Christian Loose
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Fast 25 % Wertverlust für Häuser in direkter Nähe zu Windindustrieanlagen: kein Problem, wenn Sie in einer Stadt wohnen. Infraschall, der die Gesundheit belastet: kein Problem, wenn Sie in einer Stadt wohnen. Mikroplastik, welches die Böden in der Umgebung verseucht: kein Problem, wenn Sie in einer Stadt wohnen. Aber wehe, Sie haben ein Haus auf dem Land mit dem Blick ins Grüne gekauft, weil Sie die Ruhe auf dem Land genießen wollten und ein gesundes Umfeld wünschen – ein Haus als Teil Ihrer Altersvorsorge; ein Haus für Ihre Kinder. Doch nun kommt nur 500 m von Ihnen entfernt ein 250 m hohes Windrad, und Ihr Haus hat auf einen Schlag einen Wertverlust von 50.000 Euro. Wenn Sie Glück haben, merken Sie nichts von dem Infraschall und auch nichts von dem Mikroplastik, welches vom Windrad mit dem Wind verteilt wird. Aber wenn Sie Pech haben, dann belastet Sie das alles. Möglicherweise müssen Sie auch aus einem bestimmten Grund Ihr Haus verkaufen, weil zum Beispiel Ihr Arbeitsplatz woanders sein wird, da thyssenkrupp, Ford oder Miele Sie entlassen hat und Sie etwas Neues gefunden haben. Dann müssen Sie einen Käufer suchen. Der Käufer sieht aber die Windindustrieanlage direkt vor Ihrem Haus, und er weiß, dass das Haus weniger wert ist. Immerhin hat auch das RWI in Essen dies herausgefunden. Das Ergebnis lautet: 23 % Wertverlust für Landtag Häuser, die näher als 1.000 m an einem Windrad stehen. 1.000 m waren damals die Grenze, die Sie alle auf nahezu null herabgesetzt haben. Doch jetzt gibt es eine Lösung – eine Lösung, die die Dänen schon gefunden haben. Der Betreiber einer Windindustrieanlage muss in Dänemark die Häuslebauer schlicht entschädigen oder ihnen das Haus zum Marktwert vor dem Bau der Windindustrieanlage abkaufen. Dafür wurde in Dänemark ein Gutachterausschuss gebildet. Welche Fläche legen die Dänen als betroffene Fläche fest? Die Dänen sagen, dass alle Bürger einen Anspruch haben, die in einer Entfernung der vierfachen Höhe der Windindustrieanlagen wohnen. Bei der Höhe eines Windrads von nur 200 m wäre das ein Radius von 800 m um die Anlage – oder grob 200 ha bzw. umgerechnet 300 Fußballfelder. Bei noch höheren Anlagen können schnell 100 oder 200 Häuser und mehr betroffen sein. Es könnte umgerechnet ein Schadensersatzanspruch von mehr als 5 Millionen Euro oder 10 Millionen Euro von den Anwohnern gefordert werden. Die Dänen wollen schlicht eine faire Entschädigung ihrer Bürger für den Schaden, den die Windindustrie anrichtet. Wir waren mit dem Wirtschaftsausschuss vor einem halben Jahr in Dänemark, und die Grünen staunten nicht schlecht, als die Dänen sagten, dass sie fast kein Repowering machen, weil die Entschädigung der Bürger so hoch wäre. Doch hier in NRW lassen die Klimaangstparteien den Schaden durch die Windindustrieanlagen, durch die Windindustrie weiter zu. Die Anwohner leiden, die Windlobby lacht und kassiert, und die Steuerzahler bezahlen die Windlobby. Meine Damen und Herren, es wird Zeit, dass unsere Bürger entschädigt werden: entschädigt für den Wertverlust ihrer Häuser, entschädigt für den Verlust ihrer Gesundheit, entschädigt für den Verlust ihrer Natur. Wir sollten uns am Beispiel unseres sympathischen Nachbarlands orientieren. Wir können von Dänemark mehr lernen, als auf Faxnummern zu verzichten. Hören Sie auf Ihr Herz. Stimmen Sie für unseren Antrag und damit für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
