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Prof. Dr. Daniel Zerbin

AfD 04.12.2024 Sitzungen 18/81

Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich möchte mich an dieser Stelle erst einmal bei denjenigen Menschen bedanken, die sich beruflich und ehrenamtlich für die Betreuung, die Ausbildung und das Training unserer Kinder aufopfernd einsetzen. Diese sehr wichtige Aufgabe sollte den entsprechenden Respekt erhalten. Leider gibt es aber wie überall auch hier schwarze Schafe. Deswegen bedarf es unseres Antrags. Das Ziel muss sein, unsere Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, indem man Verfahren und Prozesse dazu weiter optimiert und professionalisiert. Nordrhein-Westfalen ist auf diesem Gebiet besonders sensibilisiert. Der Fall Lügde hat gezeigt, dass die unvorstellbare Grausamkeit Realität werden kann. Aus der Ferne fragt man sich bei der Betrachtung des Falles, wie es möglich sein konnte, dass ein pädophiler, verwahrloster älterer Mann das Sorgerecht für ein kleines Mädchen erhält. Eine Antwort darauf, dass die Behörden das ermöglichten, könnten Betriebsblindheit, mangelnder Abstand und fehlende Professionalität sein. Seit Lügde ist einiges passiert, aber ist das ausreichend? Laut einer Enquetekommission in Niedersachsen existiert ein Dunkelfeld von 97 %. Das hat man bei einer Dunkelfeldforschung herausgefunden. Es werden also 97 % der Taten nicht und nur 3 % der Taten aufgedeckt. Höchste Zahlen gibt es mit 5.065 Fällen auch in Nordrhein-Westfalen. Das sind Zahlen aus dem Bundeslagebild des Jahres 2023, die damit hochaktuell sind. Nordrhein-Westfalen ist ein Hotspot für Kindesmissbrauch. Jetzt kann man natürlich sagen, dass hier auch mehr Menschen leben. Das ist richtig. Aber sollte uns das beruhigen? Ich denke nicht. (Marcel Hafke [FDP]: Woran machen Sie es fest, dass das ein Hotspot sein soll? – Weiterer Zuruf von Christina Schulze Föcking [CDU]) – An den Zahlen. Dann überlegen Sie noch einmal. – Schaut man sich die Schutzkonzepte aus dem Sportbereich oder von kirchlichen Trägern an, erkennt man, dass vieles richtig ist. (Zuruf von Tim Achtermeyer [GRÜNE]) 04.12.2024 – Hören Sie erst einmal zu. Dann können Sie sich aufregen. (Weiterer Zuruf) Es gibt aber noch Luft nach oben, und wer aufgehört hat, besser zu werden, hat bekanntlich aufgehört, gut zu sein. Schutzkonzepte bestehen elementar aus Risikoanalysen und aus den daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen. Daran hapert es leider manchmal. Die zu schützenden Personen müssen im Vorfeld genau definiert und dann taktische und strategische Schutzziele entwickelt werden. Schon bei der Risikoanalyse braucht es explizites Fachwissen aus Kriminologie, Kriminalistik oder dem Sicherheitsmanagement. Wer wird Täter? Welche Typologien gibt es, Herr Hafke? Was sind die vulnerablen Gruppen? Welche Situation begünstigt eine Tat? Wie können entsprechende Risikohöhe und Schadensmaß eingeteilt werden usw.? Es sind ganz viele Aspekte, die wichtig sind. (Marcel Hafke [FDP]: Die sind in NRW anders, oder was?) Ein Schutzkonzept ist die DNA der Sicherheitskultur einer Organisation. Was ist jetzt das Problem? Pädagogen und Trainer sind nicht per se die geborenen Sicherheitsmanager. Ich sage es mal ein bisschen überspitzt: Katholische Theologen sind vielleicht nicht die beste Wahl, um ein Schutzkonzept für Messdiener zu entwickeln. (Zuruf von Charlotte Quik [CDU]) Schutzkonzepte müssen effizient und effektiv in der Umsetzung sein. Das ist eine Herausforderung schon für Profis. (Zuruf von Marcel Hafke [FDP]) Entsprechende Gesetze normieren, wie das Landeskinderschutzgesetz, oder das Erstellen von Schutzkonzepten lässt viel Spielraum in der Umsetzung. Die Lösung zeigt unser Antrag: qualifiziertes Personal auf Bachelorniveau mindestens auf einer höheren Ebene, zum Beispiel beim Landessportbund, Abstand und Fachwissen durch Perspektive aus dem Sicherheitsbereich, landesweite Standards und regelmäßiges Monitoring. Der Schutz unserer Kinder muss weiter vorangetrieben werden. Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und eine Professionalisierung, was den Schutz unserer Kinder angeht. Einen Schritt dazu leistet unser Antrag. Daher lade ich Sie ein, etwas für die Sicherheit unserer Kinder zu tun und unserem Antrag (Eileen Woestmann [GRÜNE]: Abzulehnen!) zuzustimmen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD) Landtag

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