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Zacharias Schalley

AfD 04.07.2024 Sitzungen 18/70

Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Das Volk hat gesprochen: In allen relevanten Regionen, in denen das grüne Prestigeprojekt „Nationalpark“ geplant war, haben Bürgerentscheide und Kreistagsbeschlüsse sich klar gegen einen Nationalpark auf der heimatlichen Scholle ausgesprochen. Der Koalitionspartner CDU hatte diese Kröte ohnehin nur widerwillig und um der Macht willen geschluckt. Und wie es in der Politik so läuft, hat man dann die ganze Aktion auf der örtlichen Ebene planmäßig unter-Landtag miniert, was natürlich niemand zugeben würde – um des Koalitionsfriedens willen. Auch die Grünen halten sich noch verhältnismäßig bedeckt. Denn wenn der lästige Souverän mal nicht so will wie die grünen Bessermenschen, hat man andere Mittel und Wege. Darum wurde jetzt das grüne Vorfeld scharfgestellt. Es soll durch Gerichtsklagen und erneute Bürgerbegehren die missliebige Entscheidung der kommunalen Gremien revidieren – wie zum Beispiel in Kleve der dortige NABU. Es ist praktisch, dass der Sprecher der Grünen für Umweltschutz im Landtag, der geschätzte Kollege Dr. Wille, nicht nur aus Kleve kommt, sondern dort auch über Jahrzehnte in zahlreichen Funktionen im örtlichen NABU aktiv war. Auch wenn er seine Ehrenämter im NABU niedergelegt hat, ist er weiterhin bestens vernetzt, nämlich über seinen Ehemann, der in der Landesgeschäftsstelle des NABU sitzt. Das schreibt der Kollege übrigens nicht auf seiner Webseite unter dem Reiter „Transparenz“. Doch genug von diesem provinziellen House of Cards; kommen wir zur inhaltlichen Debatte. Viele Bürger, viele Patrioten und auch AfD-Wähler würden richtigerweise im ersten Moment sagen: Ein zweiter Nationalpark ist doch gut. Schließlich ist Naturschutz auch Heimatschutz. Sicherlich; doch was für eine Natur haben wir in unserer Heimat, die wir schützen wollen? Wir alle leben in einer seit Jahrtausenden von Menschen durchdrungenen und gestalteten Kulturlandschaft. Die uns umgebende Natur – oder das, was der Mensch dafür hält – ist in Wahrheit von ihm selbst geschaffen. Nationalparks aber haben das große Ziel, durch menschliche Eingriffe nicht veränderte Naturgebiete für die Nachwelt zu erhalten. Zur Verständlichkeit kurz zurück nach Kleve, in den dortigen Reichswald: Der Klever Reichswald ist ein Staatsforst, der schon lange vor der Gründung des Landes Nordrhein-Westfalen von Menschen genutzt wurde. Schon im frühen Mittelalter gehörte er zum Königsgut der Kaiserpfalz Nimwegen und wird seitdem kontinuierlich von dem jeweiligen Landesherrn und der umliegenden Bevölkerung zur Holzgewinnung genutzt. Auch heute bewirtschaften drei Revierförster und neun Forstarbeiter im Auftrag des Landes diesen Wald. Der Klever Reichswald ist also mitnichten unberührte Natur, die erhalten werden kann. Die vermeintlich unberührte Wildnis gibt es in Deutschland sowieso nicht. Es ist logisch, dass nur 0,6 % der Fläche der gesamten Bundesrepublik derzeit geschützte Wildnisgebiete darstellen. Es gibt noch weitere Probleme mit Nationalparks, zum Beispiel Nutzungsverbote: Kein Baum darf mehr gefällt werden, um Holz zu gewinnen. Das hat Auswirkungen auf Arbeitsplätze in Forstbetrieben, in der 04.07.2024 holzverarbeitenden Industrie und im Handwerk über die Region hinaus. Dabei arbeitet unsere heimische Forstwirtschaft ohnehin naturnah und nachhaltig. Wenn wir das Holz nicht mehr selbst produzieren, dann importieren wir es aus Ländern mit geringeren Standards, in denen Raubbau an der Tagesordnung ist. Hinzu kommt, dass die Artenvielfalt in den Nationalparken oft nicht größer ist als in naturnah bewirtschafteten Wäldern. Damit sind wir beim zweiten Effekt: „Keine Nutzung des Bodens in einem Nationalpark“ heißt auch „keine Landwirtschaft“. Dabei hat die Landwirtschaft über Jahrtausende eine vielfältige und stabile Natur in Form der Kulturlandschaft erst geschaffen. Tatsächlich sind die meisten heute bedrohten Arten einstmalige Bewohner und Profiteure genau dieser vom Menschen durch Landwirtschaft geschaffenen Kulturlandschaft: keine Heidelandschaft ohne Schafe, ohne Streuobstwiesen kein Steinkauz, ohne Hecken und Steinwälle am Rand von Feldern keine Kleintiere und Niederwild. Noch ein Letztes: Was nützt dem Naturschutz ein winziges Stück Pseudowildnis, wenn es zu klein ist, um aus sich selbst heraus stabil zu funktionieren, und wenn es eingeklemmt ist zwischen den riesigen Metropolregionen an Rhein und Ruhr und in den Niederlanden? Genau: gar nichts – außer, dass man für die Bewohner der Städte einen Jurassic Park baut, durch den dann Volkhard Wille und seine NABU-Aktivisten die Leute auf Safari führen können. Wir als AfD sagen ausdrücklich Ja zum Naturschutz, aber als Heimatschutz, und was unsere Heimat ausmacht, ist die von der Landwirtschaft geschaffene Kulturlandschaft. Entsprechend begrüßen wir eine Vernetzung bestehender Schutzgebiete und stehen auch einer Aufwertung bestehender Naturparke oder sogar Biosphärenreservaten positiv gegenüber, wenn dabei der entscheidende Punkt im deutschen Naturschutz bedacht wird: Der Mensch ist Teil der Natur und kein Störfaktor. Er hat vielfältige und naturschutzfachlich wertvolle Kulturlandschaften geschaffen. Diese zu erhalten, muss Kernaufgabe von Naturschutzpolitik sein. In diesem Sinne stimmen wir dem Antrag der FDP sehr gerne zu. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)

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