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Bernhard Hoppe-Biermeyer

CDU 13.11.2024 Sitzungen 18/78

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Die gute Nachricht vorweg: Die nachfolgenden Tagesordnungspunkte werden wahrscheinlich deutlich früher aufgerufen als vorgesehen, und das Plenum endet daher voraussichtlich früher als geplant. 13.11.2024 (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von der SPD) Ganz ehrlich: Mir erschließt sich nicht, warum die den Antrag stellende Fraktion für diese Debatte mehr als eine Stunde angesetzt hat. Es ist dabei nicht einmal so, dass das Thema nichts hergibt, im Gegenteil. Aber das Land ist für diese Frage schlicht und ergreifend nicht der zuständige Ansprechpartner. Schon allein aus diesem formalen Grund kann dem Antrag überhaupt nicht zugestimmt werden. Der Sport muss das unter sich regeln. – Punkt. Im Übrigen gefällt mir auch der Grundton des Antrags nicht. In Ihren Forderungen ist die Rede vom Landessportbund und den ihm unterstehenden Sportverbänden bzw. auch davon, dass die Landesregierung den Landessportbund anweisen solle. So funktioniert das nicht im Sportland NRW. Sport und Politik, aber auch die Sportverbände untereinander begegnen sich bei uns auf Augenhöhe. Ihr Befehlston widerspricht der in Nordrhein-Westfalen gelebten Praxis. Dass Sie in Ihrem Antrag dann auch noch die IBA, die International Boxing Association, zu ihrem Kronzeugen erheben, passt da gut ins Bild. Die IBA ist in der Sportwelt – vorsichtig formuliert – umstritten, nicht zuletzt wegen seines Präsidenten Umar Kremlew und seiner Putin-Nähe. Finanzielle Intransparenz, also Korruption, ist dabei nur einer der Vorwürfe. Die IBA ist der erste Dachverband in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees, IOC, der ausgeschlossen wurde. Um das klarzustellen: Das IOC hat kein Problem mit der Sportart Boxen, aber sehr wohl mit der IBA. Die verstörende Debatte über das Geschlecht der algerischen Boxerin Imane Khelif ist leider von Hass und Hetze bestimmt. Ihr Antrag befeuert das. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Sie schreiben, dass zweifelsfrei festgestellt wurde, dass Khelif ein biologischer Mann ist. Bei genauem Hinterfragen sind die Quellen dafür aber alles andere als zweifelsfrei. Sie sprechen in Ihrem Antrag vom Konzept des Fair Plays. Genau das vermisse ich in Ihrem Antrag. Fair Play heißt Respekt und Rücksicht gegenüber allen. Fair Play heißt Inklusion und keine Ausgrenzung. Fair Play heißt kein Betrug. Fair Play heißt Teamgeist und Unterstützung. Fair Play heißt Ehrlichkeit, dass man nicht täuscht oder absichtlich falsch spielt. Fair Play heißt auch Vorbild sein. Mit Ihrem Antrag aber spielen Sie foul. Das können und wollen wir nicht unterstützen und lehnen den Antrag daher ab. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Landtag

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