Jens Kamieth
Vielen Dank, Herr Präsident. – Sprache ist entscheidend für eine aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungsbiografie. Deshalb ist klar: Die gezielte Förderung sprachlicher Bildung unserer Kinder ist eine zentrale Bildungsaufgabe. Das gilt besonders für Kinder, die noch ganz am Anfang ihrer Sprachentwicklung stehen, und auch für Kinder, die mehrsprachig aufwachsen bzw. deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Für sie alle ist die Bildung und Unterstützung sprachlicher Kompetenzen von ganz besonderer Bedeutung. Sichere Kenntnisse in der deutschen Sprache und gute Sprachfähigkeiten sind für Kinder grundlegende Voraussetzungen für den späteren Erfolg in der Schule und im Beruf und damit für ein selbstbestimmtes Leben. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Rückmeldungen aus der Praxis zeigen dabei die Notwendigkeit auf, die bestehenden Maßnahmen zur Feststellung und Förderung kindlicher Sprachkompetenzen weiterzuentwickeln. Alltagsintegrierte Sprachförderung ist dabei das zentrale Element. Denn alltagsintegrierte Sprachbildung berücksichtigt die individuelle Sprachentwicklung von Anfang an. Aus den Beobachtungsergebnissen leitet sich eine Förderstrategie für jedes einzelne Kind ab. Kinder, die eine verstärkte Unterstützung benötigen, werden im Ergebnis häufiger gezielt durch pädagogische Maßnahmen gefördert. Aufgrund der besonderen Bedeutung von Sprachförderung war es seitens des Bundes deshalb ganz sicher nicht hilfreich, die Förderung der viel gelobten Sprach-Kitas aufzugeben. Nordrhein-Westfalen ist für den Bund eingesprungen und stellt 38 Millionen Landtag Euro pro Jahr für die Fortführung des Programms zur Verfügung. Wir liefern für unsere Kinder da, wo andere es nicht tun. Auch hier gilt: Nordrhein-Westfalen setzt sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für das Setzen der richtigen Schwerpunkte ein – und die sind Familien, Kinder und Bildung. (Beifall von der CDU) Mit dem aktuellen Haushaltsplanentwurf bleiben Kinder und Jugendliche im Fokus der Politik der Zukunftskoalition und der Landesregierung. Wir stärken die außerschulischen Bildungsorte mit einem Rekordaufwuchs im Kinder- und Jugendförderplan. Wir setzen das Kita-Helferprogramm fort. Die Mittel aus dem KiBiz übersteigen die Summe von 5 Milliarden Euro. Und ja: Wir setzen die finanzielle Förderung der Sprach-Kitas fort. Das sind nur einige von vielen Beispielen, die klarmachen, dass sich Familien und Kinder auf diese Zukunftskoalition aus CDU und Grünen und auf diese Landesregierung verlassen können. Mit dem vorliegenden Antrag geben wir zusätzliche wichtige Impulse, um die Arbeit für ein Mehr an gezielter, passgenauer Sprachförderung in der Praxis weiter zu verbessern. Wir wollen Beobachtung und Dokumentation in Kindertageseinrichtungen professionalisieren und verschlanken. Wir wollen Beobachtungsverfahren vereinheitlichen und damit die Vergleichbarkeit erhöhen. Wir wollen den Expertenaustausch zur alltagsintegrierten Sprachbildung in den Fokus nehmen und durch mehr Vernetzung stärken.
