Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wir Freien Demokraten bejahen den Aspekt der Naturverbundenheit und erkennen das ehrenamtliche Engagement der Anglerinnen und Angler zur Pflege der Gewässer und des Fischbestandes ausdrücklich an. Ihnen ist zu verdanken, dass so manche Fischart zurückgekehrt ist. Gleichzeitig ist es auch ein Hobby, das altersübergreifend und interkulturell eine Gemeinschaft pflegt. Wir vertrauen den gut ausgebildeten Anglerinnen und Anglern. Sie können jeweils am besten einschätzen, ob ein gefangener Fisch verletzt ist, entnommen werden kann oder muss oder ob er zum Beispiel als produktiver Laichfisch wieder zurückgesetzt werden sollte. Aus Sicht der Freien Demokraten steht die Angeltätigkeit Naturschutzzielen nicht entgegen. Pauschale Catch-and-Release-Verbote lehnen wir aus Art- und Bestandsschutzgründen ab. Aber auch Beschränkungen der Angelei wie pauschale Nachtangelverbote oder Nullnutzungsgebote von Gewässern lehnen wir ab. Das frühzeitige Erlernen des Angelns kann bei Kindern und Jugendlichen das Verständnis für die Belange von Natur- und Tierschutz sowie den persönlichen Reifeprozess fördern. Daher sind wir Freien Demokraten der Auffassung, dass ein niedrigschwelliger Zugang und Einstieg ins Angeln geboten ist. Kinder und Jugendliche, die zunächst in das Angeln hineinschnuppern und deshalb bei einem Erwachsenen mitangeln möchten, können dies zum Beispiel in den Niederlanden tun – ganz ohne Prüfung und Bürokratie. Wir Freien Demokraten unterstützen einen solchen unbürokratischen Einstieg in das Angeln auch hier in Nordrhein-Westfalen. Landtag Kommen wir zum Thema „Wasserkraftanlagen“ in Ihrem Antrag. Da setzen Sie einseitig auf die Sichtweise der Angler. Klar, Sie haben vor, sich mit diesem Antrag nur dieser Zielgruppe anzunehmen. (René Schneider [SPD]: Naturschützer! Das ist die Position von NABU und BUND!) Aber Sie verkennen dabei – das hat der Kollege Korth vorhin auch schon gesagt – die bestehenden Nutzungsrechte vieler Unternehmen, die sich vor Jahren bzw. vor Jahrhunderten absichtlich an den Flussläufen in unserem Land angesiedelt haben, um das Wasser energetisch zu nutzen. Sie nutzen die Wasserkraft und haben dort eben schon seit Langem Bestand. Deshalb darf man sich meines Erachtens nicht so einseitig wie Sie gegen die Nutzer stellen, sondern es ist an der Zeit, dass Angler und Wasserkraftbetreiber versöhnt werden. (Beifall von der FDP) Es wäre an der Zeit, die alten Wehre zu ertüchtigen und auf den neuesten Stand zu bringen, weil damit die Durchlässigkeit sichergestellt und somit eben auch der Tier- und Artenschutz verbessert würde. Das ist eben ein gravierender Unterschied zu Ihrem Antrag. So werden wir auch in 10 oder 20 Jahren noch über viele alte Wehre sprechen, die eben nicht erneuert wurden und die Durchlässigkeit verhindern. Es gibt in Ihrem Antrag sicherlich viele Punkte, die die Angler freuen werden, aber eben auch einige, die aus unserer Sicht nicht hilfreich sind. Deshalb müssen wir Ihren Antrag ablehnen. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)
