Katharina Gebauer
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Für junge Menschen kann die Pubertät eine herausfordernde und teils auch belastende Phase sein. Besonders schwer wird es für diejenigen, die das Gefühl haben, dass ihr biologisches Geschlecht nicht mit ihrem inneren Gefühl übereinstimmt. Diese Empfindungen sind nicht nur komplex, sondern verlangen auch unsere Unterstützung. Wir dürfen dabei nicht übersehen, wie wichtig ein behutsamer und gut begleiteter Entwicklungsprozess in dieser Phase des Lebens ist. In dieser sensiblen Zeit sind die Rolle der Eltern, die Fachkompetenz von Ärzten und eine transparente, alltagsgerechte Aufklärung der Betroffenen entscheidend. Uns ist bewusst, dass junge Menschen in dieser Lebensphase Unterstützung und Zeit brauchen. Daher brauchen wir eine informierte und einfühlsame Diskussion über die Bedürfnisse und Rechte der Jugendlichen, und keine populistischen Äußerungen, die Verunsicherung schaffen. Pubertätsblocker werden bei einem deutlich verfrühten Einsetzen der Pubertät nach Abwägung des Arztes verschrieben. Denn unbehandelt können manche Erkrankungen Folgeerkrankungen hervorbringen. Landtag Es ist bekannt, dass Pubertätsblocker in Einzelfällen auch eine Möglichkeit bieten können, um den Betroffenen Zeit für eine bewusste Entscheidung zu geben. Eine solche Behandlung ist jedoch keinesfalls leichtfertig zu verschreiben und bedarf immer einer individuellen und sehr sorgfältigen Abwägung von Risiken und Nutzen durch Ärzte. Das Wohl der Kinder und Jugendlichen muss bei jeder Entscheidung im Mittelpunkt stehen, begleitet durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern und den medizinischen Fachkräften. Die sorgfältige Abwägung und die engmaschige medizinische Betreuung sind in unserem Land gegeben. Der Gesetzgeber kommt der Verantwortung nach, die notwendigen Rahmenbedingungen für diesen Prozess zu schaffen und sicherzustellen, dass medizinische Eingriffe niemals vorschnell und unkritisch erfolgen. Das Ziel dieses Antrags ist hauptsächlich, Ängste zu schüren, anstatt sich sachlich realitätsbezogen und verantwortungsvoll mit dem Thema auseinanderzusetzen. Aus diesem Grund lehnen wir den Antrag ab und setzen weiterhin auf eine verantwortungsvolle, wissenschaftsbasierte und menschliche Herangehensweise in diesem sensiblen Thema. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
