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Dr. Christian Blex

AfD 20.03.2024 Sitzungen 18/58

Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Im Titel dieses SPD-Antrags beginnt es bereits, hier zeigt sich sofort Ihr fehlendes Verständnis der Profession des Lehrers. Ein Lehrer soll lehren, er soll unterrichten. Dies ist seine ureigenste Aufgabe. Der Lehrer ist eben nicht in erster Linie Logopäde, Krankenschwester, Kinderarzt, Sicherheitskraft, Notfallseelsorger oder Sozialbeamter. Und doch sollen Lehrer, wenn es nach Ihnen geht, immer mehr und immer abstrusere Aufgaben übernehmen. Selbstverständlich fallen im Berufsalltag mannigfache Situationen an, die nicht mit Kreide auf einer Tafel oder am Smartboard gelöst werden können. Das liegt in der Sache selbst. Wahrscheinlich würde dem auch kein Lehrer widersprechen. Doch wir dürfen dies nicht heraufbeschwören und es durch ständige Experimente an unseren Schulen auch noch zur Normalität machen. Es muss eine Rückbesinnung auf die altbewährten Kernaufgaben des Lehrerberufs stattfinden. Die SPD fordert ein Konzept, welches – Zitat – „den tatsächlichen Arbeitsrealitäten in den Schulen in NRW gerecht wird“. Die Arbeitsrealität ist jedoch das eigentliche Problem. Genau hierauf gehen Sie nie ein. Im Gegenteil: Sie haben diese Realität doch zu verantworten. Es sind nicht nur viel zu große Klassen, ständige Erarbeitung irgendwelcher überflüssiger Konzepte, Konferenz- und Dokumentationswahn, es ist vor allem auch die Hyperheterogenisierung. Ausufernder sprachlicher Verfall, Eltern mit fragwürdigem Bildungsethos und mangelndem Willen zur Mitwirkung im Schulleben ihrer Kinder, wirtschaftlich völlig erschöpfte und überforderte Familien ohne Perspektive, Schariaenthusiasten auf unseren Schulhöfen, Messerangriffe auf Grundschüler – auf Grundschüler! – all das sind Faktoren, auf die der Lehrer wenig Einfluss hat, mit deren Folgen er jedoch stark belastet wird. Das alles erwähnen Sie in Ihrem Antrag mit keinem Wort. Keines Ihrer Arbeitszeitmodelle kann etwas an diesen Zuständen ändern. Auch in Hamburg – ein Land, welches Sie zuvor mehrfach als Beispiel genannt haben – sind die Zustände dank Rot-Grün nicht besser. Im Gegenteil: Ein großer Anteil der Lehrer dort ist mit dem Arbeitszeitmodell absolut unzufrieden, denn beim Hamburger Modell ging es nie darum, die Arbeitszeitbelastung tatsächlich exakt festzustellen oder sie gar zu reduzieren, sondern nur darum, diese umzuverteilen. Es bringt dem Lehrer nichts, wenn die Arbeitsbelastung und die widrigen Bedingungen an seiner Schule haargenau gleich bleiben, er seine Arbeitszeit nun jedoch schlicht anders abrechnen kann und ihm dabei suggeriert wird, dass jetzt aber auch alles fair zugeht. Die Landesregierung muss stattdessen endlich tragbare Zustände an unseren Schulen schaffen. Es sind 20.03.2024 Zustände, an denen gerade die SPD maßgeblich Schuld trägt. Sie haben zusammen mit den giftig Grünen, nämlich insbesondere 1997 und 2004, die Pflichtstunden für Lehrer massiv erhöht. Ihretwegen haben unsere Lehrer deutlich mehr Pflichtstunden als zum Beispiel die Lehrer in Niedersachsen. Der Philologenverband hat die derzeitigen hauptsächlichen Problemfelder treffend zusammengefasst: zu wenig Mittel, verfehlte Einstellungspolitik, Überlastung durch unterrichtsferne Aufgaben, Verlagerung elterlicher Verantwortung in die Schule, fehlende Kontinuität in Nordrhein-Westfalen. Zudem ergänzt der Verband Ihre Problembeschreibung um das Thema „Migration“ und die massenhafte Schließung von Förderschulen. Was eine wirkliche Entlastung schaffen könnte und was niemand von Ihnen allen hier gesagt hat, wäre endlich eine Reduzierung der Pflichtstunden und eine deutliche Erhöhung der Anrechnungsstunden. Wir benötigen endlich eine Einstellungsoffensive für die tatsächlich relevanten Mangelfächer der Naturwissenschaften statt immer mehr politischer Indoktrination an unseren Schulen. Darum sollte sich Frau Feller kümmern, statt unsere Lehrer zur Demonstrationsteilnahme gegen die Opposition aufzurufen. Den SPD-Antrag lehnen wir selbstverständlich ab. (Beifall von der AfD)

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