Dr. Benjamin Limbach
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Vorhandenen Sexismus und vorhandene Frauenfeindlichkeit kleinzureden, ist eine der großen Stärken der AfD. Das haben Sie heute wieder bewiesen. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP – Zuruf von Andreas Keith [AfD]) Von Geschlechterfragen verstehen Sie nichts. (Beifall von der CDU, der SPD, den GRÜNEN und der FDP – Zuruf von Andreas Keith [AfD]) Ich danke dafür, dass ich zum Antrag der FDP reden darf und nicht zu den Ausführungen der Abgeordneten Landtag Seli-Zacharias reden muss; denn deren Substanz hat sich mir nicht erschlossen. (Beifall von der SPD, den GRÜNEN und der FDP) Meine Damen und Herren, die Landesregierung hat sich auf den Weg gemacht, mit geeigneten Maßnahmen IT-Talente zu wecken und Mädchen und Frauen für IT-Berufe zu begeistern. Erfahrungsgemäß interessieren sich insbesondere Mädchen dann noch stärker für MINT-Inhalte, wenn deutlich wird, dass sie einen konkreten Bezug zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen enthalten. Das ist im MINT-Unterricht grundsätzlich abgedeckt, indem darin gesellschaftliche und technische Fragestellungen aufgegriffen werden. Teamarbeit, Interaktion und Problemlösung in MINT-Kontexten und entsprechenden Berufen haben einen festen Platz im MINT-Unterricht. Bereits im Pflichtfach Informatik in den Klassen 5 und 6 werden lebensweltliche Fragestellungen und unterschiedliche, auch durch Geschlechtersozialisation geprägte Herangehensweisen, Interessen und Kenntnisse in besonderer Weise berücksichtigt. In den letzten vier Jahren sind im Rahmen einer landesweiten Weiterbildungsoffensive für das Fach Informatik in den Sekundarstufen I und II rund 2.000 Lehrkräfte erfolgreich nachqualifiziert worden. Das ermöglicht auch zukünftig den Ausbau des Informatikunterrichts an weiterführenden Schulen. Um das Interesse junger Menschen für MINT-Bildung nachhaltig zu fördern, unterstützt das Land die Zusammenarbeit von Schulen mit außerschulischen Partnern im MINT-Bereich. Solche Kooperationen können die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler durch starken Praxis- und Anwendungsbezug in vielfältiger Weise begünstigen. Die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW, abgekürzt zdi.NRW, fördert die MINT-Bildung unter Federführung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft seit 2005 über regionale zdi-Netzwerke und zdi-Schülerlabore; zdi.NRW kooperiert bereits mit 60 % aller weiterführenden Schulen. Hier sind die IT-Themen wesentlicher Bestandteil vieler Angebote. Ein Fokusthema ist zudem die Mädchenförderung. Die Kampagne „zdi-Heldinnen-Oktober“ macht weibliche Persönlichkeiten in MINT-Berufen landesweit sichtbar. Auch beim landesweiten zdi-Roboterwettbewerb stellen Mädchen ihr Talent für IT durch Programmierung und Bau von Robotern unter Beweis. Im Rahmen des Programms „Pakt für Informatik 2.0“ werden unter Federführung des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie Konzepte von außerschulischen Akteuren zur Stärkung von Digitalisierungs- und Informatikkompetenzen unserer Schülerinnen und Schüler gefördert. 12.09.2024 Auch die gezielten Angebote der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf NRW“ unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, sich klischeefrei und aktiv für einen Bildungs- und Berufsweg zu entscheiden. (Thorsten Klute [SPD]: Die macht ihr jetzt ka- putt! Mit dem nächsten Haushalt macht ihr die kaputt!) In dem Antrag wird unter anderem vorgeschlagen, Schülerinnen zu Mentorinnen für IT-Berufe auszubilden. Im Rahmen des Projekts „Ausbildungsbotschaftende NRW“ gehen junge Auszubildende schon jetzt in allgemeinbildende Schulen und geben den Schülerinnen und Schülern Einblicke in ihre Ausbildung. Der IT-Bereich ist hier fest im Blick. Allein an diesem Ausschnitt von Maßnahmen sehen Sie, dass wir auf dem richtigen Weg sind, mehr Mädchen und junge Frauen für eine Karriere im digitalen Bereich zu gewinnen. Diesen Weg werden wir in der Zukunftskoalition konsequent fortsetzen. – Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Zu- ruf von Thorsten Klute [SPD])
