Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Doktorspiele, Masturbationsräume – regelmäßig geraten solche fragwürdigen Kita-Konzepte in die Schlagzeilen, die erst durch die Behörden gestoppt werden müssen. Bestes Beispiel aus diesem Jahr: die katholische Kita in Kerpen. Erst nachdem wir als AfD-Fraktion das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatten, untersagte das zuständige Jugendamt die Pläne. Dieses Beispiel zeigt mehr als deutlich: Räume zur sexuellen Selbsterkundung sind schon längst keine Seltenheit mehr. Diese fragwürdige Sexualauf-11.09.2024 klärung steht mittlerweile in vielen pädagogischen Konzepten. Die Landesregierung stellt sich unwissend oder leugnet es. Sexualpädagogische Konzepte mit gesonderten Räumen zur sexuellen Selbsterforschung in Kindertagesstätten sind nicht vorgesehen, sagt sie. „Der frühpädagogische Bildungs- und Erziehungsauftrag zielt nicht auf Sexualaufklärung ab“, sagt die Landesregierung auch, und sie gibt Entwarnung. „In den Landesjugendämtern wurde in den bisherigen Prüfungen der Konzeptionen kein Fall festgestellt, in dem die rechtlichen Rahmenbedingungen im Bereich des Themenbereichs Körper und Sexualität überschritten wurden“, so eine Antwort der Landesregierung auf unsere Große Anfrage. Zu dem pädagogischen Konzept der erwähnten Kerpener Kita hieß es fast wortgleich zur Landesregierung, es gehe in keiner Weise um sexuelle Aufklärung, stattdessen solle jedes Kind Erfahrungen machen können, zum Beispiel durch Doktorspiele, bei denen es natürlich klare Regeln geben müsse und die immer mit einem wachsamen Auge von den Erzieherinnen in den Blick genommen würden – Zitat Ende. Welch eine Leistung in Doppeldenk und Neusprech! Nochmal zur Erinnerung: Die Betriebserlaubnis für eine Kita wird vom Landesjugendamt auf Basis des eingereichten pädagogischen Konzepts erteilt. Wieso steht dann etwas von Doktorspielen in deren pädagogischem Konzept, wenn Sexualaufklärung oder Masturbationsräume weder rechtlich noch pädagogisch vorgesehen sind? Wie konnte diese Kita überhaupt eine Betriebserlaubnis erhalten? Wieso wird eigentlich nicht kontrolliert, was im Laufe der Zeit ins pädagogische Konzept reingeschrieben wird? Warum erfahren Eltern von diesen Konzepten nur auf Nachfrage oder im Nachhinein etwas? Ich vermute, dass die Perversitäten, die die Schüler von Helmut Kentler mit in die nun von ihnen kontrollierten Institutionen gebracht haben, derart verbreitet sind, dass es niemanden stört. Für alle Eltern möchte ich deshalb noch mal ein paar Zitate aus besagten Konzepten vortragen, damit sie merken, was in nordrhein-westfälischen Kitas möglich ist oder geduldet wird. Zitat: Bereits Babys können Erektionen haben. Diese reflexhaften sexuellen Reaktionen sind Zeichen für eine normale emotionale und körperliche Entwicklung, in der sich das Kind wohlfühlt. Ein weiteres Zitat: Kinder sind von Geburt an sexuelle Wesen und haben ein Lustempfinden, das sie gerne ausleben, weil es Spaß macht, sich einfach gut anfühlt und manchmal auch tröstlich sein kann. Was wir den Kindern vermitteln, ist, dass Selbstbefriedigung eine intime Angelegenheit ist, die in einem Landtag geschützten und persönlichen Rahmen stattfinden kann. Derartige Konzepte gehen nicht nur weit über eine dem Alter angemessene Sexualaufklärung hinaus, sie bedrohen das Kindeswohl, schädigen die natürliche Entwicklung der Kinder und bauen Kindergärten als Schutzräume zurück. Und sie verschieben die natürlichen Schamgrenzen ganz im Sinne des pädophilen Professors Helmut Kentler und anderen Tätern. (Beifall von der AfD) Das sagen übrigens nicht nur die AfD oder zu Recht besorgte Eltern, auch viele Experten und Kinderschützer sehen die starke Einflussnahme Kentlers auf die Sexualaufklärung kritisch. Wir haben es in Anhörungen gehört. Kentler propagierte die Auffassung, dass Kinder von Geburt an sexuelle Wesen seien, deren sexuelle Lust nach dem Prinzip „Lernen durch Tun“ von Erwachsenen aktiviert werden müsse. Wir als AfD lehnen diesen Ansatz strikt ab. (Beifall von der AfD) Wir wollen nicht, dass die perversen Theorien von Pädophilen den Kita-Alltag unserer Kinder bestimmen. Wir wollen auch nicht, dass Kleinstkinder, sogar noch angeleitet durch Erzieher, irgendwelche Doktorspiele praktizieren. Unsere Kinder verdienen es, in einer sicheren Umgebung aufzuwachsen. Sexualpädagogische Konzepte dürfen nicht darauf abzielen, kindliche Sexualität zu forcieren oder Schamgrenzen zu zerstören. Stattdessen müssen wir uns auf traditionelle Werte der Sexualerziehung besinnen, die den Schutz und die natürliche Entwicklung der Kinder in den Vordergrund stellen. Zum Schluss noch Folgendes, weil es darum in einer vorherigen Debatte zum Thema „sexualpädagogische Konzepte“ ging. Die Kollegin Creuzmann von den Grünen hat mir da vorgeworfen, wir würden ein wichtiges Präventionsthema damit in den Dreck ziehen wollen. Wenn Sie mit diesem Dreck die Erkenntnisse von einem Perversen wie Helmut Kentler meinen, dann haben Sie völlig Recht. – Danke schön. (Beifall von der AfD)
