Bernhard Hoppe-Biermeyer
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich bin von Hause aus Leichtathlet. In den 80er-Jahren hing ein großformatiger Fotokalender von der Universiade in Kōbe in meinem Zimmer. Weil die Bilder so spektakulär waren, hing der Kalender dort auch länger als ein Jahr. Ich habe mich dann auch einmal für die Deutschen Hochschulmeisterschaften qualifiziert und bin über die 800 Meter gestartet. Mein Talent reichte damals aber, ehrlich gesagt, nur dafür aus, das Läuferfeld vor mir herzutreiben. Eine Qualifikation für die Universiade war außerhalb meiner Reichweite. Natürlich habe ich 1989 die Universiade in Duisburg verfolgt. Als mich dann vor ein paar Jahren der frühere Präsident der Universität Paderborn, Professor Nikolaus Risch, fragte, ob ich eine Bewerbung des adh für die Landtag Universiade unterstützen würde, habe ich das gerne und aus voller Überzeugung getan. Inzwischen heißt die Universiade FISU World University Games und findet in ziemlich genau 14 Monaten hier an Rhein und Ruhr statt. Bis jetzt handelt es sich um eine Erfolgsgeschichte. Es ist das erste Mal seit Duisburg, dass diese studentischen Wettkämpfe auf Topniveau wieder in Deutschland ausgerichtet werden. (Lisa-Kristin Kapteinat [SPD]: Oder auch nicht!) Zwölf Tage lang wird NRW zur Heimat der Weltelite des Hochschulsports. Auch abseits des Sports wird viel geboten – mit akademischen Konferenzen, mit kulturellen Veranstaltungen und mit der FISU World Conference in der Jahrhunderthalle in Bochum, wo der wissenschaftliche Schwerpunkt auf sozialer Nachhaltigkeit liegt. Das Allerwichtigste: Es kommen 10.000 High Potentials – jeweils in einer Person Hochleistungssportler und motivierter Akademiker – aus der ganzen Welt zu uns, um ihr persönliches Sommermärchen zu erleben. Diese Chance auf allerbeste Imagewerbung ist für unser Land unbezahlbar. Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch: Die FISU World University Games kosten viel Geld. Bund und Land fördern die Spiele darum jeweils zur Hälfte. Das Land Nordrhein-Westfalen hat dafür eine Zuwendung in Höhe von 59 Millionen Euro bewilligt. – Liebe Frau Durdu, auch wenn Sie hier gerade und gestern mit Ihrer Presseerklärung einen anderen Eindruck erwecken wollen: Dazu steht das Land ohne Wenn und Aber. (Beifall von der CDU und Norwich Rüße [GRÜNE]) Bei nichts wird hier zurückgerudert. Zusätzlich – wohlgemerkt: zusätzlich – ist auch schon Geld – viel Geld – in die Modernisierung des Leichtathletikstadions Lohrheide in Wattenscheid und in die Modernisierung des Ruderreviers in Duisburg geflossen; jeweils zweistellige Millionensummen. Auch die beiden von Frau Durdu gerade angesprochenen Duisburger Schwimmvereine sind durch das Programm „Moderne Sportstätten“ bereits in Millionenhöhe gefördert worden. (Zuruf von der CDU: Aha!) Weitere Sanierungsarbeiten sind dort angedacht. Natürlich muss geschaut werden – das wissen Sie, und das wissen auch die Vereine –, ob der Haushalt das zulässt. Das geschieht also völlig unabhängig von der Finanzierung der Veranstaltung insgesamt. (Kopfschütteln von Tülay Durdu [SPD]) 17.05.2024 Dass im SPD-Antrag jetzt von einer Absage der FISU World University Games die Rede ist, ist völlig überzogene Panikmache. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN) Ich habe eher den Eindruck, dass in Duisburg Nebelkerzen gezündet werden, die den taktischen Rückzug des SPD-Parteikollegen Mahmut Özdemir verschleiern sollen. (Julia Kahle-Hausmann [SPD]: Was?) Seit bekannt ist, dass die Durchführungsgesellschaft Rhine-Ruhr 2025 von Kostensteigerungen in Höhe von 29 Millionen Euro ausgeht, ist der verantwortliche Parlamentarische SPD-Staatssekretär aus dem Wahlkreis Duisburg für das Thema nicht mehr ansprechbar. Sich einfach wegzuducken, wird nicht funktionieren! (Lisa-Kristin Kapteinat [SPD]: Toll! – Zuruf von Raphael Tigges [CDU]) Das passt im Übrigen auch nicht zu Duisburg. Im Gegenteil: 1989 hat die Stadt die Universiade nach der kurzfristigen Absage von São Paulo übernommen und in gerade einmal 153 Tagen so organisiert, dass noch heute alle davon schwärmen. Daran sollten sich alle Beteiligten ein Beispiel nehmen. Bundesinnenministerium, Landesregierung und Durchführungsgesellschaft gehören jetzt schnell an einen Tisch. Die Landesregierung ist dazu bereit. Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Sommermärchen erleben werden. – Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
