Dr. Christian Blex
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Am Anfang möchte ich auf meine Vorrednerin, Frau Zingsheim-Zobel, von den Grünen eingehen. Sie haben in Ihrer Rede wunderbar gegendert. Das ist sicher eine Fähigkeit, die ich so nicht habe. (Zuruf von Franziska Müller-Rech [FDP] – Un- ruhe) Sie haben in Ihrer Rede aber auch gesagt, dass Sie keine Ingenieurin seien. Trotzdem haben Sie sich mit sehr viel technischen Begriffen umgeben, vom Maschinenraum geredet etc. Ob das jetzt ein Verbrennermotor ist oder nicht, weiß ich nicht. (Zurufe von den GRÜNEN) Ich möchte Ihnen einen kleinen Tipp geben. Sie haben 20 Jahre nach mir in NRW Abitur gemacht, deshalb ist das wahrscheinlich nicht Ihre Schuld. Sie haben eben davon geredet, dass Energie erzeugt wird. Das ist natürlich nicht der Fall. Physikalisch wird Energie nie erzeugt. Sie ist da, sie kann nur freigesetzt werden. Das ist der Energieerhaltungssatz; den lernt man im neunten Schuljahr in der Physik, auch noch in NRW. (Zuruf von der SPD: Sehr schlau! – Weitere Zurufe) Kommen wir nach diesem kleinen Rückblick zur tatsächlichen Situation an unseren Schulen und der Umfrage. Da merkt man eins: Das Vertrauen der Lehrer … (Unruhe) – Jetzt regen Sie sich ... Ich kann doch nichts dafür, dass Sie das nicht mehr wussten. Ich wollte Ihnen ja nur helfen, Frau Zingsheim-Zobel. Das Vertrauen der Lehrer und Schulleiter in die Landesregierung nimmt ab. Es ist die Rede von realitäts-Landtag ferner Politik und einer Nichtbeachtung des tatsächlichen Schulalltags – also: im Westen nichts Neues. Den Befragten kann man jedoch wirklich keinen Vorwurf machen. Es ist schon wichtig, die Dinge notfalls immer und immer wieder auszusprechen und in die Öffentlichkeit zu bringen, während andere sie totschweigen wollen. Es ist wahr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung schert sich wenig um die tatsächliche Problembehandlung in unserem Bildungsland, denn sie weigert sich schon, diese überhaupt klar und deutlich auszusprechen. Statt ernsthafter Arbeit wird dort nämlich Augenwischerei betrieben. Wir sehen das am angeblich stattfindenden Lückenschluss im Lehrermangel. Schnell wird im Kontext des Lehrermangels jeder weitere heutzutage in der Schule auffindbare Beruf in einen Topf geworfen. Man stellt ein paar Aushilfen, Studenten, Alltagshelfer, vielleicht ein paar Hausmeister und Reinigungskräfte ein und schon hat man den Lehrermangel erfolgreich bekämpft. Dem regierungstragenden WDR gegenüber spricht Ministerin Feller diesbezüglich verallgemeinert von Beschäftigten und klopft sich auf die eigene Schulter, wenn auch zurückhaltend, denn von heute auf morgen könne das Problem des Lehrermangels ja ohnehin nicht behoben werden. Auf unsere expliziten Fragen erhalten wir dagegen von Frau Feller nicht einmal Auskunft über die fachscharfen Bedarfszahlen im MINT-Bereich. Auch der zynische Kommentar des Ministeriums über nicht besetzte Schulleiterposten, deren anfallende Aufgaben von einem Teil des Kollegiums übernommen werden, wirft Fragen auf. Während sich die schwarz-grüne Koalition also selbst beweihräuchert, freut sich die SPD über die Mehrsprachigkeit an unseren Schulen und fordert eine Verstärkung des herkunftssprachlichen Unterrichts auch im regulären Unterricht. Da müssen Sie sich nur noch auf die Sprache einigen. Ist das eher Arabisch, Türkisch, Ukrainisch? Aber das fehlt dann vielleicht noch. (Zuruf) Die FDP möchte den Schülern, die kein Deutsch und Mathe mehr begreifen, jetzt tatsächlich Aktiengeschäfte in der Schule näherbringen. Das Thema „Antisemitismus“ darf dabei natürlich nicht fehlen – das ist auch richtig so –, allerdings erwähnen Sie dabei nicht ein einziges Mal den Islamismus. Ideologie soll den Schulalltag dominieren – versteckt unter dem Deckmantel von Demokratieunterricht und nachhaltiger Entwicklung. Selbst der VBE geht nur oberflächlich auf die Problemlage ein. Das Fehlen von digitalen Endgeräten wird wohl kaum eine relevante Rolle in Sachen „Bil-14.11.2024 dungsverfall“, „Lehrermangel“ und „Unzufriedenheit in den Leitungsebenen“ spielen. Bei fehlendem deutschen Sprachvermögen hilft eben auch das modernste Tablet nicht, und – das merkt man immer wieder – in Mathematik muss man selber denken. Tatsächlich sind die desolaten sozialen Zustände an unseren Schulen eines der größten Probleme; das hat bisher keiner von Ihnen angesprochen. Ein Blick nach Baden-Württemberg zeigt: Jede fünfte Schulleitung kritisiert dort das mangelhafte Sozialverhalten der Schüler – nachvollziehbar, wenn Scharia-Polizisten, Jugendbanden und Mobbingtrupps unsere Schulhöfe terrorisieren und Eltern aus – Sie nennen es: – kulturellen Gründen vielleicht grundsätzlich Gespräche mit weiblichen Lehrern ablehnen. 94 % der Schulleiter bemängeln besonders die überbordenden Aufgabenanfälle, die den Schulen immer weiter auferlegt werden. Schule soll Sozialamt, psychologische Beratungsstelle, Eltern-, Nachmittagsund Hausaufgabenbetreuung, politische Anstalt und vieles mehr aus der grün-roten Werkzeugkiste sein. Unter solchen Bedingungen will insbesondere im Naturwissenschaftsbereich kaum einer mehr den Lehrerberuf ergreifen. Denken Sie auch an die Folgeeffekte. Was erhoffen Sie sich eigentlich davon, wenn dank Noteninflation und anhaltendem Bildungsverfall kaum noch fähige Naturwissenschaftler an den Universitäten ausgebildet werden? Wir sehen derzeit schon Prüfungserleichterungen in den MINT-Bereichen und etliche Einführungs- und Aufholkurse, weil den NRW-Abiturienten elementare Grundlagen fehlen; man hat es eben auch hier im Parlament gesehen. Die Antwort der Landesregierung auf den Mangel sind dagegen quietschbunte Online-Auftritte wie etwa „Was ist Deine LehrKRAFT?“ und Corporate-Memphis-artige Werbegrafiken. Diese sind vermutlich ausschließlich für weibliche und sich weiblich fühlende Mitglieder der Grünen Jugend interessant. Ein normaler Mensch mit naturwissenschaftlichem Interesse wird sich dadurch jedoch keineswegs zum Lehramtsstudium motivieren lassen. Die Mängelliste nimmt kein Ende. Blicken wir auf den Sanierungsstau, auf die maroden Gebäude, die fehlende Infrastruktur oder teilweise versiffte, verschimmelte und von Wasserschäden durchzogene Klassenzimmer. Seit 2022 ist die Relevanzbewertung der Schulleiter in Sachen Infrastruktur signifikant gestiegen. Erst 14 und heute 24 % der Schulleiter sehen marode Räumlichkeiten als eines der größten Probleme an. Was dagegen kaum wichtig zu sein scheint, ist das Lieblingsthema dieser Landesregierung: Fort- und Weiterbildungen. Weiterbildungen erreichen lediglich einstellige Prozentangaben in der Relevanzbewertung. Wozu auch weiterbilden, wenn die grundlegend-Landtag sten Lehreraufgaben schon nicht mehr zielführend sind und bei den Schülern nicht mehr greifen? Ihre Ignoranz, Ideologie und Untätigkeit kommen unsere Schüler bereits jetzt teuer zu stehen. Nur leider müssen Sie die Konsequenzen nicht ausbaden. Doch immer mehr Schüler sind diese Konsequenzen leid. Sie wissen, dass die einzige Partei, die sie retten kann, die AfD ist. (Beifall von der AfD)
