Heike Wermer
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Auf Einladung des Landesverbandes der Musikschulen in NRW habe ich das Familienzentrum am Sedansberg in Wuppertal besucht und mir ein persönliches Bild vom Programm „Kita und Musikschule“ gemacht. Was soll ich sagen? Ich war und bin immer noch begeistert: leuchtende Kinderaugen, engagierte Erzieherinnen und Musikpädagoginnen, strahlende Gesichter von Groß und Klein. Was steckt hinter dem Programm „Kita und Musikschule“? Es ist eine Kooperation zwischen den beiden genannten Einrichtungen, um Kindern einen musikalischen Zugang zu ermöglichen, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Es ist aber auch eine Bereicherung in der pädagogischen Arbeit. Kindern wird mit Bewegungsliedern, Tänzen und Abzählreimen das Erlernen der deutschen Sprache erleichtert. Und nebenbei macht das Aufräumen durch das passende Aufräumlied auf einmal auch viel mehr Spaß. So habe ich den Vormittag in Wuppertal erlebt und halte ihn in guter Erinnerung. Mein Erlebnis ist nur ein Beispiel für gelebte kulturelle Bildung. Es gibt aber noch viel mehr erfolgreiche Programme. Wer kennt zum Beispiel nicht JeKits „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen". Wem von Ihnen ist der Kulturrucksack NRW fremd? Wer von Ihnen hat noch nie etwas vom Programm „Kultur und Schule“ gehört? Das alles sind jetzt nur ein paar Beispiele für herausragende Programme der kulturellen Bildung. Es gibt aber noch einige mehr. Warum spreche ich das alles hier und jetzt an? Mit unserem vorliegenden Antrag wollen wir von CDU, Grünen, SPD und FDP fraktionsübergreifend das Thema „Kulturelle Bildung“ anpacken. Wir sind uns einig, dass wir an die wirklich gute Arbeit des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft anknüpfen und jetzt auch parlamentarisch das Thema begleiten wollen. Kulturelle Bildung ist für mich ein immens wichtiger Schwerpunkt der Kulturpolitik. Deshalb ist der Antrag heute auch als Auftakt bzw. Einstieg in das Thema zu verstehen. Es werden weitere folgen. Wir alle schätzen, dass unsere Kultur in NRW vielfältig ist und verbindet. Es braucht aber hin und wieder einen Wink mit dem Zaunpfahl, damit wir uns auch mit ihr auseinandersetzen. Wie weckt man Interesse für Kunst und Kultur? Am besten, indem wir schon früh Kinder und Jugendliche dafür begeistern. (Beifall von der CDU, den GRÜNEN und An- dreas Bialas [SPD]) 12.06.2024 Wir wollen, dass kulturelle Bildung alle in unserer Gesellschaft anspricht, und zwar bestenfalls lebenslang. Die größte Chance dafür besteht darin, im Kindes- und Jugendalter die Neugier auf Kunst und Kultur zu wecken. Wir sorgen deshalb dafür, dass Kindern unabhängig von der finanziellen Ausstattung des Elternhauses die Tür zu unserer Kulturlandschaft offensteht. Beispiele dafür sind die genannten Programme „JeKits“ und „Kulturrucksack NRW“. Dafür stehen allein im Haushalt 2024 insgesamt mehr 22 Millionen Euro bereit. Am besten gelingen die Angebote dort, wo Kultursowie Bildungseinrichtungen, Künstlerinnen und Künstler, durch ehrenamtliches Engagement getragene Vereine, kommunale Verwaltung, Schule, Jugend und Soziales zusammenarbeiten. Es soll nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen müssen. In Kooperation lässt sich manches einfacher umsetzen. Daher beauftragen wir die Landesregierung, die bisherigen geförderten Programme kultureller Bildung zu überprüfen, damit Kindertagesstätten, Schulen, Künstlerinnen und Künstler sowie kulturelle Institutionen noch besser zusammenarbeiten können. Kulturelle Bildung ist jedoch nicht nur auf die frühkindliche und schulische Bildung beschränkt. Sie muss lebenslanges Lernen umfassen und Menschen jeden Alters ansprechen. So erreichen wir am Ende nicht nur ein gesteigertes Interesse für Kunst und Kultur, sondern tragen dazu bei, dass unsere vielfältige Gemeinschaft aufblüht. In der Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur, egal in welchem Alter, welcher Herkunft oder was auch immer, kann der Mensch sich mit sich selbst und seiner Umgebung auseinandersetzen, sich kreativ ausprobieren und dabei so viel mehr über sich und seine Mitmenschen lernen. Lassen Sie uns heute den Auftakt dazu starten. Ich freue mich auf Ihre Zustimmung zu unserem Antrag. – Vielen Dank. (Beifall von der CDU, der SPD und der FDP und den GRÜNEN)
