Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Zitat: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertäts-Blocker nehmen. […] Diese Medikamente sorgen dafür, dass du nicht in die Pubertät kommst.“ Wer jetzt denkt, dass das doch sicher aus einer Neuauflage von Peter Pan – der Junge, der nicht erwachsen werden wollte – kommt, der liegt nicht ganz falsch. Das Zitat stammt vom seitens des Bundesfamilienministeriums eingerichteten Regenbogenportal. Die mit Steuergeldern finanzierte Internetplattform, gemacht für Jugendliche und Kinder, gibt Tipps, mit welchen Pillen und Spritzen Jugendliche ihre Hormonsysteme zerstören können, um zu Peter Pans verlorenen Jungs zu werden – mit dem Unterschied, dass es nicht das Familienministerium von Nimmerland, sondern das Familienministerium der Bundesrepublik Deutschland ist. Nachdem in den letzten Jahren sämtliche Beratungsstellen, Ärzte, Linke, Lehrer, Psychologen, Wissenschaftler, gekaufte Influencer und Jugendformate der Öffentlich-Rechtlichen den Jungen das Männlichsein und den Mädchen das Weiblichsein ausgeredet haben, drückt man unseren Kindern die vermeintliche Selbstbestimmung, eigenständig das Geschlecht ändern zu können, direkt selbst in die Hand. Zustimmung der Eltern? – Nicht erforderlich, denn schließlich geht es ja um Selbstbestimmung. Ein psychiatrisches Gutachten? – Nicht nötig, denn ein solches könnte ja als diskriminierend wahrgenommen werden. Vorherige Beratung braucht man Landtag nicht: Kinder sind in der Lage, sich selbst zu informieren. Was uns als Selbstbestimmung über den eigenen Körper verkauft wird, ist in Wahrheit der Versuch, auf perfide Weise unseren Kindern einzureden, sie könnten ihre Identität und biologische Tatsachen mit einem Gang zum Amt ändern und durch die Einnahme harmloser Pillen ihre Pubertät aufschieben, ohne nur auch nur eine Sekunde über die Konsequenzen nachzudenken. Aber damit ich das richtig verstehe: Wenn sich ein hilfsbedürftiger Jugendlicher von einem Arzt Chemiecocktails verabreichen lässt, um natürliche Wachstumsfunktionen außer Kraft zu setzen, dann ist das progressiv und gut. Wenn aber Eltern wollen, dass ihre Kinder die zwar stressige und verwirrende Zeit der Pubertät als normalen Teil des Erwachsenenwerdens durchleben, dann ist das kindeswohlgefährdend. Wir als AfD sagen: Unsere Aufgabe ist es, Kinder zu schützen, nicht an ihnen zu experimentieren. (Beifall von der AfD) Jugendliche durchleben häufig Phasen des Zweifelns, des Unwohlseins mit ihrem Körper und ihrer Identität. Das wissen Sie genauso gut wie ich, denn wir alle waren mal in der Pubertät, und das wissen auch die Eltern in unserem Land. Zudem belegen Studien eindeutig, dass viele dieser Identitätsfragen und Unsicherheiten vorübergehender Natur sind. In den meisten Fällen finden die jungen Menschen nach einer Weile zu sich selbst zurück. Anstatt sie jedoch durch diese schwierigen Phasen mit einer empathischen und psychologisch fundierten Begleitung zu führen, ermöglichen wir ihnen vorschnelle und irreversible Entscheidungen, deren Tragweite sie oftmals noch gar nicht vollständig erfassen können. Einmal Pubertätsblocker verabreicht, kann dies ein Leben lang drastische Auswirkungen haben: Unfruchtbarkeit, gravierende körperliche Veränderungen und schwerwiegende psychische Belastungen. Wer die natürliche Entwicklung des Menschen zum Erwachsenen werden durch einen gewagten Medikamentencocktail aufhalten will, versündigt sich an der Natur und an unseren Kindern. (Beifall von der AfD) Jetzt werden Sie sagen: Aber die Medikamente sind doch sicher von Expertengremien getestet und zugelassen. – Ja, das sind sie zur Behandlung von Prostata- und Brustkrebspatienten. Denn für nichts anderes sind diese Hormonblocker entwickelt worden. Ein Medikament, das Krebszellen bekämpfen soll, soll nun auch die natürliche Entwicklung junger Menschen bekämpfen. 13.11.2024 Wie absurd das ist, haben schon das Vereinigte Königreich, Schweden, Finnland, Norwegen, Dänemark, Frankreich und über ein Dutzend US-Bundesstaaten erkannt. Richtigerweise wurden Pubertätsblocker für Jugendliche dort stark eingeschränkt oder direkt verboten. Selbst in Deutschland ist zumindest innerhalb der Fachwelt ein deutlicher Wandel zu erkennen. So hat sich der deutsche Ärztetag im Mai dieses Jahres gegen die Verabreichung von Pubertätsblockern an Minderjährige ausgesprochen. Was Jugendliche mit Geschlechtsdysphorie am wenigsten brauchen, sind chemische Kastrationen oder Trans-OPs, die sie ihr Leben lang bereuen werden. Was sie brauchen, sind Hilfsangebote unter Einbezug der Eltern, um ihnen zu einem natürlichen Entwicklungsprozess zu verhelfen. Zum Schluss komme ich noch einmal auf den Vergleich mit Peter Pan und dem Nimmerland zurück. Dort heißt es am Ende des Buches: Alle Kinder verlassen eines Tages Nimmerland, kommen nach Hause und werden erwachsen. – Das muss auch für unsere Kinder gelten. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
