Franziska Müller-Rech
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die Förderung von Mehrsprachigkeit ist zweifellos ein wichtiges Anliegen in unserer vielfältigen Gesellschaft. Und diese Förderung kann die Bildungschancen von Kindern verbessern, die zu Hause nicht Deutsch sprechen. Das steht völlig außer Frage. Es ist jedoch entscheidend, in dieser Debatte ehrlich und realistisch zu bleiben, besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen an unseren Schulen. Wir haben heute Morgen zum Beispiel ausgiebig über das Thema „Gewalt“ gesprochen, aber auch über den Lehrkräftemangel, generell den Fachkräftemangel, mangelnde Digitalisierung. Die Schulen haben wirklich alle Hände voll zu tun. Der Antrag der SPD-Fraktion verfolgt sehr ambitionierte Ziele. Solch umfassende Maßnahmen sind angesichts des akuten Personalmangels, der 30.01.2025 Belastungen, genau wegen dieser Situation an unseren Schulen nicht realistisch. Und das muss man anerkennen. Auch die Sachverständigen in der Anhörung haben Zweifel an der Machbarkeit geäußert. Das nehmen wir sehr ernst. Die Landesregierung sollte dennoch zunächst einen langfristigen und pragmatischen Fahrplan entwickeln, bevor solche umfangreichen Programme gestartet werden. Wir als FDP-Fraktion wünschen uns in diesen Zeiten – das möchte ich auch klar sagen –, in denen wir Prioritäten setzen müssen, einen klaren Fokus zunächst auf das Erlernen der deutschen Sprache. Zu viele Kinder zeigen darin Defizite, und das gefährdet akut Bildungschancen. (Beifall von der FDP) Wir müssen jetzt Prioritäten setzen und zunächst dafür sorgen, dass alle Kinder dem Unterricht folgen können. Deswegen passt dieser Antrag aus unserer Sicht leider nicht in die aktuelle Zeit, und wir lehnen ihn ab. – Vielen Dank. (Beifall von der FDP)
