Dr. Benjamin Limbach
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Der vorliegende Antrag stellt noch einmal sehr treffend fest, was unseren Weg der digitalen Transformation in Nordrhein-Westfalen ausmacht. Wir verfolgen konsequent das Ziel, geeignete Rahmenbedingungen für öffentlich wie privat betriebene KI-Rechenzentren und den Aufbau einer souveränen deutschen und europäischen Dateninfrastruktur zu schaffen. Die Ansiedlung der Hyperscaler-Rechenzentren von Microsoft und die Entwicklung von Digitalparks im Rheinischen Revier schaffen und nutzen Synergien zu bereits bestehenden und erfolgreichen Projekten und Stakeholdern in Nordrhein-Westfalen. Diese Symbiose bildet die Basis für wichtige Anker zur Entwicklung einer nachhaltigen Digitalregion Rheinland. Das Kabinett hat am 25. Juni 2024 beschlossen, die Internationale Bau- und Technologieausstellung von 2025 bis 2035 im Rheinischen Revier durchzuführen und damit den Transformationsprozess und die internationale Strahlkraft weiter zu intensivieren. Eines der zehn beschlossenen Starterprojekte wird sich dem Aufbau einer souveränen KI-Infrastruktur widmen. Die Entwicklung großer KI-Modelle nach europäischen Werten und Normen ist hierbei das Ziel. Diese werden Unternehmen, Start-ups und der For-Landtag schung als Open Source und kostenfrei für die Weiterentwicklung bereitgestellt. Auch die Bereitstellung souveräner Cloud Services zur Speicherung von Daten soll weiter vorangetrieben werden. Wenn wir im Bereich „KI“ vorne mitspielen möchten, ist eine herausragende Forschung unverzichtbar. Der in diesem Monat veröffentlichte OECD-Bericht über den deutschen Umgang mit KI bestätigt, dass Deutschland bei KI-Forschungsthemen weltweit den dritten Platz in den Bereichen „Robotik“ und „Automatisierung“ sowie den vierten Platz bei „Computer Vision und „Verarbeitung natürlicher Sprache“ belegt. Nordrhein-Westfalen hat eine herausragende und breite Expertise in den Bereichen „KI“ und „maschinelles Lernen“. Das Lamarr-Institut zum Beispiel ist hierbei hervorzuheben. Es gibt weitere starke KI-Zentren an den Standorten RWTH Aachen, Universität Bielefeld sowie Universität Paderborn oder an den Fraunhofer-Instituten für Intelligente Analyse und Informationssysteme, für Materialfluss und Logistik sowie für Angewandte Informationstechnik. Wir sehen also: Die breite und exzellente Forschungslandschaft in Nordrhein-Westfalen bietet ideale Voraussetzungen, um in unserem Land innovative KI-Lösungen zu ermöglichen. Dennoch hakt es häufig bei der wirtschaftlichen Nutzung der Forschungsergebnisse. Wir haben diese Lücke bereits frühzeitig erkannt und mit unserer Kompetenzplattform KI.NRW eine zentrale Dachorganisation des Landes für künstliche Intelligenz geschaffen, die gezielt den Transfer von KI aus der Forschung in die Wirtschaft fördert. KI.NRW unterstützt mit zahlreichen Angeboten wie Fachveranstaltungen, Sprechstunden, AI.Shadowings und Clusterworkshops dabei, die unterschiedlichen Bedarfe frühzeitig in der Wirtschaft einzubringen und abzudecken. Unsere hochinnovativen Leuchtturmprojekte – beispielhaft seien die Projekte SmartHospital.NRW, Datenfabrik.NRW und KI-Navi Handel genannt – denken den wissenschaftlichen Transfer in die Wirtschaft gleich mit und bringen Akteurinnen und Akteure aus Industrie und Forschung enger zusammen. Im Rheinischen Revier sorgt das AI Village für einen gezielten Wissenstransfer. Das AI Village ist ein moderner Campus, auf dem Innovationen aus KI und Robotik erforscht und entwickelt werden. Verbunden ist es mit einem KI-Aus- und Weiterbildungszentrum. Mit dem Projekt „Zentrum für angewandte Künstliche Intelligenz Duisburg“, das im Rahmen des „5-StandorteProgramms“ gefördert werden soll, soll in der Region ein Kompetenzzentrum für künstliche Intelligenz eingerichtet werden und ebenfalls für den Transfer in die Wirtschaft sorgen. 04.07.2024 Der Einsatz von KI bietet viele Chancen. Es ist jedoch auch mit erhöhten Herausforderungen im Bereich der Cybersicherheit zu rechnen und es ist zu erwarten, dass KI-Unterstützung, -Vorhaben und -Funktionen das Spektrum an Cyberbedrohungen und damit unsere Sicherheitsanforderungen erweitern. Das Kompetenzzentrum DIGITAL.SICHER.NRW bietet zahlreiche Formate und Angebote an, um die digitale Selbstverteidigung der Unternehmen zu verbessern. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sind beim Thema „Cybersicherheit“ auf Unterstützung und Expertise von außen angewiesen. Das Kompetenzzentrum wird sein Angebot erweitern, damit die Wirtschaft auch zukünftig den neuen Herausforderungen, die durch den Einsatz von KI entstehen, gewachsen ist.
