden, wie Sie es in Ihrem Antrag formuliert haben, dann bin ich mir sicher, dass der Wähler 2027 dafür sorgen wird, dass 19.02.2025 diese Bereiche wieder zusammenkommen. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP und der SPD – René Schneider [SPD]: Landtagswahlkampf! – Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Dietmar on fire! – Weitere Zurufe von der SPD)
