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Franziska Müller-Rech

FDP 21.03.2024 Sitzungen 18/59

Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! NRW kann es sich nicht leisten, auf Kompetenz, Kraft und Kreativität von Frauen in unserer Wirtschaft zu verzichten. Direkt zu Beginn möchte ich Ihnen drei Fakten mitgeben: Junge Frauen sind beim Berufseinstieg besser ausgebildet als Männer, divers besetzte Teams sind ein Erfolgsfaktor für Unternehmen und Unternehmensgründungen, und Frauen haben einen sehr großen Anteil an unserer wirtschaftlichen Leistung. Ob Start-up, Handwerk oder Mittelstand – jedes Unternehmen profitiert von Frauen. Deswegen wollen wir die Gründungsdynamik in unserem Land beleben und zu einer innovativeren Wirtschaft beitragen. Dafür möchten wir heute Hürden abbauen und Türen öffnen. (Beifall von der FDP) Fünf schnelle Punkte. Erstens brauchen wir weibliche Vorbilder, damit wir stereotype Denkmuster und Vorstellungen aufbrechen können. Erfolgreiche Unternehmerinnen sollen zum Beispiel in Schulen und Bildungseinrichtungen kommen und zeigen, was möglich ist, über ihr Unternehmertum berichten und damit ein positives Bild vermitteln. Zweitens brauchen wir mehr öffentliches Bewusstsein und dafür Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Kampagnen. Wir sollten auch die sozialen Medien nutzen und Feminismus dort als positives Thema 21.03.2024 besetzen. Wir alle wissen: Junge Frauen interessieren sich nicht nur für Schminken und Schön-Anziehen; Unternehmerinnen sind schon jetzt in sozialen Medien, zum Beispiel auf TikTok, erfolgreich und berichten von ihren Unternehmen. Das müssen wir unterstützen. (Beifall von der FDP) Drittens: Beratungs- und Unterstützungsangebote. Frauen gründen anders als Männer. Sie wollen besser vorbereitet sein. Sie wollen von der Idee bis zur Finanzierung alles von vornherein durchdenken. Beratungsangebote sind ihnen sehr wichtig. Laut einer Studie sind das zum Beispiel Beratungsleistungen, fachliche Workshops zu Hard und Soft Skills, Fördermittel, aber auch Netzwerkveranstaltungen sowie Mentoring und Coaching. Genau durch solche gezielten Angebote lässt sich Wissen vermitteln. Das sorgt für Empowerment und Vernetzung. 70 % der befragten Frauen haben in dieser Studie angegeben, dass sie sich für Fördermittel für die Unternehmensgründung interessieren, aber nur 20 % haben sie bislang genutzt. Da liegt ganz viel Potenzial. (Beifall von Angela Freimuth [FDP]) Es ist selbstverständlich, dass wir bessere Möglichkeiten brauchen, um Familie und Beruf und eben auch Familie und Gründung besser miteinander zu verzahnen. (Beifall von der FDP) Der vierte Punkt betrifft den unternehmerischen Austausch. Auch da können wir besser werden, indem wir zum Beispiel Plattformen schaffen, um Netzwerke, Kooperationen und den Erfahrungsaustausch zu stärken. Studien zeigen, dass Frauen gerne gemeinsam Ziele verfolgen und sich austauschen möchten. Deswegen möchten wir, dass sie mehr Möglichkeiten bekommen, um das zu tun, zum Beispiel mit einem regelmäßigen Unternehmerinnengipfel. Lassen Sie mich – fünftens – zu Förderprogrammen kommen. Förderprogramme gibt es schon, zum Beispiel EXIST-Women oder die Initiative Klischeefrei. Wir brauchen nicht zwingend neue Formate, aber wir müssen unbedingt für mehr Aufmerksamkeit für solche Förderprogramme sorgen, um die Unternehmerinnen bzw. die künftigen Unternehmerinnen dadurch zu erreichen. Die Förderprogramme müssen natürlich auch regelmäßig evaluiert und weiterentwickelt werden. Insbesondere möchten wir, dass auch Alleinstehende, Alleinerziehende und Migrantinnen stärker in den Blick genommen werden. (Beifall von der FDP) Landtag Wir sprechen in diesem Hohen Haus sehr viel über den Fachkräftemangel und die Frage: Wie können wir ihn abfedern? – Unter anderem dadurch, indem wir die Stärken von Frauen in unserem Land stärker anerkennen. Wir wollen eine Zeitenwende. Ich bin mir sicher: Irgendwo sitzen viele Frauen mit großartigen Ideen und der Lust, diese Herausforderungen anzupacken. Dazu passen zum Beispiel Studien zum Social Entrepreneurship. Wenn es darum geht, Sozialunternehmen zu gründen, liegt der Frauenanteil in Führungspositionen schon jetzt bei 52,7 %. Frauen geht es also nicht primär oder allein um finanzielle Erfolge, sondern häufig auch um höhere Ziele, zum Beispiel um den gesellschaftlichen und sozialen Einsatz und um nachhaltige Veränderungen des Gemeinwohls.

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