Wilhelm Korth
Sehr geehrter Herr Präsident! Die CDU-Fraktion angelt natürlich mit. (Beifall von der CDU) Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen der SPD-Fraktion! Ich sehe, Sie wollen sich mit dem vorliegenden Antrag zum Anwalt der Angelfreunde bei uns im Land aufschwingen. (Beifall von René Schneider [SPD]) Sie zählen einige Dinge auf, die ich auch aus meinen Gesprächen mit beispielsweise dem Fischereiverband natürlich mitgenommen habe. Um das gleich vorwegzunehmen: Machen Sie sich keine Sorgen. Wir sind zusammen mit der Landesregierung bereits auf den Weg. Wir haben die Angeltradition nicht am Haken, sie ist bei uns längst im Kescher. (Beifall von der CDU – Zurufe von der SPD: Oh!) Fangen wir beim Anfang an. Angeln erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Die Landesfischereiverbände gehören für mich zu den größten Umweltschutzvereinigungen in Nordrhein-Westfalen. Denn genau wie für die Jäger gilt für die Angler: Hege und Pflege sind oberstes Gebot. Sie kümmern sich um Landtag den Artenschutz, um die Pflege des Lebensraums Gewässer. Ich kann allen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, mit den örtlichen und lokalen Angelvereinen in Kontakt zu treten. Was dort passiert, ist gelebter Naturschutz an den heimischen Gewässern hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. Nun zu Ihrem Forderungskatalog: Sie fordern einen landesweiten Aktionsplan „NRW angelt“ in Unterstützung der Landesregierung. Da habe ich eine sehr gute Nachricht für Sie: „NRW angelt“ ist Realität und findet schon am nächsten Wochenende statt. Insofern ist das Timing Ihres Antrags (René Schneider [SPD]: Das ist Zufall!) vielleicht auch Zufall, aber es passt jedenfalls. (René Schneider [SPD]: Manchmal ist es auch Fleiß!) Am 15. und16. Juni können ganz unbürokratisch Inhaber eines Fischereischeines am Angeln interessierte Personen mitnehmen und ihnen dieses schöne Hobby näherbringen. Das ist eine wunderbare Idee, die ich sehr begrüße. Ein Angler würde sagen: Ihre Forderung ist bereits abgehakt. (Heiterkeit und Beifall von der CDU) Weiter fordern Sie, den Austausch zwischen Fischereiverbänden und Landesregierung zu intensivieren. Ich kann Ihnen sagen: Nicht nur wir als CDU-Fraktion, sondern auch ich ganz persönlich sind regelmäßig in Gesprächen mit dem Landesfischereiverband und den dort handelnden Personen. Auch hier brauchen wir Ihre Aufforderung nicht. Sie fordern die Vorbereitung eines möglichen Verbots von Bleieinsatz in Binnengewässern. Dabei sind bleifreie Alternativen seit einiger Zeit am Markt verfügbar und auch etabliert und praxistauglich. Ich will aber nicht unfair sein an dieser Stelle. Auch ich habe gehört, dass zum Teil Anglern ihr Hobby in Naturschutzgebieten grundsätzlich untersagt wurde. Das halte ich nicht für richtig. (Zuruf von René Schneider [SPD]) Hier gilt es, genau hinzuschauen. Genau das wird das Ministerium auch tun. Zum Rückbau von Kleinstwasserkraftanlagen schreiben Sie einen Satz in Ihre Forderungen. Die Realität ist aber deutlich komplexer. Wir müssen uns dort zum Teil mit Jahrzehnten oder gar Jahrhunderte altem Recht auseinandersetzen. Diese Anlagen leisten einen verschwindend geringen Teil zur Energiewende und behindern die freien Fischbewegungen. Schlicht zu sagen, dann bauen wir sie halt zurück, erfasst die Komplexität der Realität nicht. 12.06.2024 In einem ersten Schritt müssten wir die Verantwortlichen an die Vorschriften für die Anlagen erinnern und dafür sorgen, dass grobe Verstöße gegen den Fischschutz geahndet werden und die notwendige Durchlässigkeit geklärt wird. Ich freue mich, dass Sie das Thema „Angeln“ politisch für sich entdeckt haben. Ihrer Aufforderung bedarf es allerdings nicht, damit wir handeln. Viele Ihrer Antragspunkte befinden sich bereits in der Umsetzung. Wir lehnen diesen Antrag ab. – Ich möchte mich mit dem Antwortgruß der Angler „Petri Dank!“ für Ihre Aufmerksamkeit bedanken. (Beifall von der CDU)
