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Dr. Christian Blex

AfD 29.01.2025 Sitzungen 18/86

Es gibt Entscheidungen in der politischen Geschichte, die noch lange nachhallen – und das fahrlässige Experiment der Einführung von G8 oder des sogenannten Turboabiturs im Jahr 2012 zählt zweifellos zu den verhängnisvollsten. Die damaligen Koalitionspartner Rot-Grün haben sich mit diesem Schritt gehörig verzockt und dabei nicht nur das Bildungssystem, sondern vor allem die Schüler generationenweit geschädigt. Der letzte Jahrgang des G8 wird erst dieses Jahr seine Schulzeit abschließen, wir haben bis heute mit den Konsequenzen zu kämpfen. Werfen wir einen Blick zurück auf das Chaos, das sich damals an den Schulen abspielte. Den Schülern wurde schlicht und ergreifend ein Jahr gestohlen, ohne Rücksicht auf ihre individuellen Bedürfnisse und das Bildungssystem als Ganzes. Überfüllte Klassenräume, Doppeljahrgänge und eine erschreckend unzureichende Ausstattung mit Schulmaterialien und veralteten Lehrmitteln – all das gehörte plötzlich zum Alltag. Lehrer, die mit einer völlig neuen Situation und einer extremen Mehrbelastung konfrontiert waren, kämpften verzweifelt gegen das System an. Eltern, die zusätzlich zu den schulischen Belastungen auch noch finanziell und zeitlich überfordert waren, standen 29.01.2025 umso mehr unter ständigem Druck. In der Folge wurde der Bildungsweg vieler Schüler gefährdet. Hinter dieser Entscheidung steckte nicht etwa eine Bildungsreform aus Überzeugung, sondern ein rein wirtschaftlicher Kalkül: Ein Jahr weniger Schule sollte in der Theorie bedeuten, dass die Jugendlichen ein Jahr früher ins Berufsleben einsteigen, ein Jahr früher in Ausbildung oder Studium gehen und damit ein Jahr früher Steuerzahler werden – ein Plan, der nur auf Zahlen und nicht auf den realen Bedürfnissen der Schüler basierte. Und der Begriff des „Turboabiturs“ reiht sich damit ein in eine Reihe von schwachsinnigen politischen Sprachschöpfungen wie „Bazooka gegen Corona“ und „Doppel-Wumms“ – ein Paradebeispiel für die infantile Finanzrhetorik, die in manchen Kreisen des politischen Spektrums leider immer wieder auftaucht. Dieser unreflektierte Blick auf die Welt, bei dem jeder Lebensaspekt einzig und allein durch eine wirtschaftliche Brille bewertet wird, ist ein Markenzeichen der Union und der FDP. Der von beiden Parteien betriebene Fetisch, sämtliche Aspekte des Lebens nach ökonomischen Gesetzen zu gestalten, hat sich längst nicht nur auf die Wirtschaft, sondern auch auf das Bildungswesen übertragen. SPD und Grüne, die damals mit an der Regierung waren, erkannten schnell, wie sich solche Maßnahmen dazu eignen, autoritäre Eingriffe in das Bildungssystem zu legitimieren und die Kontrolle darüber zu gewinnen. Doch, wie so oft bei politischen Schnellschüssen, scheiterte dieses „Wunderwerk“ kläglich. Die Scherben dieses gescheiterten Experiments liegen nun vor uns – und die Kosten tragen wir alle, der Steuerzahler muss dafür geradestehen. Denn nicht nur die fehlende Anpassung an die individuellen Bedürfnisse der Schüler war fatal, sondern auch die völlig überzogenen Unterrichtsinhalte, die viele von ihnen schlicht überforderten. Statt schneller und effizienter in die Berufswelt zu strömen, wie es sich die Planer erhofft hatten, gab es eine Zunahme an Sitzenbleibern und eine deutliche Verschlechterung der allgemeinen Studierfähigkeit, ein Thema, was heute immer noch von größter Relevanz ist, wie selbst der Philologenverband kürzlich erkannte. Die Abiturienten, die eigentlich schneller fertig werden sollten, waren alles andere als „schneller“ – sie hatten schlicht und ergreifend nicht genug Zeit, um sich die nötigen Fähigkeiten und Kenntnisse anzueignen. Und was war der finanzielle Preis dieser gescheiterten Reform? 38 Millionen Euro, die in die „schnelleren“ Abiturjahrgänge flossen, oder 57 Millionen Euro, um den G8-„Erfolg“ zu „stützen“. Dies mag für manche als ein Klacks angesichts eines ohnehin riesigen Bildungshaushalts erscheinen, aber es ist die gleiche Mentalität, die auf den Landtag Steuerzahler stets als Selbstverständlichkeit setzt, während die Schüler und Lehrer die wahren Verlierer sind. Die Folgen dieser rot-grünen Ideologie und ihrer schnellen Reformen sind heute noch spürbar – und das ist nicht nur bedauerlich, sondern vor allem das Resultat einer völlig falsch ausgerichteten Bildungspolitik. Die Verantwortung dafür tragen alle, die diese Politik mitgetragen haben – und sie tragen sie noch heute. 29.01.2025 Landtag Anlage 3 Zu TOP 15 – Gesetz zur Änderung des Ausführungsgesetzes NRW Glücksspielstaatsvertrag – zu Protokoll gegebene Rede

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