Dr. Martin Vincentz
Vielen Dank. In der Tat, in diesen geschlossenen Räumen würde ich Ihnen jetzt keine Sonnencreme empfehlen. Aber wenn Sie als Arbeiter draußen tätig sind, dann sollten Sie sicherlich beispielsweise über Sonnenschutz nachdenken. (Rodion Bakum [SPD]: Sie sind ja schon braun, da haben Sie recht!) Der Landtag soll nun im Feststellungsteil des Antrags, den Sie vorlegen, anerkennen, dass es in diesem Sommer besonders heiß wird. Kommen jetzt nun Hitzewellen im Juli und August? Da liegt auch schon das erste Problem, die erste Schwäche Ihres Antrags. Das Plenum, wiederum anders als in Dortmund, hat keine eigene Wetterstation, auch relativ wenige Meteorologen hier vor Ort. Es sind viele Abgeordnete da mit unterschiedlichsten Berufen. Meteorologen habe ich noch keinen gefunden. Ich selber weiß jetzt auch nicht genau, ob es ein besonders warmer oder eher ein nasskalter Sommer wird. Ich wünsche mir eher einen warmen. Da sind die Geschmäcker durchaus unterschiedlich. Aber das jetzt an dieser Stelle festzulegen, schwierig. Ich habe dazu einmal einen ehemaligen Kommilitonen gefragt; den habe ich im Physikstudium kennengelernt. Heute ist er ein sogenannter Wetterfrosch. Er gab mir folgenden Hinweis: Keine Ahnung, kann jetzt noch keiner sagen. – Vielleicht hat die SPD das ausgependelt oder am Vogelflug abgelesen. Wissenschaftlich ist das auf jeden Fall nicht. Trotzdem, ganz egal: Die SPD hat sich auf das Thema eingeschossen. 12.06.2024 Dabei gäbe es tatsächlich eine ganze Menge Probleme sowohl im Arbeitsschutz, im Gesundheitswesen sowieso, über die man an dieser Stelle dringend sprechen sollte, anstatt sich hier in Wetterprognosen zu ergehen. Es gibt hochdefizitäre Krankenhäuser, Ärzte- und Pflegermangel, weiter massive Probleme der Medikamentenversorgung. Gesundheitsminister Karl Lauterbach hätte also wahrlich genug zu tun, genügend Baustellen, an denen er arbeiten könnte. Aber das wird jetzt wieder ausgearbeitet und sich auf Hitze fokussiert. Man könnte das eher als PR oder Ablenkmanöver abtun und ad acta legen, wenn nicht dahinter ein gewisses Muster stünde: Die Bürger sollen in Angst und Schrecken versetzt werden, egal, ob bei Corona, dem Wetter oder Gefahren durch die sogenannte Alternative für Deutschland, wie Sie das dann immer sagen, um darüber dann die klassischen Made-by-SPD-Bevormundungen, -Gängelungen und -Eingriffe bis tief in die privaten Bereiche der Bürger zu rechtfertigen, wie wir das leider schon zur Genüge kennen. Es ist auch deshalb übrigens Panikmache und keine gesunde berechtigte Sorge, weil das Bundesgesundheitsministerium selbst in seiner Drucksache 20/8063 auf eine Kleine Anfrage übrigens der AfD-Bundestagsfraktion erklärt hat, dass sie gar keine Daten über die Temperaturentwicklung beispielsweise in Pflegeheimen oder Akutkrankenhäusern habe, wo die besonders vulnerablen Gruppen angetroffen würden. Ebenfalls wisse die Bundesregierung, also Ihr Minister Karl Lauterbach, nicht, wie sich der Hitzeschutzplan finanziell auswirkt. Ihnen alles egal, erst mal mehr Geld, viel davon, trotz angespannter Haushaltslage.
