Berivan Aymaz
Sie haben das Wort, Frau Ministerin. Dorothee Feller*), Ministerin für Schule und Bildung: Vielen Dank. – Noch einmal: Bei den 5.000 Lehrkräfte sind diejenigen, die schon gegangen sind, bereits kompensiert. Sie sind also zusätzlich ins System gekommen. Das ist mir ganz wichtig. Es sind 5.000 plus. Die ersetzten Stellen waren 953, glaube ich. Damit das nicht falsch verstanden wird: Bei jeder Lehrkraft, die das System verlässt, ist es zu schade, dass sie geht. Wir müssen aber auch ehrlich sein. Das eine ist der Beamtenbereich; das andere ist der Angestelltenbereich. Natürlich haben wir heute an Schulen eine viel breitere Profession. Wir haben nicht nur Lehrkräfte, sondern auch Sozialarbeiter, Psychologen und Logopäden an unseren Schulen, die vom Ursprung her gar nicht für das Schulsystem ausgebildet waren, sondern die heute dann auch schneller die Schule als Ort wieder verlassen. Auf die Maßnahmen komme ich gleich noch zu sprechen. Die konsequente Ablehnung von Abordnungen mag für die betroffenen Lehrkräfte wohlklingend sein. Für die Kinder, Eltern und Lehrkräfte der unterversorgten Schulen ist sie ein Schlag ins Gesicht. Ich habe in den letzten Wochen sowohl mit Schulen gesprochen, die von den Abordnungen profitieren und die ausgesprochen dankbar sind, als auch mit Lehrkräften, die abgeordnet worden sind. Diese gaben an, dass sie die Abordnungen sehr gut nachvollziehen können und viele Erfahrungen sammeln, von denen sie bei ihrer Stammschule auch weiter profitieren können. Übrigens: Auch in unserem Nachbarland, den Niederlanden, werden in vergleichbaren Situationen Lehrkräfte auf Schulen nach Bedarfen umverteilt. Die Forderung, Lehrkräfte nach der Rückkehr aus einer Beurlaubung maximal in einem Radius von 35 km einzusetzen, zeigt für mich, dass man sich mit dieser Maßnahme nicht intensiv auseinandergesetzt hat; denn unabhängig davon, dass diese lang gelebte Praxis jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt, Landtag hat sie in der Vergangenheit immer wieder zu absurden Situationen geführt. So haben wir Schulen, die personell unterversorgt sind, weil die Entfernung zum nächsten Ballungsraum 37 km beträgt, während andere Schulen innerhalb des 35-km-Radius zum Teil einen Überhang an Lehrkräften haben, deren Fachkombination dort nicht einmal gebraucht wird. Eine solche Situation ist mit dem akuten Fachkräftemangel schlichtweg nicht vereinbar. Ein solches Vorgehen wäre in privaten Betrieben undenkbar. (Beifall von der CDU)
