Raphael Tigges
In Ihren Ausführungen, Frau Freimuth, haben Sie einen besonderen Schwerpunkt auf den DQR-Rahmen gelegt, und ganz viele andere Punkte wurden im Antrag angesprochen. In meinen weiteren Ausführungen wird deutlich, an welchen Stellen wir in Nordrhein-Westfalen schon unterwegs sind. Ich wollte den Rückschluss auf diesen Antrag ziehen, in dem genau diese Punkte quasi noch einmal beantragt werden. Ich habe aber den Eindruck, dass die Landesregierung mit unserem Antrag aus dem Jahr 2022 schon arbeitet und genau diese Punkte umsetzt. Deswegen wollte ich das anhand Ihrer Forderung deutlich machen. Zum Beispiel ist Ihr Punkt, die Kenntnis über die berufliche Aus- und Weiterbildung sowie die Vernetzung zu verbessern, aus meiner Sicht ebenfalls in diesem Antrag abgearbeitet worden. Wir haben der Landesregierung den Auftrag mitgegeben, Maßnahmen zu entwickeln, um die Zusammenarbeit zwischen Unis, THs, HAWs, Kammern, Verbänden und weiteren Bildungsträgern zu fördern. Sie sprechen auch davon, studienwillige MINT-Fachkräfte zu unterstützen. Auch das hatten wir mit diesem Antrag schon aufgegriffen, sogar mit einem breiteren Bezug auf die Förderung des MINT-Nachwuchses in Schulen, damit wir überhaupt erst einmal eine Basis haben, um MINT-Fachkräfte auszubilden und für eben diese Fächer zu begeistern. 12.09.2024 Darüber hinaus verfügen wir in NRW mit dem zdi – das dürfte auch bekannt sein – über das europaweit größte Netzwerk zur Förderung des MINT-Nachwuchses mit über 5.000 Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Schule und Gesellschaft, die sich auch um diese Themen kümmern. Sie wollen Studienberater für beruflich Qualifizierte. Auch da vielen Dank für den Hinweis, aber auch die Studienberatung mit all ihren Facetten haben wir in diesem Antrag erwähnt, und es ist auch klar, dass das MKW danach die Studienberatung gestärkt hat. Das war unser gemeinsames Ansinnen, und das haben wir auch auf den Weg gebracht. Dass Sie jetzt fordern, Studienberater als Ermöglicher zu etablieren, halte ich für ein bisschen vermessen. Denn damit unterstellt man quasi, dass die Studienberatungen genau das nicht ernst nehmen, nicht umsetzen oder gar keinen ganzheitlichen Ansatz haben. Das kann ich allerdings beim bestem Willen nicht erkennen. Wir haben in der Koalition vereinbart, dass wir die Studienberatung dahin gehend weiter begleiten und unterstützen. Jetzt noch mal zu dem Punkt „Sicherstellung einer einheitlichen Bewertung der DQR-Kompetenzen“. Sie zitieren dafür sogar den Koalitionsvertrag von Schwarz-Grün, in dem wir festgehalten haben, dass wir eine bessere Verzahnung von beruflicher und akademischer Aus- und Weiterbildung auf den Weg bringen wollen und die Anerkennung der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung im DQR unterstützen wollen. Auch das findet sich bereits wieder und ist politische Zielrichtung der Zukunftskoalition. Die Einordnung in die DQR-Richtlinien, die Sie hier gerade ausgeführt haben, hat eigentlich nur einen empfehlenden und Transparenz schaffenden Charakter. Die Einordnung in den DQR schafft nicht automatisch einen Hochschulzugang, sondern das liegt immer noch im Ermessen und auch in der Verantwortung einer autonom agierenden Hochschule. Wenn sich die FDP ein bisschen mehr damit beschäftigt hätte, hätte sie sich Arbeit sparen können. Denn diese Punkte werden da abgearbeitet. Schließlich möchte ich noch etwas zu Präsenz- und Fernstudiengängen sagen. Sie kritisieren, dass die meisten Universitäten in NRW ausschließlich Präsenzstudiengänge anbieten. Das ist meiner Meinung nach auch gut so. Denn ich halte es für richtig, dass unsere Hochschulen in NRW im Kern Präsenzhochschulen bleiben, mal abgesehen von der FernUni in Hagen, die zig Studiengänge im digitalen und Onlinebereich par excellence anbietet. Gleichzeitig werden heute schon digitale und hybride Formate bei Lehrveranstaltungen oder Prüfungen genutzt, weiter ausgebaut, und gerade beim Erfolgsmodell des dualen Studiums an HAWs wird in Koope-Landtag ration mit Unternehmen die Durchführung der Studiengänge mit Blick auf Arbeit und Studium in der Kombi auch weiter optimiert. Ich darf in diesem Zusammenhang – ich komme zum Ende, Herr Präsident – an die Hochschul-Digitalverordnung erinnern, die wir auf den Weg gebracht haben, um den rechtlichen Rahmen für digitales Lernen und Lehren genau zu definieren. Insofern sind wir einverstanden. Ja, IT-Fachkräfte sind wichtig. Wir müssen die Zukunft im Blick behalten und das fördern. Aber der Antrag ist im Kern nichts Neues und hilft uns hier an dieser Stelle nicht weiter. Es schadet allerdings nicht, im Ausschuss noch mal darüber zu sprechen und zu diskutieren. Deswegen freuen wir uns auch auf die Beratung im Wissenschaftsausschuss. – Herzlichen Dank. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
