Zacharias Schalley
Herr Präsident! Werte Damen und Herren! Dass die Texte von Kinderliedern mitunter kapitalen Unsinn beinhalten, ist bekannt und macht auch ihren Reiz aus. Aber wie finden Sie diese Zeilen aus dem 2019 erschienenen Kinderlied „Glitzer“ einer selbsternannten feministischen Rapperin, die nun Kinderlieder macht? Ob Junge, ob Mädchen, ob Einhorn oder Hase, Glitzer ist für alle überhaupt keine Frage. Ob Mann, ob Frau, ob Dritte Option: Alle können sich immer mit Glitzer belohnen. (Zurufe) Während wir früher im Kindergarten oder in der Grundschule noch durch Lieder spielerisch Jahreszeiten oder Verkehrsregeln gelernt haben, werden Kinder heute bereits im Kindergarten- und Grundschulalter über ausgedachte Geschlechter aufgeklärt. Wenn dieses Lied in einer Kindertageseinrichtung oder Schule gesungen worden wäre, wären dafür übrigens GEMA-Gebühren fällig gewesen. Zum Glück gibt es zahlreiche GEMA-freie Kinderlinder, auf die Kindergärten problemlos zurückgreifen können. (Lachen von der SPD) Insbesondere die alten Volks- und Kinderlieder sind alle online mit Texten und Noten ohne große Anstrengung abrufbar. Aber genau da ist der Haken. Viele der traditionellen Kinderlieder, die wir alle aus unserer eigenen Kindheit noch bestens kennen und gerne gesungen haben, unterliegen heute einem regelrechten Wokeness-Kreuzzug. So wurde beispielsweise das Kinderlied mit den einleitenden Worten „A ram sam, a ram sam sam“ aus der Toniebox – Eltern kennen sie – gestrichen, weil es eine Verballhornung der arabi-Landtag schen Sprache und Abwertung des Islam durch die gebetsähnlichen Bewegungen beim dazugehörigen Tanz darstellen würde. Und wenn es um Wokeness geht, dann kann auch der öffentliche Rundfunk nicht fehlen. Auf der Abschussliste des öffentlichen Rundfunks steht das beliebte Kinderlied „Wer hat die Kokosnuss geklaut?“, dem ebenfalls Rassismus vorgeworfen wird. In diesem Lied würden – Zitat – auf Black, Indigenous and People of Color kolonialistische Klischees von Kriminellen und triebgesteuerten Affen projiziert. Das Lied „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ soll antiasiatische Ressentiments reproduzieren, inklusive Racial Profiling. Das Lied über die 10 kleinen … – Sie wissen schon. Sie können es sich selber denken. Man sieht: die Lieder, die wir noch singen dürfen, müssen dem politisch korrekten Gleichklang unterliegen. Ob Rassismus, Gendergerechtigkeit, Heteronormativität: Die oftmals tatsächlich harmlosen Kinderlieder werden von gutmenschlichen Tugendwächtern genau durchleuchtet und im Fall des Falles gecancelt. Nichtsdestotrotz wirft der Antrag ein Problem auf, bei dem die Landesregierung sicherlich Abhilfe schaffen könnte. Gemeinsam zu musizieren und zu singen macht Spaß und fördert die Entwicklung von Kindern. Deshalb gehört Musik zum festen Programm von Kindertageseinrichtungen. Damit Erzieher Liedtexte und Noten einfach und legal für Eltern kopieren können, gibt es spezielle Angebote, die jedoch aktuell von jeder Kita einzeln wahrgenommen werden müssen. Doch aufgrund von Personalnot und Unterfinanzierung haben die Erzieherinnen eigentlich wichtigere Dinge zu tun, als sich mit GEMA-Gebühren zu beschäftigen. Darum befürworten auch wir einen einheitlichen Landesrahmenvertrag für Kitas mit der GEMA. Und ich bin sicher, dass die Kindergärtnerinnen vor Ort es bei den Liedern mit dem König der Kinderlieder unserer Zeit, Rolf Zuckowski, halten werden, der sagte: „Mit Kindern kann ich mir Gendern beim Singen nicht vorstellen. Und eine Sprache, in der man nicht singen kann, kann nicht meine Sprache sein.“ Dafür zahle ich auch gerne GEMA-Gebühren. – Vielen Dank. (Beifall von der AfD)
