Dietmar Brockes
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Rüße, wenn Sie auf mich setzen, setzen Sie immer auf den Richtigen. Dann machen Sie gar nichts falsch. (Beifall von der FDP) Lieber Kollege Rüße, ich muss wirklich sagen: Der vorgelegte Antrag hat viele positive Aspekte – (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Nor- wich Rüße [GRÜNE]: So ist es nämlich! – Zu- ruf von Dr. Gregor Kaiser [GRÜNE]) jetzt kommt natürlich das Aber; da bin ich bei der Kollegin Kahle-Hausmann –, er wirft aber auch viele Fragen auf. Deshalb kann ich auch Ihr heutiges Beratungsverfahren nicht verstehen. Die FDP-Fraktion steht solchen Gedanken immer sehr positiv gegenüber, erst recht dann, wenn wir ein lokales Cluster und gerade die Holzwirtschaft vor Ort stärken können. Sie hätten diesen Antrag heute aber nicht zur direkten Abstimmung stellen, sondern stattdessen in den Ausschuss überweisen sollen, in den wir die einzelnen Player einladen könnten, um auch deren Meinung zu hören. (Zuruf von Dr. Gregor Kaiser [GRÜNE]) Sie sprechen zum Beispiel über den großen Anteil der privaten Waldbesitzer. Diese wurden im Vorfeld allerdings gar nicht kontaktiert. Das zeigt, dass hierzu noch sehr viel Skepsis besteht. Anscheinend scheuen Sie diese Debatte. Anders kann ich es mir nicht 19.12.2024 erklären, dass Sie den Antrag zur direkten Abstimmung stellen. Wir Freie Demokraten begrüßen es ausdrücklich, wenn das Cluster Forst und Holz in Nordrhein-Westfalen gestärkt wird. (Zuruf von Dr. Gregor Kaiser [GRÜNE]) Wir begrüßen, dass der Fokus auf regional angepassten Lösungen liegt. Praxisorientierte Forschung kann helfen, konkrete Handlungsempfehlungen für den Waldumbau in Nordrhein-Westfalen zu entwickeln. Wir begrüßen es, wenn die forstwirtschaftliche Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen durch neue Erkenntnisse zur klimaresilienten Waldwirtschaft sowie zur Nutzung von Ökosystemleistungen gestärkt werden kann. Wir begrüßen es, wenn durch enge Kooperationen mit dem Landesbetrieb Wald und Holz und der Fachhochschule Südwestfalen praxisnahes Wissen zügig an Forstbetriebe, Waldbesitzerinnen und -besitzer weitergegeben werden kann. Ja, Forschung kann klimaangepasstem Waldumbau, resilienten Baumarten oder der Bodengeneration helfen, Wälder langfristig als CO -Senken zu erhalten und Schäden durch Extremwetter zu minimieren. Aber die Gründung eines neuen Instituts ist mit hohen Kosten verbunden. Die Frage steht im Raum, ob die Mittel effizient eingesetzt werden, um tatsächlich Mehrwerte zu generieren. Es gibt bereits Einrichtungen wie den Landesbetrieb Wald und Holz, das Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg sowie das Forschungsnetzwerk Wald NRW. Diese können durch gezielte Investitionen in ihrer bestehenden Kapazität gestärkt werden, anstatt ein neues Institut zu gründen. Nationale und internationale Forschungsinstitute decken bereits viele Aspekte der Waldökosystemforschung ab. Eine weitere Einrichtung könnte deshalb zu Doppelstrukturen führen. Der Antrag von CDU und Grünen bleibt bei der konkreten Umsetzung leider sehr vage. Es fehlen klare Zeitpläne und definierte Ziele, um den Erfolg der Maßnahmen zu messen. Der Aufbau eines neuen Instituts ist ein langwieriger Prozess, von der Planung über die Genehmigung bis hin zur Besetzung der Stellen und zum Start der Forschung. Akute Herausforderungen des Waldumbaus können dadurch nicht rechtzeitig adressiert werden. Aber bereits bestehende und gut arbeitende Institute könnten gewährleisten, dass kurzfristig entsprechende Maßnahmen erfolgen. Meine Damen und Herren, Schwarz-Grün zeigt in ihrem Antrag auch nicht auf, ob durch Synergien Einsparungen möglich wären. Außerdem fehlt ein detaillierter Finanzierungsplan mit klaren Angaben zu den zu erwartenden Kosten. Wir verschließen uns der Debatte aber nicht. Wie gesagt, wir sehen es im Grunde positiv. Aber durch Ihr Abstimmungsverfahren heute ermöglichen Sie es Landtag leider nicht, über die von mir genannten Punkte im Ausschuss intensiver zu sprechen. Deshalb werden wir uns heute hier enthalten. (Beifall von der FDP)
