André Kuper
Danke, Herr Keith. – Für die Landesregierung spricht Herr Minister und Chef der Staatskanzlei Liminski. Landtag Nathanael Liminski, Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medien im Geschäftsbereich des Ministerpräsidenten: Herr Präsident! Meine Damen und Herren Abgeordnete! Wenn ich hier höre, dass dieser Antrag von Folgenlosigkeit geprägt sei, dann trifft das, glaube ich, nicht die Wahrnehmung im Sport. Denn ich glaube, dass die Sportverbände und alle Engagierten im Sport sich freuen, wenn dieses Hohe Haus sich mit der Frage beschäftigt, wie wir Erfolgsmodelle aus Nordrhein-Westfalen weiterentwickeln und verbreitern können, um noch mehr Menschen den Einstieg in eine Sportlerkarriere in vollem Umfang zu ermöglichen. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN – Zu- ruf: Das steht nicht im Antrag!) Deswegen bin ich dankbar, dass neben dieser Pauschalkritik der SPD im umgekehrten Fall seitens der FDP von Herrn Rasche zu hören war, dass das hier ein wichtiger erster Schritt ist. Auch darin war Kritik enthalten. Das ist ja auch Ihr gutes Recht, aber ich bin dankbar, dass Sie, lieber Herr Rasche, die Gemeinsamkeit zum Gegenstand Ihrer Rede gemacht haben. Ich glaube, dass sich die Sportlerinnen und Sportler und die im Sport Engagierten freuen, wenn sie sehen: Wir bemühen uns in diesem Hohen Hause, in diesem Plenum um Gemeinsamkeit, gerade wenn es um das Thema „Sport“ geht. (Beifall von der CDU – Vereinzelt Beifall von den GRÜNEN) Ich glaube, dass wir dazu auch allen Grund haben, auch wenn man auf die letzten Jahre – ich will sagen: Jahrzehnte – schaut. Das Land Nordrhein-Westfalen hat mit der Einrichtung der NRW-Sportschulen einen bundesweit neuen bildungs- und sportpolitischen Weg eingeschlagen. Seit dem Jahr 2006 wurden 18 Sportschulen im Land eingerichtet und stetig weiterentwickelt. Diese Sportschulen haben zum Ziel, Nachwuchstalente einerseits in ihrer leistungssportlichen Karriere und andererseits genauso in ihrem individuellen Bildungsgang bestmöglich zu unterstützen. Damit sind die NRW-Sportschulen ein wichtiger Bestandteil der exzellenten Infrastruktur für den Leistungssport hier bei uns in Nordrhein-Westfalen. Ob Bundesstützpunkte, Landesstützpunkte, Olympiastützpunkte: Das Sportland NRW kann sich sehen lassen, und unsere Sportschulen sind ein ganz zentraler Teil davon. Hier kann man ausgezeichnete Rahmenbedingungen vorfinden, um gute Schulbildung und Leistungssport in einem anspruchsvollen Trainingsprogramm miteinander zu vereinbaren. Wie gelingt das? Ich will nur einige wenige Stichworte nennen: motorische Tests bereits früh in den Jahrgangsstufen 4 bis 7, fünf Stunden Sportunterricht verbindlich in den Jahrgangsstufen 5 bis 7, gezielte sportmotorische Grundausbildung, intensiver Einsatz von 20.03.2024 Sportlehrkräften gemeinsam mit Trainerinnen und Trainern, 54 zusätzliche Lehrertrainer und Athletiktrainer. All das trägt zu diesem Mehr an Qualität und zu dieser zielgerichteten motorischen Ausbildung an unseren Sportschulen bei. Das alles wird ergänzt durch ein großes Bewegungs- und Sportangebot auch außerhalb des Unterrichts. Damit haben wir bereits heute ein gut funktionierendes System. Wir ruhen uns aber nicht darauf aus, sondern wir wollen diesen guten Lauf fortsetzen. Deshalb haben wir uns als Koalition vorgenommen, den nächsten Schritt zu gehen. Das heißt – das wurde bereits erläutert –, dass wir Schülerinnen und Schülern der Sportschulen ermöglichen wollen, durch das Erbringen sportlicher Leistungen außerhalb des Wettkampfsports ihren Horizont zu erweitern, sich zu verbreitern und nicht, wenn man so will, zu Fachsportlern mit am Ende der Karriere nur beschränkten Möglichkeiten zu werden, sondern sich schon in dieser Zeit möglichst breit aufzustellen. Dadurch bekommen sie nicht nur für sich selbst Perspektiven, sondern bleiben natürlich auch dem organisierten Sport erhalten. (Beifall von Dagmar Hanses [GRÜNE]) Wir haben als Gesellschaft das größte Interesse daran. Nicht nur die Einzelnen, die diese Möglichkeit ergreifen, sondern wir als Sportland, wir mit unserer Sportinfrastruktur brauchen diese Menschen, die bereits Begeisterung für den Sport bewiesen und erlebt haben und dann in anderer Weise fortsetzen, wenn die eigene Sportlerkarriere irgendwann ihr natürliches Ende findet. Deswegen ist es so wichtig, dass wir mit dem Einstieg in die Übungsleiter- und Trainertätigkeit Perspektiven nach dem Leistungssport eröffnen. Es wurde bereits beschrieben, wie das gemacht wird. Insofern glaube ich, dass wir hier eine gute Möglichkeit haben, noch einmal unter Beweis zu stellen, dass wir mit der sportlichen Infrastruktur einerseits und unserem organisierten Sport, unserem verfassten Sport und den Verbänden andererseits zusammen das Beste für das Sportland NRW herausholen. Ich danke für diese Initiative, und wenn ich das als Medienminister sagen darf: Auch gute Nachrichten gehören gesendet. In diesem Sinne danke ich für diesen Antrag im Namen der Landesregierung. (Beifall von der CDU und den GRÜNEN)
