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Zacharias Schalley

AfD 10.10.2024 Sitzungen 18/77

Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Um es auf den Punkt zu bringen: „Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat an einer Grundschule noch nichts verloren.“ Welcher hetzerische Rechtspopulist hat diesen menschenverachtenden Satz wohl ausgespien? Wer hätte es gewusst? Diese Feststellung stammt von der CDU, genauer von deren Generalsekretär und Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann. (Christian Loose [AfD]: Aha!) Wundersamerweise hat die CDU auch mal recht. Wenig Deutschkenntnisse bei der Einschulung führen zu erheblichen Schwierigkeiten beim Lernen und in der sozialen Interaktion. Kinder können den Unterricht schwerer verstehen, sie haben Probleme beim Lesen und Schreiben und entwickeln Leistungsrückstände. Dies führt zu Frustration, einem geringeren Selbstwertgefühl und einer eingeschränkten Teilnahme am Unterricht. Auch die soziale Integration leidet, da die Kommunikation mit Mitschülern erschwert ist. Besonders bedenklich ist: Das Problem wird immer größer. Allein im Jahr 2022 wurde bei 13,6 % der Kinder eine Sprachentwicklungsstörung diagnostiziert. Dennoch bleibt der große Wurf aus, den die CDU mit diesem Antrag anstrebt. Also doch wieder: typisch CDU. Während viele der hier formulierten Zielsetzungen unterstützenswert sind, lässt der Antrag eine Schlüsselinformation schmerzlich missen. Warum sprechen immer mehr Kinder kaum bis gar kein Deutsch, und warum brauchen immer mehr Kinder eine sprachliche Förderung? Die Antwort darauf traut sich nur die AfD auszusprechen, während die CDU um den rosa Elefanten im Raum herumtanzt. 10.10.2024 So suggeriert der Antrag, dass der pädagogische Alltag und die sogenannte alltagsintegrierte Sprachbildung die einzigen Instrumente seien, um Kindern die notwendigen Sprachkompetenzen zu vermitteln. Das ist aber nicht der Kern des Problems. Was in der Theorie gut klingt, stößt in der Praxis auf Grenzen. Fachkräfte in Kitas sind bereits stark überlastet. Eine gelungene sprachliche Förderung kann kaum mehr zusätzlich stattfinden; insbesondere dann, wenn Kinder in Einrichtungen geschickt werden, ohne ein Wort Deutsch sprechen zu können und ihre Eltern auch zu Hause kein Deutsch sprechen. Die Lage ist besonders in NRW dramatisch. Das müssten die Abgeordneten aus dem Ruhrgebiet eigentlich wissen. Dort gibt es Gebiete, in denen der Anteil von Kindern mit ausländischen Elternteilen bei deutlich über 70 % liegt. Wir reden hier nicht von Kindern hoch gebildeter Einwanderer wie die Japaner in Düsseldorf, sondern wir reden von schon nach ihren heimatlichen Standards gering Qualifizierten, meist noch aus Kulturkreisen, die eine westliche Bildung oder gar eine Integration in das Gastgeberland aus religiösen Gründen ablehnen. Auch in diesem Kontext ist Folgendes zu sehen: Aufgrund der Einführung der sogenannten Sprach-Kitas im Jahr 2016 sollte man annehmen, dass die Zahl der Kinder mit sprachlichen Defiziten bei der Einschulung signifikant gesunken sei. Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Die Einschulung von Kindern mit einem zusätzlichen sprachlichen Förderbedarf ist von 2015 bis 2022 um mehr als 50 % gestiegen, und 2015 war doch was, von dem die CDU meinte: Wir schaffen das. Ihre hochgelobten Sprach-Kitas verdeutlichen nur einmal mehr Ihre gescheiterte Integrationspolitik. Auch ein neu eingeführtes Verfahren eines landesweiten Screenings bei der Schulanmeldung wird dieses Problem nicht lösen. Zum Zeitpunkt der Schulanmeldung ist jede Förderung bereits zu spät. Zudem bleibt in Ihrem Antrag unklar, welche Maßnahmen aus den Ergebnissen abgeleitet werden sollen. Wenn es Ihnen ernsthaft um die Verbesserung der sprachlichen Bildung unserer Kinder geht, möchte ich gerne auf den Antrag meines Fraktionskollegen aus dem vergangenen Jahr verweisen. Wir benötigen ein umfassendes Sprachförderkonzept, das auf einheitlichen Sprachstandserhebungen im vorschulischen Bereich basiert. Es sind verpflichtende Vorlaufkurse für Vorschulkinder mit einem Förderbedarf „Deutsch“, die Kitas, Grundschulen und Eltern einbeziehen, sowie regelmäßige Sprachstandsprüfungen notwendig, und das alles vor dem fünften Lebensjahr. Nur so kann eine effektive Sprachförderung gelingen. Landtag Wobei: Deutsche Sprachkenntnisse sind heutzutage ohnehin überbewertet, denn die Tagesschau gibt es jetzt auch in einfacher Sprache, und in manchen Vierteln des Ruhrgebiets kommt man mit Arabisch oder Türkisch ohnehin weiter als mit Deutsch. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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