Andreas Keith
Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! „Gemeinsam für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland“ – so lautet der Titel des Antrags von CDU, SPD, Grünen und FDP, den vermeintlich ach so demokratischen Fraktionen hier im Landtag Nordrhein-Westfalen. „Gemeinsam“ mit wem? Die Antwort dürfte klar sein: Gemeint sind nicht die Menschen da draußen, die Ihre Träumereien mit Steuergeldern finanzieren sollen. Wohl wissend um die Olympiaskepsis der meisten Bürger, werden die erst gar nicht gefragt. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Oh, oh!) Denn Milliarden für Sport-Events auszugeben, während Brücken, Straßen und Schulen zerfallen, kommt bei den allerwenigsten gut an. Die jüngsten Bilder aus Paris haben die Skepsis noch vergrößert: eine Eröffnungsfeier, bei der es mehr darum ging, Perversionen auszuleben, statt das Gemeinsame zwischen den Sportnationen zu betonen; ein Eröffnungs-Event, bei dem auch das übliche woke Allerlei nicht fehlen durfte: Dragqueens, nackte Sänger und eine adipöse LGBTQ-Aktivistin, die mit ihrer gotteslästerlichen Darstellung von Jesus Christus Millionen Gläubige weltweit in Schock versetzte. Respekt vor dem Christentum? Fehlanzeige. (Zuruf von Julia Kahle-Hausmann [SPD]) Meine Damen und Herren, daran ist nichts „gemeinsam“, im Besonderen hinsichtlich der christlichen Union. Das ist Spaltung. Mit der viel beschworenen Fairness war das aber auch so eine Sache. Aus Frauenboxen wurden Männer, die Frauen boxen. (Ina Besche-Krastl [GRÜNE]: Och!) Nicht zu vergessen, dass sich einige Olympioniken weigerten, israelischen Athleten die Hand zu geben. Ein Judoka aus Tadschikistan brüllte sogar „Allahu Akbar“ und zeigte den Tauhid-Finger. Es ist schon sehr bezeichnend, dass Sie alle „gemeinsam“ jetzt ausgerechnet die Schande von Paris als Blaupause für Deutschland anpreisen. (Zuruf von Norwich Rüße [GRÜNE]) 13.11.2024 Nicht falsch verstehen: Olympische Spiele sind das größte und bis auf wenige Ausnahmen in der jüngsten Vergangenheit auch eines der großartigsten Sportereignisse der Welt. Natürlich löst ein Event auch Begeisterung aus. Das ist angesichts von Inflation und Kriegsrhetorik keine Überraschung. Brot und Spiele können Ängste und Nöte vergessen machen. Es ist bedauerlich, dass dabei die olympischen Werte wie Frieden, Völkerverständigung, sportliche Fairness und Teamgeist in Vergessenheit geraten. Was heute immer mehr zählt, ist die sportliche Höchstleistung und im Besonderen das Milliardengeschäft für das Internationale Olympische Komitee. „Gemeinsam“ heißt hier, gemeinsame Sache mit Sportfunktionären vom Deutschen Olympischen Sportbund und von dem Internationalen Olympischen Komitee sowie mit Sponsoren und Beraterfirmen zu machen. Denn die allerwenigsten wissen: Auch eine gescheiterte Olympiabewerbung bringt Geld, viel Geld. Der von zwei SPDlern, Thomas Weikert und Torsten Burmester, geführte Deutsche Olympische Sportbund hat mit PROPROJEKT eine Beraterfirma, die die Olympiabewerbung begleitet. PROPROJEKT war federführend bei der Erstellung der Nationalen Strategie Sportgroßveranstaltungen, die 2021 für eine Millionensumme aus Steuermitteln zusammengeschustert wurde. PROPROJEKT werkelte an fast allen gescheiterten deutschen Olympiabewerbungen der letzten Jahrzehnte. Es gibt bis heute keine unabhängige Analyse der Gründe für diese Pleiten, von der Intransparenz und der Verschwendung von Steuermitteln ganz zu schweigen. Die gescheiterte Olympiabewerbung von NRW im Februar 2021 hat deutlich gemacht, wie intransparent das Bewerbungsverfahren ist. (Zuruf von Jens-Peter Nettekoven [CDU]) Mit der angeblichen Privatinitiative des Lobbyisten Michael Mronz ist NRW damals ordentlich auf die Nase gefallen. (Zuruf von Jens-Peter Nettekoven [CDU]) Dreieinhalb Jahre später haben Sie das anscheinend vergessen – alle „gemeinsam“. Trotz alledem pilgern DOSB und LSB-Funktionäre sowie Sportpolitiker aller Couleur zum Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, Thomas Bach, und malen ein rosarotes olympisches Bild. Das erste Problem dabei: Der Deutsche Olympische Sportbund hat noch kein fertiges Konzept und noch weniger eine offizielle Bewerbung auf den Weg gebracht. Problem Nummer zwei: Als Sie diesen Antrag geschrieben haben, gab es noch die Ampelkoalition. Die ist nun gottlob Geschichte. Solange unklar ist, wer die nächste Bundesregierung bildet, kann der Bund dem IOC aber keine Finanzierungszusage Landtag geben. Die 10 Milliarden Euro für ein zweiwöchiges Sportfest muss man sich eben leisten können; Geld, das Deutschland aufgrund Ihrer desaströsen Wirtschaftspolitik nicht hat. Wir halten fest: Es gibt keine Bewerbung, kein Konzept, keine Finanzierung aus Berlin, und die Menschen in NRW haben Sie auch nicht gefragt. Ihr Antrag ist somit hinfällig. Sie hätten wenigstens die Größe haben können, ihn zurückzuziehen. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
