Christian Loose
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Eine Windindustrieanlage braucht in NRW eine Fläche von nur 0,46 ha. Das antwortet die Landesregierung auf Frage 66. Sie bezieht sich dabei auf eine Studie des Lobbyverbandes Fachagentur Windenergie. Jetzt können alle Bürger ganz beruhigt sein: Windindustrieanlagen brauchen kaum Platz. Zum Vergleich: Ein Fußballfeld ist mit 0,7 ha größer. Wenn so eine Windindustrieanlage eine Fläche von nur rund 0,5 ha braucht, warum möchte die Landesregierung dann ganze 61.000 ha für Windindustrieanlagen zur Verfügung stellen? Es würde für 120.000 Windindustrieanlagen reichen. (Zuruf: Der hat das Thema immer noch nicht verstanden!) Zur Info: Wir haben aktuell nicht mal 4.000 in NRW, Herr Kollege. Frau Ministerin Neubaur will also dreißigmal so viele Windräder? Dafür will sie den Platz bereits im nächsten Jahr reservieren lassen? – Aber da höre ich dann von den Grünen: Nein, nein, es sollen gar keine 120.000 Windräder werden, sondern lediglich 200 pro Jahr dazukommen. Spätestens hier sollte dem dreisatzbeherrschenden Bürger auffallen, dass etwas nicht stimmt. (Zuruf von der CDU) 200 Windräder bräuchten nach eigenen Angaben der Regierung, Herr Kollege, nur 100 ha pro Jahr, in zehn Jahren also 1000 ha, in 20 Jahren dann 2000 ha. Liebe Kollegen, auch Sie von der CDU, stellen Sie sich doch folgende Frage: Wenn ein Windrad laut Landesregierung nur 0,5 ha braucht, wofür dann 61.000 ha oder rund 90.000 Fußballfelder zur Verfügung stellen? (Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE]) 13.11.2024 Oder ist der Flächenverbrauch ... (Norwich Rüße [GRÜNE]: Unfug ist das ja! – Zuruf von Dr. Ralf Nolten [CDU]) – Das ist die Antwort der Landesregierung. Das können Sie auf Seite 38 selbst sehen: Anschließende dauerhafte Flächeninanspruchnahme. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Dreisatz!) Oder ist der Flächenverbrauch doch anders, Herr Kollege? Hier empfehle ich Ihnen eine andere Quelle – nein, keine AfD-Quelle, der würden Sie ja nicht glauben. Nehmen Sie die Studie vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die im Jahre 2015 veröffentlicht wurde – eine Studie der Regierung aus der Zeit, als die Windräder noch kleiner waren, vielleicht 150 m groß, und 2 MW an Leistung aufwiesen. Die Studie kam zu folgendem Ergebnis – Zitat –: „Als Durchschnittswert bekannter Flächenbedarfe können ca. 5 ha je MW installierter Leistung angenommen werden.“ Bei einer 2-MW-Anlage kommt man dort auf einen Flächenbedarf von 10 ha. Nochmals: Das ist eine Studie, die herausgegeben wurde von der Bundesregierung, nicht von der AfD. Der Flächenbedarf war damals also gegenüber dem Wert, den die Landesregierung aufgrund der Zahlen der Windlobby angibt, mit dem zwanzigfachen Wert angegeben. Der Grund wird auch in der Studie genannt: Die Anlagen sollten etwa einen Abstand von vier Rotordurchmessern untereinander aufweisen, damit keine – Zitat – „Abschattung“ der Windanlagen untereinander droht. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Sie haben nichts verstanden!) Welchen Einfluss, Herr Kollege, haben die Windräder denn eigentlich auf die Umwelt, auf die Umgebung – sei es durch Schall, Emissionen von Mikroplastik oder auch optische Bedrängung? Die Windlobby behauptet, es gäbe gar keine Beeinträchtigung. Auch Sie glauben das und sagen das zumindest immer wieder. Die Windlobby behauptet also, es gäbe keine Beeinträchtigung, und der Knecht der Windlobby – hier sitzend als CDU von Herrn Wüst – hat die Abstände zur Wohnbebauung zum Schaden der Anwohner dann gleich ganz gestrichen. Wir waren vor ein paar Monaten mit dem Wirtschaftsausschuss in Dänemark. Kernkraft wollten Sie alle nicht sehen – das war böse –, sondern den Erfolg der Windkraft in Dänemark. Doch dann stellte sich heraus, dass die Dänen fast nur auf dem offenen Meer bauen und vor allen Dingen kein Repowering machen. Die Argumente der Dänen verblüften die Grünen, Herr Kollege, dann doch deutlich. Landtag Die dänische Bevölkerung erhält nämlich eine Entschädigung im Umkreis der Anlagen von bis zur vieroder gar achtfachen Höhe der Windräder. Nehmen wir nur mal die vierfache Höhe. Bei 200 m hohen Windrädern wäre bei einem vierfachen Abstand von einem Windrad die betroffene Fläche umgerechnet – Sie werden staunen – 200 ha. Wenn Sie es nicht glauben: Es gibt aktuell ein Video auf X, welches sich mit den Räumungsarbeiten bei einem Windrad in Gütersloh beschäftigt. Dort ist ein Rotorflügel abgebrochen. Jetzt werden 150 ha landwirtschaftliche Fläche abgesucht, damit der Boden nicht verseucht wird, und 200 t Mais, Herr Kollege, werden komplett vernichtet, weil nicht ausgeschlossen ist, dass bei der Ernte die giftigen Stoffe aus den Windradflügeln in die Nahrungsmittel kommen. 150 ha betroffene Fläche, aber die Landesregierung spricht von einem Flächenverbrauch von 0,46 ha! (Norwich Rüße [GRÜNE]: Dagegen war Tschern- obyl ja ein Dreck!) Wenn die Landesregierung bereits bei diesen einfachen Daten, Herr Kollege, dermaßen betrügt, dann wird es schwierig, den Antworten der Landesregierung bei dieser Großen Anfrage Vertrauen zu schenken. – Für Freiheit, Wohlstand und Vernunft. Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
