Andreas Keith
Sehr geehrte Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die FDP-Fraktion fordert in ihrem Antrag eine – Zitat – „wirtschaftliche und wissenschaftliche ‚Freiheitszone‘“ und beantragt, „überall bürokratische Hürden abzubauen.“ Das sind große Worte für eine Partei, die drei Jahre lang jeden Ampelwahnsinn mitgemacht und während Corona um Millionen Menschen eine Unfreiheitszone errichtet hat. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Oh Gott! Was für ein Einstieg!) Wem oder was gilt nun ihr wiederentdeckter Freiheitstrieb? Die Antwort lautet: Aquaponik, ein Nischenbereich, von dem mit Sicherheit 99 % der Menschen noch nie etwas gehört haben. Was ist Aquaponik? Die Aquaponik ist eine Kombination aus Fischzucht in Aquakultur und dem erdlosen Anbau von Nutzpflanzen. Die Pflanzen beziehen 05.12.2024 die Nährstoffe direkt aus dem Wasser in den Fischbecken. Ihre Wurzeln wachsen also nicht in der Erde, sondern im Wasser. Insofern ist Aquaponik ein Trend, der leider bestens in den linksgrünen Zeitungeist und damit gut zur FDP passt. Zum Mittagessen gibt es einen im Fischwasser gezogenen Salat mit einer Schale Insektenmüsli. Abends gibt es dann einen Burger mit Laborfleisch. Echte Kühe, die Gras fressen und pupsen, sind ja neuerdings eine Gefahr für den Planeten. Was für ein Wahnsinn. Wie das Vertical Farming, dessen Ausbau Sie bereits im letzten Jahr gefordert haben, wird die Aquaponik als angebliche Zukunftstechnologie gehypt und als besonders klimafreundlich beworben. Wie das Vertical Farming soll auch die Aquaponik insbesondere in städtischen Ballungsräumen zum Einsatz kommen. Darauf muss man echt mal kommen. Irgendwo muss das Gemüse wachsen, und es werden nicht die klassischen Ackerflächen sein; denn nachdem Sie seit Jahren Monokulturen für grünes Biogas und grünen Biosprit beschlagnahmen, werden diese jetzt auch noch mit Solarpaneelen vollgestellt und stehen damit für die Erzeugung von Lebensmitteln nicht mehr zur Verfügung. Das gilt im Übrigen auch für die Seen in Deutschland, die Sie aktuell mit schwimmenden PV-Anlagen zupflastern. Dass sie damit das Ökosystem See empfindlich beeinträchtigen, schert weder die Grünen noch die FDP irgendetwas. Weil die AfD solche Horrororgien wider die Natur hier als einzige Fraktion fundamental ablehnt, sind wir für Menschen, denen Naturschutz am Herzen liegt, die einzige Wahl. Das Gleiche gilt für die Landwirte. Im Gegensatz zu Großinvestoren hat der klassische Familienbetrieb bei gelbgrünen Hipsterideen nämlich das Nachsehen. Dessen Kartoffeln wachsen in der Erde, und zwar am Boden und nicht aufgestockt in die Höhe. Dessen Fleisch produziert er mit Viehzucht, nicht durch Investitionen in die neueste 3D-Lasertechnik im Silicon Valley. Ihren Antrag lehnen wir aber nicht nur aus ideellen, sondern auch aus ganz praktischen Gründen ab. Der Aufbau von Aquaponikanlagen verursacht hohe Kosten für Gewächshäuser, Fisch- und Pflanzbecken, Wasseraufbereitungsanlagen, Pumpen usw. usf. Hier muss man mit Investitionskosten im niedrigen einstelligen Millionenbereich für 500 m2 Produktionsfläche, die ca. 30 t Fischbesatz pro Jahr produzieren, rechnen. Auch die Kosten für Energie, für Heizung und Kunstlicht sind enorm. Deutschland ist für solche energieintensiven Vorhaben dank Ihrer – Zitat –: „dümmsten Energiepolitik der Welt“ nicht geeignet. Am Ende sind viele Farmen gescheitert, weil der Endkunde das beschränkte Fischsortiment nicht annahm und die hohen Preise der erzeugten Produkte nicht zahlen wollte oder auch nicht konnte. Landtag Der kommerzielle Anbau von Obst und Gemüse sowie die Aufzucht von Fischen haben keinen Platz in Ballungsräumen. Setzen Sie sich zuerst einmal dafür ein, dort günstigen Wohnraum für die Bürger zu schaffen, bevor Sie aus Oberhausen, Dortmund, Aachen oder Gelsenkirchen versuchen, die Welternährung zu sichern. Ihren ganzen Hipster- und Transformationswahnsinn machen wir auf jeden Fall nicht mit. Der kommerzielle Anbau von Gemüse, Kräutern und Obst sowie die Fischzucht gehören in die Hände derer, die damit teils seit vielen Generationen Erfahrung haben und deren Beruf auch Leidenschaft ist. Politiker sollten sich aus solchen Entwicklungen heraushalten und sich auf die Kreativität, die Innovationskraft und Erfahrung unserer Bäuerinnen und Bauern verlassen. – Herzlichen Dank. (Beifall von der AfD)
