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Dr. Martin Vincentz

AfD 03.12.2024 Sitzungen 18/80

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Es gibt Sachen, die online einfach nicht funktionieren. Da sei zum Beispiel das Bier mit Freunden erwähnt. Viele haben das bei Corona sicherlich mal versucht. Da gab es keine andere Möglichkeit. Man hat sich über Zoom oder andere Plattformen mit Freunden verabredet, um sich überhaupt mal zu sehen. Man hat dann eben mit einem alkoholischen Getränk vor dem PC gesessen. Am Ende des Tages ist dies ein zweischneidiges Schwert. Soziale Medien und andere Möglichkeiten gaukeln einem vor, man sei unter Menschen. Das ist man aber nicht. Am Ende sitzt man alleine mit seinem Bier vor dem PC. Das ist eher etwas für die Enquete „Einsamkeit“, aber nichts, was dauerhaft Spaß macht. Das andere, was nicht online funktioniert, ist beispielsweise die SPD, die ganz offensichtlich die sozialen Medien noch nicht verstanden hat. Man sieht das gerne bei YouTube, wo Videos von Ihren Reden 03.12.2024 im Durchschnitt ein paar Hundert Aufrufe haben. Wenn Sie allerdings der Meinung sind, Sie halten Reden für irgendwelche Bots, dann ist das nicht verwunderlich. Das merkt man der Qualität der Reden mitunter auch an. (Zuruf von der SPD: Boah! – Beifall von der AfD) Das Dritte, was online nicht funktioniert, ist Streetwork, Arbeit auf der Straße. Die Idee dahinter, die durchaus schon sehr alt ist, ist, dass man sich zu den Menschen hinbewegt, dass man niederschwellig und aufsuchend arbeitet. Das soll nun ins Digitale übersetzt werden. Stellen Sie sich einmal vor, Erwachsene würden ihre pubertierenden Kinder per Direktnachricht bei Instagram anschreiben, um mit ihnen über Drogen, Sexting oder Radikalisierung zu sprechen. Ich würde da eher die Polizei einschalten, aber nicht meine Briefbörse öffnen, um das auch noch finanziell zu unterstützen. (Beifall von der AfD) Sie meinen wahrscheinlich eher mobile Jugendarbeit. Das gibt es auch schon. Da ist man durchaus innovativ unterwegs. Da kann man sich Möglichkeiten schaffen und experimentieren, wie Sie in Ihrem Antrag fordern. Allerdings ist das eher das Gegenteil der klassischen Streetwork, bei der es darum geht, Menschen auf der Straße aufzusuchen. Man muss auch sagen: Gerade in Zeiten knappen Personals, gerade in Zeiten knapper Kassen, gerade in Zeiten, in denen es an vielen Stellen knapp ist – den Sozialetat besprechen wir noch –, noch weitere Töpfe zu öffnen, noch weitere Fachkräfte einstellen zu wollen, ist geradezu illusorisch. Dann müssen Sie uns erklären, woher Sie die Mittel nehmen wollen, die Sie hier mal wieder, wie die SPD es immer macht, gerne verausgaben. Am Ende des Tages wollen Sie wahrscheinlich neue Schulden aufnehmen, damit irgendwer digital zu Hause sitzt und sich da niedrigschwellig einen Kaffee kocht. (Zuruf von der AfD: Ui!) Nein, wir sind da konservativ. Wir trinken das Bier lieber in der Kneipe als vor dem PC. Wir sehen die SPD lieber in den Geschichtsbüchern als in den Parlamenten. Und wir sehen die Streetwork auf der Straße statt auf der Datenautobahn. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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