Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Achtermeyer, Sie haben uns gerade vorgeworfen, wir wären wenig innovativ. (Tim Achtermeyer [GRÜNE]: Ja!) Dann wäre es gut, wenn Sie bei diesem Tagesordnungspunkt hierbleiben. (Beifall von der FDP) Viele aus Ihrer Fraktion und aus anderen haben mich in den letzten Tagen gefragt: Was ist denn … (Tim Achtermeyer [GRÜNE] schickt sich an, den Plenarsaal zu verlassen.) – Gute Reise, Herr Achtermeyer. (Lachen von Franziska Müller-Rech [FDP]) Dass Sie jetzt gehen, spricht für Ihren Stil. Alles gut, ich verstehe: Über andere den Stab brechen, aber selbst gehen. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP] – Ralf Witzel [FDP]: Er hat den Rucksack schon ge- packt! – Tim Achtermeyer [GRÜNE] verlässt den Plenarsaal. – Lachen von Christian Loose [AfD]) Alle, die geblieben sind, kläre ich gerne darüber auf, was Aquaponik ist. Das ist in der Tat eine sehr innovative Lösung, nämlich ein nachhaltiges Landwirtschaftssystem, das Fischzucht und Pflanzenanbau kombiniert. Aquaponik spart bis zu 90 % Wasser und reduziert den Einsatz chemischer Düngemittel. Sie ist eine ressourceneffiziente Ergänzung zur traditionellen Landwirtschaft und Fischzucht. Der geringe Wasserverbrauch und der Verzicht auf zusätzliche Düngemittel sprechen für den Einsatz dieser Methode insbesondere in Regionen mit Wasserknappheit oder hohen Umweltauflagen. Aquaponik ist ein Modellbeispiel für zukunftsweisende Kreislaufsysteme, die sowohl wirtschaftlich als auch ökonomisch nachhaltig sind. Diese Systeme integrieren Fisch- und Pflanzenproduktion, sodass Abfälle der einen Produktionslinie als Nährstoff für die andere genutzt werden können. Deshalb ist Aquaponik ein Best-Practice-Beispiel für Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit. (Beifall von der FDP) Trotz der häufig betonten Bedeutung von Nachhaltigkeit fehlt es an einer konsequenten Förderung von Projekten, die effektiv zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz beitragen könnten. Aquaponik als Hightech-Landwirtschaftsmodell bietet ein enormes Potenzial, und Nordrhein-Westfalen als Vorreiter für innovative und nachhaltige Technologien eignet sich, um dies hier zu positionieren. Landtag Auch hier bremst aber wieder einmal zu viel Bürokratie den Fortschritt aus und behindert Innovationen in der Landwirtschaft. Das gilt insbesondere im Bau- und Planungsrecht. Die Genehmigungsverfahren sind kompliziert und unklar, was vor allem Startups und Landwirte davon abhält, innovative Projekte umzusetzen. Unsere Vorschläge zur Vereinfachung beinhalten deshalb die Aufnahme kleinerer Anlagen in die verfahrensfreien Bauprojekte der Bauordnung Nordrhein-Westfalen und die Ausweitung der Innovationsklausel. Durch landwirtschaftliche Innovationshubs sollen dafür wissenschaftliche Freiheitszonen geschaffen werden. Um das große ungenutzte Potenzial von Aquaponik heben zu können, fordern wir den Abbau bürokratischer Hürden durch folgende Maßnahmen: die Einführung eines einheitlichen digitalen Portals, das die Dokumentationsanforderungen für Tierschutz, Lebensmittel und wasserrechtliche Vorgaben zentralisiert, sowie die Einführung einer risikobasierten Dokumentationspflicht für geschlossene Systeme und die Entwicklung eines standardisierten Musterplans, einem sogenannten HACCP, für kleine Aquaponikanlagen. Wir Freie Demokraten wollen zukunftsweisende Methoden der Lebensmittelerzeugung wie Aquaponik vorantreiben. Damit stärken wir den Standort Nordrhein-Westfalen, schaffen nachhaltige Wertschöpfung und bauen bürokratische Hürden konsequent ab. Das bringt unser Land nach vorne. Deshalb freue ich mich über die weiteren Beratungen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)
