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Dr. Martin Vincentz

AfD 13.11.2024 Sitzungen 18/78

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. – Dieses Zitat wird Arthur Schopenhauer zugeschrieben, der unter der Betrachtung der aktuellen Krankenstände wahrscheinlich einfach nur in resigniertes Schweigen verfallen würde. Ein Land, das sich immer noch als wirtschaftliche Supermacht sieht, droht, an den einfachsten Grundlagen zu scheitern. Wir stehen mitten in einer Gesundheitskrise, und zwar doppelt, sowohl auf Seite der Patienten als auch auf Seite der Behandler. Doch anstatt zu handeln, beobachtet die Regierung das Elend offenbar mit stoischer Gelassenheit. Dabei sind die Fakten unübersehbar. Bereits in den ersten acht Monaten dieses Jahres haben die Krankheitsfälle neue Rekordmarken gesetzt: 225 krankheitsbedingte Ausfälle je 100 Versicherte. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern das ist der Beleg für ein Land, das sprichwörtlich auf dem Zahnfleisch geht; das unter diesen Bedingungen nicht mehr kann oder will. Aber nicht nur das, denn jeder Fehltag und jede Krankmeldung sind ein weiterer kleiner Sargnagel für unsere Wirtschaft, die dadurch jährlich 26 Milliarden Euro an Wertschöpfung verliert. Dennoch scheint diese Regierung fest entschlossen zu sein, das Land in ein wirtschaftliches Wachkoma versetzen zu wollen. Man könnte fast meinen, Sie hätten längst resigniert und nähmen es hin, dass unsere Leistungsträger schlicht ausfallen und der Wohlstand dieses Landes unaufhaltsam dahinschmilzt. Dabei wäre ein Blick auf die Ursachen dringender denn je angesagt, um endlich einen Weg aus der Misere zu finden. Psychische Erkrankungen, Stress und Burn-out sind längst Volkskrankheiten, und die Digitalisierung, die uns eigentlich entlasten sollte, treibt das Hamsterrad oft nur noch schneller an. Dank der elektronischen Krankschreibung wird es jetzt aber noch einfacher, sich krankzumelden. Das wahre Problem bleibt allerdings: Die Menschen sind schlichtweg oft am Ende ihrer Kräfte. Die Regierung reagiert darauf mit den üblichen Phrasen und mit halbherzigen Aktionen. Sie feiern Gesundheitstage und verteilen Obstkörbe, als wäre das die Lösung. Diese Symbolpolitik ist so wirkungsvoll wie ein hübsches Bärchenpflaster auf einer offenen, klaffenden Wunde. Die Ampelkoalition ignoriert derweil offenbar bewusst den Ernst der Lage. Eine Regierung, die die psychische Gesundheit ihrer Bürger vor allem in PR-Kampagnen erwähnt, zeigt deutlich, wie wenig ihr das Wohl der Menschen am Herzen liegt. Wenn Worte die Taten ersetzen, wird aus Verantwortungslosigkeit schnell eine gefährliche Ignoranz. Landtag Unser Antrag lässt hingegen an Klarheit nichts zu wünschen übrig. Wir fordern ein landesweites Monitoring, um die Ursachen des hohen Krankenstands endlich umfassend zu analysieren, denn wer keine validen Daten hat, bleibt blind, stochert im Nebel und gibt sich zufrieden. Darauf aufbauend sollen Präventionskampagnen entwickelt werden, die nicht nur auf dem Papier gut aussehen, sondern die tatsächlich etwas bewirken können. Die betriebliche Gesundheitsförderung muss nicht nur gefördert, sondern sie muss auch umfänglich ausgebaut werden. Es reicht nicht, wenn Unternehmen nur tätig werden, wenn sie sich auf der nächsten Gala gegenseitig dafür auf die Schultern klopfen können, wie toll sie das machen. Ebenso fordern wir eine flächendeckende Informationskampagne, um die Bevölkerung für die Gesundheitsvorsorge und für regelmäßige Untersuchungen zu sensibilisieren. Das ist kein Nice to have, sondern das ist eine absolute Notwendigkeit, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen und die psychische Gesundheit zu stärken. Coaching- und Therapieangebote dürfen nicht die Ausnahme sein, sondern sie müssen zum Standard gehören. Auch das zählt zu einem modernen Gesundheitsmanagement. Außerdem ist die Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsbehörden, den Unternehmen und den Bildungseinrichtungen weiter auszubauen. Ein Flickenteppich aus Einzelmaßnahmen bringt uns alle nicht weiter, sondern wir brauchen ein ganzheitliches Konzept, das alle Akteure einbindet und so endlich Wirkung entfalten kann. Diese Regierung hat die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Bürger auf eine Weise vernachlässigt, die an Fahrlässigkeit grenzt. Während wir hier debattieren, kostet der hohe Krankenstand dieses Land nicht nur Milliarden, sondern vor allem Lebensqualität und Zukunftschancen. Wenn Sie nicht länger Teil des Problems, sondern endlich ein Teil der Lösung sein wollen, dann stimmen Sie unserem Antrag zu. Gesundheit ist nicht nur eine private Angelegenheit, sondern sie ist in diesem Fall die Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft. Wer sich dem verweigert, verabschiedet sich von seiner Verantwortung als Regierung. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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