Dr. Martin Vincentz
Zum einen müssen Sie dann auch richtig zitieren, wenn Sie das schon aufgreifen. Zum anderen, um das an dieser Stelle auch Landtag einzuordnen, sagen Sie damit tatsächlich – und ich finde das sehr wichtig –, dass die Arbeit beispielsweise an den bisher existierenden Sonderschulen in Nordrhein-Westfalen nicht der Norm entsprechen würde. Ganz im Gegenteil, Herr Höcke hat in seinem Interview – und er hat es im Nachgang übrigens noch mal richtiggestellt – selbst auf eine Behinderung seines Vaters hingewiesen und gesagt, dass dieser als sehbehinderter Mensch in einer Sonderschule natürlich ein deutlich besseres Lernerlebnis erfahren hätte und dort auf dem schulischen Bildungsweg unter Umständen weitergekommen wäre als in der Regelbeschulung. Damals zu der Schulzeit seines Vaters hat es das so noch nicht gegeben. Die Form von Inklusion, die aktuell betrieben wird, führt nicht dazu, dass dem Individuum am meisten geholfen wird, auch wenn das auf internationaler Ebene anders gesehen wird. Ich bin der Meinung, dass Inklusion, wie sie in Deutschland auch mit den Sonderschulen stattgefunden hat, nicht etwa menschenunwürdig war – was jetzt von internationaler Ebene behauptet würde –, sondern dass da sehr viele Sonderpädagogen eine herzerwärmende Arbeit geleistet haben. Einige Menschen – und man kann sicherlich nicht alle Behinderungen über einen Kamm scheren – sind in einer Sonderschule tatsächlich besser aufgehoben, weil ihnen persönlich da einfach besser geholfen wird. Das hier auf diese Art und Weise infrage zu stellen und mit Menschenfeindlichkeit gleichzusetzen, bläst genau wieder ins gleiche Horn, dass jeder ein Nazi ist, der nicht der eigenen Meinung ist. Entschuldigung. (Beifall von der AfD)
