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Dr. Benjamin Limbach

04.12.2024 Sitzungen 18/81

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Wir alle wissen: Digitalkompetenzen sind Schlüsselkompetenzen. Wer sie nicht hat, läuft Gefahr, digital ausgegrenzt zu werden. Daher ist die gezielte Förderung der Medienkompetenz von Seniorinnen und Senioren auch ein intensives Anliegen dieser Landesregierung. Laut Bundesstatistik sind gut 5 % der Bevölkerung im Alter von 16 bis 74 Jahren in Deutschland offline. In absoluten Zahlen sind das über 3 Millionen Menschen, Jugendliche, Erwachsene im mittleren Alter und eben auch Seniorinnen und Senioren. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen gehört etwa jeder Siebte zu den sogenannten Offlinern. Machen wir uns nichts vor: Jenseits von 80 Jahren ist der Anteil derer zunehmend größer, die nicht digital unterwegs sein können, die Hilfe brauchen, unter Umständen bei jedem einzelnen Schritt und immer wieder von Neuem. Im Gesundheitsbereich möchten wir selbstverständlich, dass jeder mündige Bürger souverän und selbstbestimmt seine elektronische Patientenakte verwalten kann, dass alle über das E-Rezept möglichst schnell und unkompliziert an die Medikamente kommen, die sie benötigen, und dass über Text- oder Videoanrufe die Verabredungen mit dem ambulanten Pflegedienst oder die Gespräche mit nahestehenden Angehörigen gemeistert werden können. Im Sozialbereich ist es uns allen natürlich ein Anliegen, dass die Chancen der Digitalisierung genutzt werden, um Barrieren zu überwinden und Teilhabe in allen gesellschaftlichen Bereichen zu ermöglichen, und dass die Menschen, die Unterstützungsbedarf haben, auch die Hilfe bekommen, die sie brauchen. Das gilt auch für den kompetenten Umgang mit Handy, Tablet und Co. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Bei der Anhörung haben die Expertinnen und Experten gute Hinweise gegeben, wie entsprechende Angebote auch im Rahmen der Daseinsvorsorge vorzuhalten sind und wie diese barrierearm, wohnortnah und zielgruppenspezifisch auszugestalten sind. Es wurde aber auch deutlich, dass viele Vorstellungen und Wünsche jenseits dessen sind, was aktuell finanziell machbar ist. Dies betrifft beispielsweise aufsuchende Assistenzen, differenzierte Angebote, Service-Punkte usw. Gleichzeitig ist zu sehen, dass es bereits zahlreiche Maßnahmen gibt, die auf eine Steigerung der Digitalkompetenz älterer Menschen abzielen. In den Kommunen gibt es eine Vielzahl altersgerechter Angebote, beispielsweise die Angebote der Volkshochschulen sowie Kurse in Begegnungszentren, Mehrgenerationenhäusern und weiteren Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege. Ebenso sind vielerorts 04.12.2024 engagierte ehrenamtliche Digitallotsen, Digitalbotschafter und Digitalpaten zu finden, genauso wie intergenerative Projekte für Jung und Alt. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt im Rahmen seiner Möglichkeiten, sei es der #DigitalCheck-NRW, sei es das Angebot der Verbraucherzentrale NRW oder sei es im Bereich der Seniorenarbeit wie beispielsweise das Förderprogramm „Miteinander – Digital“ im Volumen von 1 Million Euro jährlich. Natürlich gehört zu dieser Unterstützung die Vernetzung und Qualifizierung. Ein Beispiel dafür ist die Onlineveranstaltung „Digitale Türen öffnen – Kompetenzangebote für die Generation 60+“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales vor wenigen Wochen. Fast 100 Teilnehmende sowie Referentinnen und Referenten aus dem Banken- und Telekommunikationswesen und der Verbraucher- und Seniorenarbeit haben sich dort ausgetauscht und – noch wichtiger – voneinander gelernt. Das Netz an Unterstützungsangeboten wird kontinuierlich ausgebaut. Auch darum ist Nordrhein-Westfalen eines der ersten Länder gewesen, das dem „DigitalPakt Alter“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen beigetreten ist. Über diesen Pakt setzen sich Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft aktiv für die digitale Teilhabe älterer Menschen ein. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)

Protokoll ↗