Dietmar Brockes
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich hoffe, Sie können Ihre Fragen untereinander noch klären. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Ja, sicher! Wenn nicht, dann machst du es!) Die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung – FJW – in Bonn ist das führende wildbiologische Kompetenzzentrum in Nordrhein-Westfalen. Sie konzentriert sich auf Säugetiere und Vögel, die dem Jagdrecht unterliegen, sowie deren Lebensräume. Hauptziel ist der Schutz von Landschaften durch nachhaltiges Wildtiermanagement und die Verhinderung von Schäden in Wald und Flur. Die FJW bietet Beratung für Bürgerinnen und Bürger sowie verschiedene Interessensgruppen wie Jäger, Kommunen und auch Landbesitzer an. Daher kann der Antrag der Koalitionsfraktionen in die richtige Richtung gehen. Wir als Freie Demokraten sind auch für eine Stärkung der Themen, die bei der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung ansiedelt sind. Wir begrüßen es, wenn offen und grundsätzlich über länderübergreifende Wildtierforschung diskutiert wird und Zusammenarbeit entsteht, insbesondere wenn dadurch Synergieeffekte genutzt und Effizienzsteigerungen erzielt werden können. Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen von CDU und Grünen, weil der Antrag sehr unkonkret ist, wirft er mehr Fragen auf, als er Antworten liefert. (Norwich Rüße [GRÜNE]: Was?) So wird nur ein Beispiel dazu genannt, was Sie unter einem angepassten Jagdmanagement verstehen. Das betrifft auch Ihren Forderungsteil, ganz besonders, wenn Sie schreiben, Sie wollten die Arbeit der Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung konzeptionell weiterentwickeln. Dann fragt man sich: In welche Richtung wollen Sie das weiterentwickeln? (Norwich Rüße [GRÜNE]: Immer nach vorne! – Ralf Witzel [FDP]: Das ist ja sehr inhalts- reich!) – Lieber Herr Kollege Rüße, dann ist die Frage, was Sie und was andere unter „vorne“ verstehen. Dazu bleiben Sie in Ihrem Antrag leider völlig unkonkret. (Beifall von der FDP) Sie wollen neue Aufgaben, neue Bereiche bei der FJW ansiedeln. Da ist die Frage, ob dadurch nicht die bisherige gute Arbeit und die wesentlichen Kernpunkte verwässert werden. Landtag Sie nennen außerdem den Punkt, dass Sie eine Anpassung der Ressourcen prüfen wollten. Man kann das so verstehen, dass es nach oben geht, aber auch so, dass es nach unten geht. All dies sind Dinge, die in Ihrem Antrag leider nicht beantwortet werden. Deshalb bedauere ich sehr, dass die Koalitionsfraktionen gesagt haben, dass dieser Antrag, der wenig Konkretes, aber viel Oberflächliches enthält, zur direkten Abstimmung gestellt wird. Wir bedauern es, dass wir dem Antrag keine Zustimmung geben können, denn einen Blankoscheck werden Sie von uns an dieser Stelle nicht erhalten. Wir werden die gute Arbeit des Instituts weiter unterstützen, aber einen Blankoscheck, von dem wir nicht wissen, auf welche Höhe er ausgestellt wird, werden wir Ihnen nicht geben. Wir werden uns heute enthalten. – Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall von der FDP)
