Inge Blask
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Angesichts der späten Stunde will ich es knapp halten (Vereinzelt Beifall von der CDU) und Ihnen in der gebotenen Kürze erläutern, warum wir diesen Antrag gestellt haben und ihn für zustimmungswürdig erachten. Auf Initiative der Landesseniorenvertretung Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Förderverein der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wurde im Oktober 2023 eine Konferenz zum Thema „digitale Kompetenz und Teilhabe von Seniorinnen und Senioren“ hier im Landtag von Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Mehr als 300 Seniorenräte aus ganz Nordrhein-Westfalen haben dort von ihren Erfahrungen und ihren Problemen mit dem digitalen Leben berichtet. Der einhellige Tenor der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie der Fachleute, die dort gesprochen haben, war: Ältere Menschen, vor allem hochaltrige – das heißt, Menschen ab 80 Jahren –, haben zunehmend Probleme, mit den Anforderungen einer sich digitalisierenden Lebenswirklichkeit Schritt zu halten. Was dies im Einzelnen bedeutet, muss ich Ihnen nicht im Detail erläutern; Sie wissen es selbst. Wer nicht über einen Internetzugang und zudem über die Fähigkeit verfügt, sich im Netz sicher zu bewegen, bekommt immer mehr Probleme. Ob Gesundheitsdienstleistungen, Verwaltungsakte, Einkäufe, Buchungen, Urlaubsplanung – nur wenige Bereiche unseres Alltags sind noch komplett analog zu bewältigen. Die große und wachsende Gruppe der Seniorinnen und Senioren droht, bei dieser Entwicklung zurückzubleiben. Dieses Problem und die Erkenntnisse aus der Konferenz im vergangenen Oktober haben wir, die SPD-Fraktion, in einem Antrag mit dem Titel „Digitale Kompetenz von Seniorinnen und Senioren stärken“ und darauf aufbauend einige Lösungsansätze entwickelt. Im Juni dieses Jahres haben wir dazu dann eine Anhörung durchgeführt. Auch dort war der Tenor der Sachverständigen eindeutig: Das Problem ist da, das Problem ist groß, und der Handlungsdruck wächst. Insofern ist es aus unserer Sicht sehr schade, dass sich der Ausschuss nicht zu einer positiven Beschlussempfehlung durchringen konnte. Diese Enttäuschung werden wir auch den beteiligten Seniorenräten mitteilen und zur Kenntnis geben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, da ich auch heute eine Ablehnung seitens der regierungstragenden Fraktionen erwarte, kann ich nur an Sie appellieren, sich dieses Themas dennoch anzunehmen und Lösungen für dieses Problem zu erarbeiten. Ein möglicher Weg wäre, die Bedürfnisse und Lebenswelten 04.12.2024 der Gruppe der Seniorinnen und Senioren in der nun eingesetzten Enquetekommission zur Künstlichen Intelligenz stärker in den Blick zu nehmen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ihnen allen einen angenehmen Abend. Danke. (Beifall von der SPD)
