Christian Loose
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Kugelförmige Speicher auf dem Grund des Tagebausees in Hambach, 400 m tief, umgesetzt in 50 Jahren, wenn der See mit Rheinwasser vollgelaufen ist – das soll die Energiewende retten. Nein, meine Damen und Herren, auch wenn das eine schöne Idee ist, es rettet Deutschland im Jahre 2024 leider nicht, denn Deutschland ist im Jahre 2024 durch die Abschaltung von Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken zu einem Strommangelland geworden. Deutschland ist zum Importeur geworden. Am Montagabend beispielsweise bekamen wir um 20 Uhr Strom aus den Kernkraftwerken Frankreichs, übrigens mit einem CO -Fußabdruck, Herr Kollege, von 18 g CO je kWh. Deutschlands eigener Strom wurde in dieser Stunde mit einem CO -Fußabdruck von 402 g hergestellt, also dem 20-Fachen von dem aus Frankreich. All das, nachdem wir einige Hundert Milliarden Euro für Ihre sogenannte Energiewende ausgegeben haben! An anderen Tagen hingegen exportieren wir Deutschen den Strom nach Frankreich, häufig zu einem Preis nahe null oder sogar zu einem negativen Preis, um diesen loszuwerden. Dann frohlocken die Klimagläubigen, dass man Strom dank Sonne und Wind geschenkt bekomme. Dabei wird allerdings vergessen, dass die Windbarone und die Betreiber der PV-Anlagen weiter ihre hohen Vergütungen bekommen und eben nichts verschenken. Immerhin hat die SPD dieses Problem nun erkannt. Die Lösung ist allerdings die falsche. Anstatt das Problem abzustellen, also den Vorrang von Strom aus Windindustrieanlagen und PV-Anlagen, wird das Problem geduldet, an einigen Stellen sogar noch verstärkt. Nun wird versucht, es wenigstens beim Netzbetrieb zu verkleinern. Dafür will die SPD nun Speicher im Tagebausee versenken – in einem See, den es noch gar nicht gibt. Die SPD behauptet, dass damit der Netzausbau deutlich reduziert werden könne. Ein findiger Mitarbeiter der SPD hat nämlich inzwischen auch den Bericht des Bundesrechnungshofes gelesen, wonach für die Bewältigung der Probleme der Windindustrieanlagen Netzausbaukosten von 460 Milliarden Euro entstehen würden. Die Speicher sollen nun helfen, diese Kosten zu reduzieren, meint die SPD. Allerdings vergisst die SPD, dass diese Speicher im Tagebausee und nicht bei den Windindustrieanlagen an der Nordsee stehen werden. Damit ist ein Netzausbau von der Nordsee bis zum Tagebau weiterhin nötig. Dort werden keine Kosten reduziert. Na gut, man soll die anderen auch mal loben. Deshalb bedanke ich mich beim Referenten der SPD dafür, dass die SPD nun folgende Punkte anerkennt: Landtag Erstens. Die SPD hat erkannt, dass der Netzausbau mit Kosten von 460 Milliarden Euro nicht bezahlbar ist, denn die Netzentgelte sind für die Industrie bereits in den letzten zehn Jahren um 80 % gestiegen, und die zusätzlichen Kosten kann die Industrie kaum tragen. Zweitens. Die SPD hat erkannt, dass Batteriegroßspeicher kostenintensiv sind, die Lebensdauer begrenzt ist und die Leistungswerte schlichtweg zu gering sind. Drittens. Die SPD hat erkannt, dass die Speicherung von Strom via Wasserstoff mit hohen Umwandlungsverlusten verbunden ist und dass die Rückverstromung von Wasserstoff wohl ziemlich teuer sein wird. Allerdings sind die Kostenschätzungen der SPD viel zu gering – aber geschenkt. Wenn ich all das lese, was Sie nach sieben Jahren meiner Reden so auf den ersten Seiten schreiben, dann wird mir, meine Damen und Herren, ganz warm ums Herz. Ich hätte nie gedacht, dass Sie mir so gut zugehört haben. Doch leider haben Sie die Berechnungen für Ihre Speicher nicht bis zum Ende durchgeführt. Nehmen wir mal an, Sie wollten allein den Garzweiler-See mit Ihren Kugeln mit 30 m Durchmesser füllen. Es wären etwa 10.000 Stück, die da Platz hätten. Dann bräuchten Sie allein 100 Millionen t Beton. Das wäre die dreifache Menge dessen, was Deutschland jedes Jahr an Beton produziert und verbraucht. Dann hätten Sie bei einer Wassertiefe von 180 m lediglich eine Speichermenge von 70 GWh. Wenn all Ihre Pläne für den Ausbau allein der Photovoltaikanlagen aufgehen würden, bräuchten Sie im Jahre 2045 aber allein 15 solcher Tagebauseen mitsamt solcher Kugeln, um nur die Photovoltaikspitze eines einzelnen Tages zu speichern. Dafür bräuchten Sie dann die Betonproduktion Deutschlands aus 50 Jahren. Sie sehen: Leider sind Ihre Ideen nur Spielereien. Wir erkennen aber durchaus an, dass die SPD sich langsam erste Gedanken über die Probleme macht, die sie mit der Energiewende selbst geschaffen hat. Wir freuen uns auf die Beratungen im Ausschuss, vielleicht sogar auf eine Anhörung und verbleiben mit dem Wunsch nach Freiheit, Wohlstand und Vernunft. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
